Medizin: Anziehende Blutwäsche

Mit winzigen Magneten lassen sich Giftstoffe aller Art aus dem Blut fischen

Nicht jede Substanz in unserer Körperflüssigkeit ist magnetisch. Trotzdem schafft es die an der ETH Zürich entwickelte "Angel" aus Nano-Magneten, alle erdenklichen Stoffe im Blut einzufangen. Wie ist das möglich? Einfach dadurch, dass die Nano-Magneten mit speziellen Molekülen beschichtet werden, an deren Passform wiederum der gesuchte Stoff haften bleibt - wie ein Fisch, der einen Köder schluckt, der an einer Angel hängt.

Sobald ein Giftmolekül "angebissen" hat, kann die Angel, da sie magnetisch ist, von einem großen Magneten angezogen und die "Beute" eingeholt werden. Giftstoffe lassen sich so einfach aus dem Blut entfernen.

Das Verfahren, das Inge Hermann am Institut für Chemie und Bioingenieurwissenschaften entwickelt hat, besitzt mehrere Vorteile gegenüber der herkömmlichen Blutwäsche. Bei der normalen Dialyse gehen fast immer auch lebenswichtige Moleküle wie etwa Antikörper des Immunsystems verloren. Diese Probleme treten bei der Magnetmethode nicht auf. Bislang ist das Verfahren allerdings nur im Reagenzglas getestet worden. In einem nächsten Schritt wird geprüft, ob es auch in einem lebenden Organismus funktioniert.