Weltspiel Der Kontinent der Schutzgebiete

Bis 2020 soll der Anteil der Schutzgebiete an der Landfläche der Erde auf 17 Prozent steigen - so einigten sich 2010 die Staaten der UN-Konvention für Biodiversität. Wie weit erstrecken sich die geschützten Zonen unserer Erde bisher? Die GEO-Grafik dokumentiert es
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Die GEO-Grafik fasst alle wichtigen Fakten rund um die Schutzgebiete zusammen

Legt man alle in der Datenbank des UN-Umweltprogramms als Schutzgebiete gelisteten Landflächen zusammen, bedecken sie 16,4 Millionen Quadratkilometer - das entspricht annähernd der Fläche von Südamerika und mehr als zehn Prozent der Landflächen der Erde.

Den mit Abstand größten Anteil an ihnen hat Brasilien mit 2,24 Millionen Quadratkilometern, es folgen China, Russland und die USA. Den größten Anteil von Schutzgebieten an der Landesfläche meldet - wenn man von winzigen Inselstaaten absieht - Venezuela: 54 Prozent des Staates liegen in Schutzzonen. Deutschland bringt es auf erstaunliche 42 Prozent - wobei der ominös hohe Wert bereits andeutet, dass Schutzgebiet nicht gleich Schutzgebiet ist.

International werden sechs Kategorien unterschieden: Vom strikten Wildnisgebiet über Erholungsgebiete bis zu Ressourcenschutzzonen, deren Ökosysteme nachhaltig wirtschaftlich genutzt werden dürfen. Weitgehend von Menschen unbeeinflusste Naturschutzgebiete der Kategorien I und II bedecken gerade einmal 0,5 Prozent von Deutschland; hinzu kommen allerdings große Wasserflächen in Nord- und Ostsee. Weltweit fallen aber immerhin über 25 Prozent der geschützten Flächen unter diese besonders strengen Kategorien.

Insgesamt mangelhaft ist die Betreuung der Schutzgebiete: Nur für jedes Dritte existiert überhaupt ein Management-Plan, vernünftig verwaltet wird lediglich jedes Vierte. Bis 2020 soll der Anteil der Schutzgebiete an der Landfläche der Erde auf 17 Prozent steigen - so einigten sich 2010 die Staaten der UN-Konvention für Biodiversität.

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