Geowissenschaft: Wurzelfüllung Hawaii

Die Pazifikinsel ist viel tiefgründiger als bisher angenommen

Wie der Hut eines Pilzes liegt Big Island, die größte der Hawaii-Inseln, auf dem Meer. Das Eiland mit einer Länge von rund 150 Kilometern wurzelt in einer Schicht des Erdmantels, die mindestens 1500 Kilometer unter dem Meeresspiegel liegt. Das entspricht etwa einem Viertel der Strecke zum Erdmittelpunkt. Aus dieser Zone bahnt sich ein unaufhörlicher Magmastrom den Weg an die Oberfläche.

Üblicherweise bilden sich vulkanische Inseln an Stellen der oberen Erdkruste, wo tektonische Platten aufeinanderstoßen. Da Hawaii aber an keiner Grenze von Erdplatten liegt, wurde schon länger vermutet, dass sein Ursprung in großer Tiefe zu finden ist. Forscher um Cecily Wolfe von der Universität Hawaii in Manoa haben jetzt mit einer besonderen Anordnung von Messgeräten den Weg von Erdbebenwellen verfolgt, die sich beim seismischen Rumoren bilden. Ihre Daten stützen nun die Theorie, dass Hawaii das Produkt einer sogenannten deep plume ist - einer Art Abgasrohr, aus dem unter Druck ständig heißes Gestein aufströmt. Gemessen an der 1500 Kilometer tiefen Quelle Hawaiis, ist der Ozean um die pazifische Insel herum geradezu seicht: Der Pazifik ist dort "nur" 10 203 Meter tief.

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