Raumfahrt: Zum Mars - Mission Impossible?

Bei einem Flug zum Roten Planeten wären Astronauten erheblicher Strahlung ausgesetzt. Scheitert daran der ambitionierte Plan einer bemannten Expedition?

Nie war das öffentliche Interesse an der Raumfahrt größer als in den 1960er Jahren - zur Zeit der Flüge, die Menschen ins All und zum Erdtrabanten brachten. Eine bemannte Mission zum Mars könnte, so hofft die NASA, an diese goldene Ära anknüpfen und der US-Luft- und Raumfahrtbehörde wieder ein üppiges Budget sichern.

Die Probleme aber türmen sich fast unüberwindbar hoch auf. Selbst wenn es gelänge, die 25 bis 50 Milliarden Euro aufzutreiben, die der Flug kosten würde, und alle technischen Schwierigkeiten ausgeräumt wären, um Menschen zum Roten Planeten zu bringen: Die Strahlung, der die Astronauten im All ausgesetzt wären, stellt ein unkalkulierbares Risiko für deren Leib und Leben dar.

Wissenschaftler des NASA-Strahlungs-Simulationslabors in Brookhaven im US-Bundesstaat New York schätzen, dass die Raumfahrer in der veranschlagten Flugzeit von zweieinhalb Jahren eine Dosis von 1300 Millisievert abbekämen. Auf der Erde sammelt ein Mensch erst im Lauf von 400 Jahren so viel Strahlenbelastung an; selbst für Mitarbeiter von deutschen Kernkraftwerken liegt die jährlich zulässige Durchschnittsdosis bei 20 Millisievert.

Zudem treffen im Weltall wesentlich härtere Strahlen auf den Körper als auf der Erde, weil die Atmosphäre die Teilchen absorbiert oder das Magnetfeld sie ablenkt. Vermutlich würden während der Marsreise alle Zellen des Nervensystems eines Menschen von einem "schweren", energiereichen Ion verletzt - für den Organismus ein kaum reparabler Schaden.

Schutz böte allenfalls ein Mantel aus Beton oder Blei um das Raumfahrzeug. Diese Materialien aber sind so schwer, dass eine Mars-Mission spätestens dann wegen technischer und finanzieller Probleme scheitern würde.

Alle GEOSKOPE aus dem Magazin 2/04

Meeresbiologie: Die Wanderungen der Sardinen
Meeresbiologie: Die Wanderungen der Sardinen
Jedes Jahr wandern riesige Schwärme von Sardinen vor der Ostküste Südafrikas nach Norden, verfolgt von einer Karawane hungriger Räuber.Mit Fotoshow
GEOlino Buchtipps zum Lesen
Klimatologie: Wasserstand auf der Leinwand
Venedig versinkt im Schlamm der Lagune - aber wie schnell? Auf der Suche nach Informationen wurden Klimaforscher bei "Alten Meistern" fündig
GEOlino Buchtipps zum Lesen
Umwelt: Feder-Fresser
Mit Bakterien und Enzymen lassen sich Geflügelfedern umweltfreundlich aufbereiten
GEOlino Buchtipps zum Lesen
Paläontologie: Der Saurier mit zwei Gesichtern
Ein Aachener Spezialist rekonstruierte den einzigen Reptilienfund aus dem Erdmittelalter der Eifel - in zwei Varianten
GEOlino Buchtipps zum Lesen
Ökologie: Der grüne Schrecken aus Fernost
Eine Pflanze wuchert ungebremst im Südosten der USA. Vor über 100 Jahren war sie aus Asien importiert worden
e2efd8dfa4107c0953c150691d408426
GEO Nr. 05/97
GEO.de Newsletter