GEO WISSEN: Weltraum-Umfrage

Erstaunliches förderte eine Allensbach-Umfrage zum Thema Weltraum zu Tage: Die meisten Deutschen glauben den Physikern nicht. Und die Rente ist ihnen wichtiger als aufwändige Raumfahrtprojekte

Unter Astrophysikern gilt seit einigen Jahren als ausgemacht, dass das Weltall durch eine gewaltigen Explosion aus dem Nichts entstand. Doch bei der Vermittlung der Urknall-Theorie haben sie Probleme: Nicht einmal jeder fünfte Deutsche (18,3 Prozent) stimmt dieser Ansicht zu. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Allensbach-Instituts mit 2157 Befragten. Für wahrscheinlicher halten es immerhin 25,8 Prozent der Befragten, dass das Universum nur eines von vielen ist, die immer wieder neu enstehen - eine im Kern buddhistische/hinduistische Auffassung. Oder sie halten es für ewig (20,2 Prozent). Allein unter den 16- bis 19-Jährigen beginnt sich die Auffassung vom Urknall aus dem Nichts durchzusetzen, immerhin 26 Prozent von ihnen neigen dieser Ansicht zu. Anders bei den über 60-Jährigen: Sie sind überproportional der Meinung, dass die Bibel wortwörtlich recht hat und Gott Himmel und Erde in sechs Tagen erschaffen hat (21 Prozent, gegenüber 12,8 Prozent in der Gesamtbevölkerung).

e0c178e476699198c52dd25b9a181148

Für Astrophysiker ist die kosmische Hintergrundstrahlung ein Nachhall des "Big Bang"

Lesen Sie dazu auch:

Gefahren aus dem All?

Die Erde ist den verschiedensten Einflüssen aus den Tiefen des Weltraums ausgesetzt. Doch die meisten der Befragten bleiben auf dem Teppich: So ist die größte Angst der Deutschen offenbar, durch die UV-Strahlung der Sonne an Krebs zu erkranken (36 Prozent). Darunter sind deutlich mehr Frauen (41,8 Prozent) als Männer (29,6 Prozent). Und immerhin noch 18,5 Prozent der Befragten haben die Befürchtung, dass ein Komet auf der Erde einschlägt und sie verwüstet. Vor astrologisch angeblich ungünstigen Konstellationen der Planeten (2,8 Prozent) oder feindlich gesinnten Außerirdischen (2,1 Prozent) hat nur eine Minderheit Furcht. Ohnehin fühlt sich fast jeder zweite Deutsche auf seinem Heimatplaneten generell sicher vor Gefahren aus dem All (45,9 Prozent).

Deutsche sind Mars-Muffel

Von einer Begeisterung für eine von den reichen Industrieländern gemeinsam finanzierte bemannte Mars-Mission ist nur wenig zu spüren. Drei Viertel aller Deutschen halten nichts davon (75,9 Prozent). Gefragt, für was das Geld besser eingesetzt werden sollte, nennen 61,8 Prozent die "Sicherung der Renten", 60,4 Prozent das "Bildungssystem" und 55,6 Prozent die "Entlastung der Krankenkassen". Dennoch, selbst einmal ins All fliegen und die Erde umrunden, würde immerhin jeder Neunte sehr gerne (11,2 Prozent). Und weitere 16,8 Prozent könnten sich das vielleicht auch vorstellen, darunter deutlich mehr Männer als Frauen (ja: 14,9 Prozent Männer, 7,9 Prozent Frauen). Doch zu teuer darf der Trip selbst für die Enthusiasten nicht werden: Nur 15 Prozent würden dafür mehr als 5000 Euro ausgeben wollen.

GEO.de Newsletter