Astronomie Vom Himmel hoch

Vor rund 2500 Jahren stürzte über Griechenland ein Meteor herab. Stammte er aus dem Gefolge des Halleyschen Kometen?

Himmelskörper folgen exakten Bahnen, das hat Isaac Newton berechnet. Und im Jahre 1705 hat der Astronom Edmond Halley diese „Himmelsmechanik“ bewiesen - indem er die Wiederkehr des später nach ihm benannten Kometen vorhersagte. Dessen nächster Besuch in Erdnähe ist für 2061 terminiert.

Seine früheste Beschreibung stammte bislang aus China: 240 v. Chr. Zwei US-amerikanische Forscher haben nun die Bahn des Schweifsterns noch weiter zurückverfolgt: Schon im Juli 466 v. Chr., so der Philosoph Daniel Graham und der Astronom Eric Hintz, könnte der Komet im antiken Griechenland beobachtet worden sein.

Damit verbunden ist eine einschlägige Erkenntnis: „Groß wie ein beladener Wagen“, so steht es in mehreren Quellen, sei der Brocken gewesen, der damals Nordwestgriechenland getroffen hat. Der Einschlag am Hellespont erfolgte wohl, während im Westen ein Komet am Himmel stand, der für 75 Tage sichtbar blieb.

Die Angaben über den Schweifstern decken sich mit der rückberechneten Bahn des Halleyschen Kometen. Gerade auch die lange, ununterbrochene Sichtbarkeit ist typisch für ihn. Und die Angabe, dass der Komet im Westen stand, grenzt den Termin des Einschlags ein - nach dem 18. Juli muss es passiert sein, als der Komet auf die westliche Himmelshälfte gewechselt hatte.

Aber was genau ist da eingeschlagen? Nach Computersimulationen passierte die Erde damals nicht direkt den Schweif des Kometen, kreuzte aber das Trümmerfeld in dessen Gefolge. Ein größerer Brocken daraus könnte es möglicherweise bis nach Griechenland geschafft haben. Viele kleine Fragmente dürften dabei jenes Meteoritenfeuerwerk verursacht haben, das vom antiken Historiker Daimachus beschrieben wurde.

Der Meteoriteneinschlag hat bereits damals Wissenschaftsgeschichte geschrieben: Das kosmische Fallgut bewies endlich die umstrittene These des Naturphilosophen Anaxagoras, nach der Himmelskörper, genau wie die Erde, aus Stein bestünden, und nicht aus feurigem Gas.

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