Ernährung: Scharfer Fettkiller

Chili treibt Fettzellen in den Selbstmord. Zumindest im Labor

Fettsucht (Adipositas) ist eines der größten Gesundheitsprobleme in den Industrienationen, denn die Folgen können mehr als schwerwiegend sein. Schon bei "normalem" Übergewicht steigt das Risiko, an koronaren Herzleiden, Diabetes mellitus Typ 2 oder Krebs zu erkranken. Dauerhaft abzunehmen aber, durch viel Bewegung und Ernährungsumstellung, verlangt Disziplin. Weniger strapaziös wäre es, die Fettzellen mit einem Wirkstoff direkt auf molekularer Ebene zu attackieren. Dies gelang Chin-Lin Hsu und Gow-Chin Yen von der National Chung Hsing University auf Taiwan. Und zwar mit Capsaicin, dem Scharfmacher aus der Chilischote.

Bekannt ist, dass das Alkaloid manche Tumorzellen, etwa Prostatakarzinom-Zellen, dazu treibt, ihr Selbstmordprogramm (Apoptose) zu aktivieren. Ähnliches beobachteten die Forscher nun auch an - aus Mäuseembryonen isolierten - Fettvorläuferzellen, so genannten Prä-Adipozyten: Capsaicin bremste deren Wachstum, indem es die Einlagerung von Triglyceriden verhinderte und damit die Umwandlung in reife, fettgefüllte Adipozyten. Zudem trieb der Wirkstoff innerhalb von drei Tagen bis zu 26,7 Prozent der Zellen in die Apoptose. Von den Kontrollzellen starben nur 0,1 Prozent. Ob dieser Effekt auch im menschlichen Körper eintritt, ist noch unklar. Die Forscher errechneten aber, dass schon nach einem scharfen indischen oder thailändischen Essen im Magensaft halb so viel Capsaicin enthalten sein kann, wie es den Fettzellen im Labor zum Verhängnis wurde.

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