Porträt: Der Mann hinter den Bildern

Mit spezieller Software und einem Schuss Fantasie erweckt Kees Veenenbos die Mars-Daten der NASA zum Leben. Das Ergebnis begeistert Mars-Fans und NASA-Experten gleichermaßen
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Nach Feierabend reist Kees Veenenbos auf den Mars. Jedem Krater, jeder Biegung eines Grabens spürt er nach, jedem Schlagschatten, schwelgt in Farbnuancen. Und macht Bilder.

Seit fünf Jahren beschäftigt sich der Apeldoorner in seiner Freizeit mit der Visualisierung von topographischen Daten. Mit einer speziellen Software stellte er zunächst Erdformationen auf der Erde - etwa den Grand Canyon - bildlich dar, bevor er sich dem roten Planeten zuwandte.

Die Datenbasis im Internet Für seine Mars-Bilder benutzt Kees Veenenbos die öffentlich zugänglichen Daten, die von der NASA zur Verfügung gestellt werden. Seit 1997 umkreist der "Mars Global Surveyor" den roten Planeten. Das Mars Orbiter Laser Altimeter (MOLA) an Bord misst und kartografiert bei jeder Umrundung die Höhenunterschiede auf der Planetenoberfläche. Details bis zu einer Größe von 600 Metern kann das Instrument abbilden.

Vom Datensatz zum Bild Veenenbos wählt einen passenden Landschaftsausschnitt, eine interessante Perspektive, Sonnenstand, Lichtverhältnisse, Farben und Wasserstand. Wasserstand? Richtig, denn Veenenbos glaubt - wie die Forscher der NASA und der ESA - dass es auf dem Planeten Wasser gibt. Oder zumindest einmal gab.

Internationales Interesse So sind seine Bilder immer auch eine Vision: So könnte es ausgesehen haben auf dem Planeten. Oder so könnte es in ferner Zukunft aussehen. Für Mars-Fans ist die Homepage von Veenenbos eine wahre Fundgrube. Denn in dieser Qualität gibt es bislang keine Fotos vom vierten Planeten unseres Sonnensystems. Aber auch Experten zeigen Interesse: So stellte Veenenbos seine Arbeiten auch auf der ersten und dem zweiten Versammlung der Internationalen Mars-Gesellschaft in Paris und in Rotterdam vor.

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