Kurz und gut: Das GEOkompakt-Glossar Nr. 1

Wie war das noch gleich? Auf diesen Seiten werden in alphabetischer Reihenfolge wichtige Fachbegriffe zu den Themen dieses Hefts erklärt
In diesem Artikel
A-C
E-F
G-J
K-N
O-R
S-U
V-Z

A-C

Aminosäuren

Organische Verbindungen, die eine Carboxylgruppe (-COOH) und eine Aminogruppe (-NH2) enthalten. Aufgrund dieser Endgruppen verbinden sie sich miteinander leicht zu Aminosäureketten, den Peptiden und Proteinen.

Archaebakterien

Gruppe von Bakterien, die sich von den "klassischen" Vertretern, den Eubakterien (Echten Bakterien), in wesentlichen Merkmalen unterscheiden. Markante Unterschiede bestehen etwa im Bau der Zellwände, im Stoffwechsel und in der Struktur der RNS in den Ribosomen, den Eiweißfabriken der Zellen. Viele Archaebakterien besiedeln extreme Lebensräume wie heiße Quellen oder Salzseen.

Asteroiden (Kleinplaneten, Planetoiden)

Kleine Himmelskörper, die sich wie Planeten um die Sonne bewegen. Ihre Bahnen liegen überwiegend zwischen denen von Mars und Jupiter im "Asteroidengürtel". Durch Störungen aus ihrer herkömmlichen Bahn geworfen, gelangen immer wieder Asteroiden in die Nähe der Erde. Im Laufe der Erdgeschichte ist es dabei zu zahlreichen, teils verheerenden Kollisionen gekommen.

Asthenosphäre

Plastisch reagierende Zone im Oberen Erdmantel, auf der die Lithosphären-Platten gleiten.

Atmosphäre

1. Die Lufthülle der Erde, allgemein die gasförmige Hülle eines Himmelskörpers. Die Erdatmosphäre besteht in der Nähe der Erdoberfläche aus 78 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Sauerstoff sowie geringen Mengen von Wasserdampf, Argon, Kohlen-dioxid und anderen Gasen. 2. Einheit des Drucks. Eine Atmosphäre (atm) entspricht dem mittleren Luftdruck auf Meereshöhe oder dem Druck, den eine 760 Millimeter hohe Quecksilbersäule ausübt. Eine Atmosphäre ist nahezu identisch mit einem Bar: 1 Atmosphäre = 1,0133 Bar. Offiziell gilt in der Bundesrepublik Deutschland seit 1978 die Einheit Pascal (1 Atmosphäre = 101325 Pascal); aus Gründen der Anschaulichkeit wird in diesem Heft jedoch die alte Einheit benutzt.

Äußerer Kern siehe Erdkern

Bakterien

Einzellige Organismen ohne Zellkern. Mikrobiologen unterscheiden zwei große Gruppen: Archaebakterien und Eubakterien (Echte Bakterien).

Basaltgestein

Feinkörniges dunkles magmatisches Gestein. Basalt bildet sich an der Erdoberfläche bei Vulkanausbrüchen.

Biofilm-Theorie

Theorie zur Entstehung des Lebens. Nach Überlegungen des Münchner Chemikers Günter Wächtershäuser entwickelten sich an Kristalloberflächen von Pyrit (Eisensulfid) in Vulkanzonen in den Ozeanen aus einfachen organischen Molekülen allmählich immer kompliziertere und überzogen die Kristalle als dünnes Häutchen (Biofilm).

Biosphäre

Der von Lebewesen besiedelte Teil der Erde. Die Biosphäre umfasst eine relativ dünne Schicht der Lithosphäre sowie die Meere und Binnengewässer.

Black Smoker (Schwarze Raucher)

Schornsteinartige Gebilde, aus denen am Boden der Tiefsee heißes, durch Verbindungen von Metallen und Schwefel (Metallsulfide) dunkel gefärbtes Wasser dringt. Bevor das heiße Wasser an die Oberfläche tritt, sind die Metallsulfide gelöst, doch beim Kontakt mit dem kalten Meerwasser werden sie ausgefällt. Die Sulfide bilden die meterhohen Schlote.

In feiner Verteilung verwandeln sie das austretende Wasser in düstere Schwaden.

