Physik Wenn Regentropfen zu schnell fallen

Wieso erreichen Tropfen früher den Erdboden, als es Berechnungen vorhersagen?

Gäbe es keine Atmosphäre, die den freien Fall eines Körpers bremst, würden alle Objekte mit der gleichen Geschwindigkeit zu Boden fallen – eine Feder ebenso schnell wie ein Stück Eisen. Um aber die Wirklichkeit zu erfassen, sind kompliziertere Formeln nötig. Meteorologische Modelle etwa sehen vor, dass schwere Regentropfen schneller fallen als leichte – bis zu einem Punkt, an dem beide durch die Reibung mit der Luft eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit erreichen. Doch auch diese Vorstellung deckt sich noch nicht mit der "wahren Welt".

Fernando García-García von der Nationalen Autonomen Universität in Mexiko- Stadt ermittelte, dass die Hälfte der von ihm beobachteten Tropfen die vorausberechnete Maximalgeschwindigkeit überschritt; manche sogar um das Zehnfache. Und das vor allem, wenn sich ein großer Tropfen in kleinere geteilt hatte. Vermutlich ändern sich in diesem Fall die aerodynamischen Eigenschaften der Wasserpartikel. García-Garcías Entdeckung ist wichtig für die Wettervorhersage. Denn Metereologen schließen aus der per Radar gemessenen Geschwindigkeit auf die Tropfengröße, also, dass schnell fallende Tropfen dick seien. Dadurch setzen sie ihre Schätzung der zu erwartenden Niederschlagsmenge um bis zu 20 Prozent zu hoch an.

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