Meteorologie: Die Stimme des Sturms

Elektromagnetische Frequenzen verraten, wo sich Wirbelwinde bilden

Auch die gewaltigsten Tornados lassen sich nur schwer orten, und noch weniger genau sind ihre Bahnen vorherzusagen. Denn Meteorologen stehen dafür nur Wetterradar und die Meldungen von Sturmbeobachtern zur Verfügung - zwei verhältnismäßig unsichere Prognosemethoden.

Eine deutsch-amerikanische Erfindung könnte jetzt Abhilfe schaffen. Ernst-Dieter Schmitter, Professor an der Fachhochschule Osnabrück, und John Leeman vom Leeman Webb Storm Laboratory in Norman, Oklahoma, benötigen als Detektor nur eine Antenne und einen Empfänger für niederfrequente elektromagnetische Wellen. Damit können sie registrieren, ob und wo sich ein Tornado ausbildet.

In einer rotierenden Gewitterzelle - einer sogenannten Superzelle - wirbeln zunächst Staubpartikel und Wassertröpfchen umeinander; durch die Reibung laden sie sich positiv und negativ auf. Die negativ geladenen Partikel bewegen sich aufwärts, die positiv geladenen hingegen sinken nach unten. In diesem Spannungsfeld entsteht niederfrequente Strahlung, die von Schmitters und Leemans Detektor empfangen wird.

Dieser ist zuverlässiger als ein Radargerät, da Mikrowellen von dichten Wolken und heftigem Regen abgelenkt werden können. Niederfrequente Wellen hingegen lassen sich durch keinen Regenguss aufhalten.

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