Chondrite

Millimeter- bis erbsengroße Kügelchen, die den Hauptteil der meisten Meteoriten ausmachen. Die in eine Grundmasse eingebetteten Kügelchen bestehen aus verschiedenen Silikaten mit unterschiedlichen Gehalten an Nickeleisen. Die 4,5 Milliarden Jahre alten Chondriten gelten als Überbleibsel aus der Frühzeit des Planetensystems.

Chorda dorsalis (Rückensaite)

Elastischer Stab, der als Stützorgan den Körper von Chordatieren vom Kopf bis zum Schwanzende durchzieht; Vorläufer der Wirbelsäule. Zu den Chordatieren zählen auch die Wirbeltiere einschließlich des Menschen, der im frühembryonalen Stadium noch eine Chorda dorsalis besitzt.

Chromosomen

Stäbchenförmige, oft gekrümmte Gebilde im Zellinneren, die aus kompliziert gepackter Erbsubstanz (DNS) bestehen. Sämtliche Zellen von Eukaryoten enthalten in ihrem Kern eine für jede Tier- oder Pflanzenart typische Anzahl von Chromosomen, die normalerweise im Zellkern ein wirres Netzwerk bilden, aber bei jeder Zellteilung klar hervortreten.

Cyanobakterien (Blaualgen)

Zu den Eubakterien zählende Gruppe von Einzellern, die zur Photosynthese fähig sind. Wegen dieser Fähigkeit ursprünglich als Algen angesehen, werden sie, da sie keinen Zellkern haben, heute zu den Bakterien gerechnet. Manche Cyanobakterien besitzen neben dem zur Photosynthese erforderlichen grünen Farbstoff Chlorophyll einen blauen Farbstoff (Phycocyanin) - daher der ursprüngliche Name.

E-F

Deuterium

Schwerer Wasserstoff. Ein Deuterium-Atom ist etwa doppelt so schwer wie ein Atom von normalem Wasserstoff: Sein Kern enthält zusätzlich zu dem stets vorhandenen einzigen Proton ein Neutron. Etwa 0,015 Prozent des im Wasser gebundenen Wasserstoffs bestehen aus Deuterium.

DNS

In allen Lebewesen vorhandener Träger der genetischen Information in Form einer Doppelhelix. DNS (Abkürzung für Desoxyri-bo-nukleinsäure) besteht aus zwei Ketten von Nukleotiden, die über jeweils zwei komplementäre Nukleinsäurebasen miteinander verbunden sind. Die Reihenfolge, in der die Nukleinsäurebasen in den beiden Strängen aufeinander folgen, bestimmt den genetischen Code.

Drehimpuls

Physikalische Größe zum Verhalten rotierender Körper, insbesondere auch von Himmelskörpern. Der Drehimpuls entspricht am ehesten dem Schwung im allgemeinen Sprachgebrauch. Je mehr Masse in Drehung versetzt wird, je schneller dies geschieht und je weiter weg sich der Körper von der Drehachse befindet, desto größer ist der Drehimpuls.

Dunkelreaktion

Reaktionen der Photosynthese, die ohne Licht ablaufen. Während der Dunkelreaktion werden mithilfe der Energie aus der Lichtreaktion in einer Abfolge von Reaktionsschritten aus Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff (H) Kohlenhydrate aufgebaut.

Dunkelwolken

Verhältnismäßig dichte Ansammlungen interstellarer Materie. Die darin befindlichen Staubteilchen absorbieren das Licht von Sternen, die hinter ihnen liegen, sodass der Eindruck sternleerer Räume entsteht.

Eisensulfid

Verbindung von Eisen und Schwefel.

Eiszeit (Glazial)

Abschnitt der Erdgeschichte, in dem die Temperaturen auf der Erde so stark absanken, dass große Gebiete auch außerhalb der Polarregionen dauerhaft von Eismassen bedeckt waren.

Eiszeitalter

Erdgeschichtliche Periode, in der aufgrund starker Klimaschwankungen Eiszeiten und bedeutend wärmere Zwischeneiszeiten mehrfach miteinander wechselten.

Eiweißstoffe

siehe Proteine

Eizellen

Weibliche Keimzellen der zweigeschlechtlichen mehrzelligen Organismen.

