Weltspiel Trockenländer nass gemacht

Wer am Welthandel teilnehmen will, muss ans Wasser: Mehr als 90 Prozent des globalen Güterverkehrs laufen über den Seeweg. Die GEO-Grafik zeigt diejenigen Länder, die keine eigene Küste besitzen

Unsere Karte zeigt jene Staaten der Erde, die daran nur indirekt teilhaben können, weil sie als Binnenländer keine eigene Küste besitzen. Um sie hier doch einmal an den Ozean zu bringen, haben wir in der Grafik alle "echten" Küstenstaaten im virtuellen Meer versenkt.

Von den verbleibenden 44 Binnenstaaten sind 30 Entwicklungsländer; 16 davon gehören zu den ärmsten Nationen der Welt. Vor allem für sie ist die eingeschlossene Lage ein Hindernis für den wirtschaftlichen Fortschritt. Denn ohne ein leistungsfähiges Straßen- und Schienennetz sind die Häfen der Nachbarländer für Exporteure schwer zu erreichen; meist belasten dazu noch Gebühren, Wartezeiten und Papierkrieg den Grenzverkehr.

Nach einer Studie der Vereinten Nationen kosten Transporte aus Binnenstaaten zu Hafenstädten im Ausland durchschnittlich 2000 US-Dollar mehr als Transporte über eine gleich weite Strecke innerhalb eines Küstenlandes. Damit wird die Ware am Ziel oft so teuer, dass sie auf dem Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig ist.

Gold, Gas und Baumwolle sind die wichtigsten Exportgüter von Usbekistan, das als eines von nur zwei Ländern der Welt gleich durch zwei Grenzen vom nächsten Ozean getrennt ist. (Das andere ist Liechtenstein.) Der am weitesten vom Meer entfernte Ort der Welt liegt aber nicht in einem Binnenstaat, sondern in der Dzoosotoyn- Elisen-Wüste im äußersten Nordwesten Chinas. Der Abstand zur nächstgelegenen Küste beträgt 2370 Kilometer Luftlinie.

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