Kosmischer Crash: Kollisionen von Galaxien

Wenn sich Galaxien in die Quere kommen, verändern sie nicht nur ihre Form - es entstehen auch Millionen neue Sterne. Und auch die Milchstraße ist auf Kollisionskurs

Galaxien sind keine isolierten Welteninseln. Vielmehr fliegen sie oftmals nah aneinander vorbei oder kollidieren sogar. Solche Wechselwirkungen haben einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung einer Galaxie:Erstens stört der Einfluss einer zweiten Galaxie das Gefüge der dünn verteilten interstellaren Materie. Sie verwirbelt sich und bildet mancherorts dichte Wolken, in denen sich in großer Zahl neue Sterne bilden. Wahrscheinlich sind auch die Bildung unserer Sonne und ihrer Planeten auf die Wechselwirkung mit einer anderen Galaxie zurückzuführen.

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Eine Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops von zwei wechselwirkenden Galaxien

An der Form erkennt man die Unfallopfer unter den Galaxien

Zweitens nehmen Kollisionen und Verschmelzungen von Galaxien dramatischen Einfluss auf deren Erscheinungsbild. So wissen die Astrophysiker inzwischen, dass die rundlichen, so genannten elliptischen Galaxien aus der Verschmelzung jeweils zweier oder mehrerer Spiralgalaxien hervorgehen.

Die Milchstraße auf Kollisionskurs Auch dem Milchstraßensystem steht solch ein Ereignis bevor. Bereits heute kommt uns die Andromeda-Galaxie jede Sekunde 120 Kilometer näher. Doch da sie noch über zwei Millionen Lichtjahre entfernt ist, dauert es noch etwa fünf Milliarden Jahre bis zum großen Crash. Am Astrophysikalischen Institut Potsdam erforschen Matthias Steinmetz und seine Mitarbeiter solche Vorgänge. Dabei interessieren sie sich am meisten für das vergangene und zukünftige Schicksal unserer Heimatgalaxie.

Planetensysteme bleiben ungestört

Wenn Galaxien kollidieren, prallen die interstellaren Gaswolken zwar mit voller Wucht aufeinander und bringen massenhaft neue Sterne hervor. Die Abermilliarden Sterne selbst fliegen aber ungehindert aneinander vorbei. Der weite interstellare Raum lässt sogar genug Platz, dass auch die Planetensysteme um die Sterne unbeinflusst bleiben.

Zusammenprall in fünf Milliarden Jahren Wenn es zur Kollision mit der Andromeda-Galaxie kommt, müssen wir also nicht fürchten, dass uns die Sonne abhanden kommt. Doch das ist nur ein schwacher Trost. Denn in fünf Milliarden Jahren hat sich die Sonne bereits zu einem Roten Riesen aufgebläht. Dann wird es auf der Erde so heiß, das die Ozeane kochen und alle Lebewesen sterben müssen.

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