Elektrizität

Sammelbezeichnung für alle Erscheinungen, die im Zusammenhang mit elektrischen Ladungen und den damit verbundenen elektrischen Feldern und Magnetfeldern auftreten. Die verschiedenen Erscheinungsformen der Elektrizität beruhen auf der Bewegung oder der Ansammlung von Ladungsteilchen, zum Beispiel Elektronen, die sich in Metallen frei bewegen können.

Elektromagnet

Ein von Strom durchflossener Leiter, der ein Magnetfeld erzeugt, z. B. eine Spule.

Elektron

Elektrisch negativ geladenes, kleines Elementarteilchen. In den Atomen bilden Elektronen eine Hülle um den Atomkern. Dabei entspricht die Anzahl der Elektronen jeweils der Anzahl der Protonen.

Endogene Kräfte

Kräfte, die aus dem Inneren der Erde heraus auf die Erdkruste einwirken. Angetrieben durch Wärmeenergie, führen diese Kräfte zur Bildung der Lithosphären-Platten und ihrer ständigen Bewegungen. Auswirkungen dieser Kräfte sind Vulkan-ausbrüche und Erdbeben, aber auch Hebungen und Senkungen der Erdoberfläche bis zur Bildung von Gebirgen und Tiefseegräben.

Endosymbiose

Zusammenleben von zwei verschiedenen Arten von Organismen zum gegenseitigen Nutzen, wobei der eine Partner innerhalb des Körpers des anderen lebt. So enthalten Korallen in ihrem Zellinneren einzellige Algen. Die Korallen bieten den Algen Schutz, diese wiederum liefern durch ihre Fähigkeit zur Photosynthese Nahrung. Nach der "Endosymbionten-Theorie" wird mit der Endosymbiose die Entstehung der Eukaryoten erklärt. Danach haben sich typische Bestandteile der Zellen von Eukaryoten, die Mitochondrien und - bei Pflanzen - die Chloroplasten, aus ursprünglich selbstständigen Bakterien entwickelt.

Enzyme

Proteine, die als Biokatalysatoren wirken. Enzyme beschleunigen biochemische Reaktionen oder machen sie überhaupt erst möglich. Dabei übt jedes Enzym nur eine ganz bestimmte Funktion aus. Fast alle Stoffwechselvorgänge, die in Lebewesen ablaufen, werden durch Enzyme katalysiert.

Erdbahnelemente

Merkmale der Erdbahn, die geringfügigen Schwankungen unterliegen. Nach Berechnungen des serbischen Mathematikers Milutin Milankovic (1879-1958) sollen leichte Veränderungen der Bahn der Erde um die Sonne, der Neigung ihrer Achse sowie deren Kreiselbewegung mit dem Kommen und Gehen der Eiszeiten in jüngster Erdvergangenheit in Zusammenhang stehen.

Erdbeben

Heftige Erschütterungen der Erdkruste oder des Oberen Erdmantels, meist durch Bewegungen der Lithosphären-Platten ausgelöst.

Erdbebenwellen

Vom Herd eines Erdbebens ausgehende Wellen, die von empfindlichen Instrumenten noch in großer Entfernung registriert werden können. Durch die Auswertung der Laufzeiten von Erdbebenwellen wurden entscheidende Erkenntnisse über den inneren Aufbau der Erde gewonnen.

Erdkern

Innerster Bereich der Erde. Der Erdkern besteht hauptsächlich aus Eisen und ist wiederum in einen festen Inneren und einen flüssigen Äußeren Kern unterteilt. Der Innere Kern reicht vom Erdmittelpunkt in 6230 Kilometer Tiefe bis etwa 5100 Kilometer Tiefe, der Äußere von dort bis 2900 Kilometer unterhalb der Erdoberfläche.

Erdkruste

Äußere Erdschale. Geowissenschaftler unterscheiden kontinentale Kruste und ozeanische Kruste.

Erdmantel

Die unter der Erdkruste gelegene Erdschale. Der Erdmantel reicht bis in etwa 2900 Kilometer Tiefe. Er besteht größtenteils aus Silikaten.

Erdrotation

Die Drehung der Erde um ihre Achse. Die Rotation von West nach Ost bewirkt den regelmäßigen Wechsel von Tag und Nacht.

