Geologie: Wo die Erde blutet

Neu entdeckte Lücken in der Erdkruste bringen die Erforschung des Inneren unseres Planeten voran

Wenn tektonische Platten auseinander driften, baut sich eine Spannung auf, die den Erdboden reißen lässt. So auch an der Bruchstelle zwischen Afrikanischer und Südamerikanischer Platte - dem Mittelatlantischen Rücken. Gewöhnlich füllt sich eine solche Lücke mit Lava. Doch dieses "Wundpflaster" bildet sich offenbar nicht immer: Britische Forscher vom National Oceanography Centre in Southampton haben entlang der Spalte zwischen Afrika und der Karibik erstmals große Löcher entdeckt, die einen direkten Blick auf den Erdmantel erlauben. Mit Sonargeräten sollen genaue Karten vom "Fenster ins Innere der Erde" erstellt werden. Nirgendwo sonst ist es möglich, so unmittelbar an Proben vom Erdmantelgestein zu gelangen. Dafür haben die Briten spezielle Bohrroboter anfertigen lassen.

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