Dinosaurier Warum wurden bislang kaum Saurierkinder entdeckt?

Ganz einfach, sagt der Paläontologe Jack Horner aus Bozeman, Montana. Obwohl solche Funde sicher existierten, habe man sie falsch interpretiert - und die Babys als eigene Saurierarten eingeordnet
52c5cc6c67258fc7c9a328512801d0ba

Pachycephalosaurus gilt nun als ausgewachsene Form von Stygimoloch und Dracorex, die früher als getrennte Arten gewertet wurden

Grund dafür sei, dass viele Saurier im Laufe ihres Lebens ihre Gestalt offenbar stark geändert haben. Zwar nicht ganz so drastisch wie Insekten, deren Larven völlig anders aussehen als etwa die erwachsene Biene oder der Schmetterling. Doch immerhin so anders, dass sich Saurierkinder deutlich vom ausgewachsenen Pendant derselben Art unterscheiden.

Schon 1975 stellte der Biologe Peter Dodson die These auf, dass das Wachstum der Saurier mit dem von Vögeln vergleichbar sei - die, wie man heute weiß, die engsten noch lebenden Verwandten der Dinos sind. Und wie beim Helmkasuar, so vermutete Dodson seinerzeit, habe sich auch die Gestalt der Ur-Echsen relativ schnell ändern können: Der Kasuar, zum Beispiel, entwickelt den größten Teil seines Helms erst am Ende seiner "Pubertät" - wenn er schon zu 80 Prozent ausgewachsen ist.

Mit einer eigenen Sammlung von Dinoknochen, die Horner aufschneiden ließ, konnte der Forscher etwa belegen, dass der vermeintliche "Torosaurus" lediglich ein ausgewachsener Triceratops und der "Nanotyrannus" in Wahrheit bloß ein junger T-Rex ist - mit lediglich einer anderen Zahl von Zähnen. Von insgesamt zwölf Saurierarten am Ende der Kreidezeit bleiben laut Horner nur sieben "echte" übrig. Das mag all die Menschenkinder enttäuschen, die sich bisher bemühten, sich möglichst viele der zungenbrecherischen Artnamen zu merken. Aber für die Wissenschaft schließt das Bild nun endlich die Jungtiere mit ein.

Mehr zum Thema

Südengland: Jagd auf Dinosaurier-Fossilien
Südengland: Jagd auf Dinosaurier-Fossilien
Wenn die Wellen an den Klippen von Lyme Regis anbranden. Und der Regen sie aufweicht und ins Rutschen bringt: Dann werden die Dinosaurier-Fossilien freigelegt, die hier seit ungefähr 200 Millionen Jahren liegen
Kann man aus einer Mücke einen Dino machen?
Gentechnik
Wann werden wir Dinosaurier klonen?
Kann man aus einer Mücke einen Dino machen?
GEOlino Buchtipps zum Lesen
Paläontologie: "Jurassic Park" in Niedersachsen
Zum ersten Mal sind Fußabdrücke von Raptoren in Europa entdeckt worden – bei Minden
GEO.de Newsletter