Manilas Strände Vorher-/Nachher-Bilder zeigen das Ausmaß des Plastikproblems

Aktuellen Schätzungen zufolge gelangen jedes Jahr mehr als acht Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Ozeane - eine unvorstellbare Menge. Besonders drastisch zeigen sich die Folgen an den Stränden Manilas
Strand von Manila

Ein vermüllter Strand an der Manila Bay, einer Bucht auf den Philippinen

Die Fischer vor Manilas Küsten sind verzweifelt: Wegen der großen Plastikflut fischen die Männer mittlerweile mehr Plastik als Fische aus dem Wasser. Auch an Land sieht es nicht besser aus: Auf Freedom Island, einem Vogelschutzgebiet südlich von Manila, ist der Sandstrand vor angeschwemmtem Plastikmüll kaum noch zu erkennen.

Hunderte Umweltschützer helfen bei Aufräumaktion

Die internationale Bewegung "Break Free From Plastic" und viele Greenpeace-Freiwillige haben daher zwischen dem 10. bis zum 20. September 2017 eine groß angelegte Aufräumaktion ins Leben gerufen und sich zum Ziel gesetzt, Freedom Island vom Plastikmüll zu befreien sowie gleichzeitig die Hersteller der Plastikflut zu benennen.

Dabei achteten die Umweltschützer besonders auf Müll aus Einwegplastik, denn gerade die vielen Einwegprodukte vermüllen die Strände Manilas. 180 Meter des viele Kilometer langen Strandes von "Freedom Island" haben die Aktivisten so vom Müll befreien können – bevor die Flut den Strand wieder unter Plastik begrub.

Das Ergebnis nach fast 10.000 Arbeitsstunden kann sich sehen lassen:

Mehr als 50.000 Plastikteile wurden ausgewertet

Auswertungen zeigen, dass etwa 17 Prozent des Plastikmülls von Markenprodukten dem Unternehmen Nestlé zuzuordnen sind. Gut zehn Prozent stammen vom Unilever-Konzern, der beispielsweise die Knorr Tütensuppen produziert. Vor allem Kleinstpackungen, beispielsweise Zahncreme- oder Seifen-Tagesportionen, machten dabei einen Großteil des Plastikmülls aus.

Dieses Phänomen ist typisch für Schwellenländer: Statt heimische Produkte zu kaufen, greifen immer mehr Menschen im Supermarktregal nach bekannten, internationalen Marken. Da die Bevölkerung jedoch nicht genug Geld für günstigere Vorratspackungen hat, bieten große Firmen kleinere Tagesportionen an – jede einzeln verpackt.

Greenpeace-Sprecher Michael Meyer-Krotz hält dieses Verhalten für unverantwortlich: "Prächtig verdienende Konzerne dürfen das Problem wachsender Plastikmüllberge nicht den Verbrauchern und Kommunen zuschustern. Die Unternehmen müssen Verantwortung für ihre Produkte übernehmen. Wir brauchen höhere Mehrwegquoten und ein Ende der Einwegverpackungen."

Die Top-Ten der größten Verschmutzer auf Freedom Island nennt Greenpeace in seinem Bericht über die "Müll Magnaten".

Der Plastikmüll ist eine Gefahr für Mensch und Natur

Da sich das Plastik nur extrem langsam abbaut, wächst die Plastikmüllverschmutzung der Meere kontinuierlich. Schätzungen zufolge schwimmen aktuell um die 150 Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen.

Die Folgen der Verschmutzung sind katastrophal. Schwimmende Müllfluten verstärken die Armut lokaler Bevölkerungsgruppen wie auf den Philippinen: Dort holen Fischer schon heute mehr Plastik als Fisch aus ihren Fischernetzen. Auch Meerestiere wie Fische, Krebse und Krabben, aber auch Wasservögel verwechseln die Plastikteile mit Nahrung und verenden oftmals qualvoll daran.
 
Schuld an den immer weiter wachsenden Plastikbergen ist die steigende Plastikproduktion. In vielen asiatischen Ländern verkaufen Konsumgüterhersteller zunehmend kleinere Einheiten, so genannte Sachets, die nicht wiederverwertbar sind.

"Die Abfallwirtschaft alleine kann die Umwelt nicht vor den Plastikbergen schützen", so Greenpeace-Sprecher Meyer-Krotz, "Selbst Deutschland recycelt weniger als die Hälfte seines Plastikmülls. Nur wenn Unternehmen Plastikmüll vermeiden, etwa durch eine höhere Mehrwegquote, lässt sich das Problem eindämmen. Hier muss auch die nächste Bundesregierung mehr tun als bislang."