Landwirtschaft: Chili gegen Elefanten

Die großen Rüsseltiere sind eine Landplage für die Bauern im nördlichen Simbabwe. Um sich ihrer zu erwehren, greifen die Farmer nun zu ungewöhnlichen Mitteln

Wer einen wilden Elefanten aufhalten will, denkt an vieles - doch wohl kaum an das Mittel, das die Biologen Loki Osborn und Guy Parker vom Mid-Zambezi Elephant Project empfehlen.

Es ist bereits vieles versucht worden, um die ungestümen

Besucher von Afrikas Feldern und Gemüsebeeten zu vertreiben. Um die Ernteschäden einzudämmen, die sich allein in Botswana auf jährlich eine Million Euro belaufen, wurden Scharfschützen beordert, Stachel- und Elektrozäune errichtet, Feuer entfacht und die Buschtrommeln geschlagen.

Alles vergebens: zu teuer, zu ineffizient, zu aufwendig, zu gefährlich oder allzu drakonisch gegenüber den Großsäugern, die schließlich aus der Not immer kleiner werdender Lebensräume heraus die Savanne verlassen und in bestellten Feldern wildern. Immerhin haben die Feuerversuche letztlich auf einen Weg zur Lösung des Problems geführt.

Osborn und Parker hatten nämlich beobachtet, dass brennende Chili-Schoten den gewünschten Effekt bei den Elefanten erzielten. Nachforschungen der Wissenschaftler ergaben, dass die scharfen Paprikapflanzen auch dann ihre Wirkung tun, wenn man sie nicht verbrennt - Elefanten mögen es einfach nicht scharf.

Seither pflanzen die Bauern der Gegend statt Baumwolle vermehrt Chili an und haben, heißt es, keine Probleme mehr mit den Dickhäutern.

Und da die Farmer das Chili-Gewürz werbeträchtig in Form von "elephant chili sauce" verkaufen können, ergibt diese ungewöhnliche Elefantenabwehr auch in wirtschaftlicher Hinsicht einen Sinn.

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GEO Nr. 05/97
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