Erosion

Abtragung von Bodenmaterial und lockerem Gestein durch fließendes Wasser, Wind, Gletscher oder die Tätigkeit der Wellen.

Erz

Gestein mit einem so hohen Anteil metallhaltiger Minerale, dass der Abbau lohnt.

Eubakterien (Echte Bakterien)

Hauptgruppe der Bakterien.

Als entscheidendes Merkmal zur Abgrenzung gegen Archaebakterien gilt die Struktur der RNS in den Ribosomen, den Eiweiß-fabriken der Zellen.

Eukaryoten

Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern besitzen. Zu ihnen -zählen sämtliche Organismen mit Ausnahme der Bakterien.

Exogene Kräfte

Kräfte, die von außen her auf die Erdkruste einwirken. Wichtigste exogene Kraftquelle ist die Sonne, die durch ihre Strahlung die Luftbewegungen und den Wasserkreislauf antreibt. Die Folgen sind Verwitterung, Abtragung und Ablagerung der Verwitterungsprodukte und schließlich die Bildung neuer Sedimentgesteine. Zu den exogenen Kräften zählen auch die Gezeiten.

G-J

Galaxie

Ein unserer Milchstraße ähnliches Sternsystem von meist Milliarden Sternen und großen Mengen interstellarer Materie. Viele Galaxien haben die Form von scheibenförmigen Spiralen, andere sind elliptisch, linsenförmig oder irregulär.

Geodynamo

Modell der Erde, um ihr Magnetfeld zu erklären. Danach wirken Konvektionsströme im flüssigen Eisen des Äußeren Erdkerns wie Spulen, durch die Strom fließt und die dadurch das irdische Magnetfeld erzeugen.

Geoid

Auf ungleichmäßiger Massenverteilung im Erdinneren beruhende, leicht unregelmäßige Figur der Erde. Das Geoid, auf das sich alle geodätischen Höhenangaben beziehen, wird in den von Meer bedeckten Gebieten durch die jeweils mittlere Höhe des Meeresspiegels bestimmt, auf den Kontinenten durch einen aus Schweremessungen errechneten fiktiven Meeresspiegel.

Gestein

Gemenge aus Mineralen, aber auch aus anderen Gesteinen oder Resten von Organismen. Gesteine bilden die Erdkruste und den Erdmantel. Sie kommen aber auch außerhalb der Erde vor, so als Mond- oder Marsgestein. Geowissenschaftler unterscheiden drei große Gruppen: magmatische Gesteine, Sedimentgesteine und metamorphe Gesteine.

Gneis

Verbreitetes metamorphes Gestein. Typisch ist eine nur grobe Schieferung, eine lagenweise Trennung hell gefärbter und dunkler Minerale. Gneise entstehen sowohl aus Sedimentgesteinen als auch aus magmatischen Gesteinen.

Geosphäre

Erdhülle - der Raum, in dem sich Lithosphäre, Hydrosphäre und Atmosphäre berühren und durchdringen. Mit Leben erfüllt, erstreckt sich innerhalb der Geosphäre die Biosphäre.

Granit

Grobkörniges, überwiegend helles magmatisches Gestein. Granit entsteht aus Magma einige Kilometer unter der Erdoberfläche durch langsames Abkühlen in einer Magmakammer.

Gravitation (Schwerkraft)

Die Kraft, die zwei oder mehrere Körper aufgrund ihrer Masse aufeinander ausüben. Durch diese Kraft ziehen die Körper einander an.

Gravitationsgesetz

Das von dem englischen Gelehrten Isaac Newton (1643-1727) aufgestellte physikalische Gesetz zum Berechnen der Kraft, mit der sich zwei Körper gegenseitig anziehen. In Worten bedeutet das Gravitationsgesetz: Zwei Körper ziehen sich mit einer Kraft an, die dem Produkt ihrer Massen proportional und dem Quadrat ihres Abstandes voneinander umgekehrt proportional ist.

Helium

Edelgas, leichtestes chemisches Element nach dem Wasserstoff. In der irdischen Atmosphäre und der Erdkruste ist es sehr selten, im Universum aber das zweithäufigste Element (nach dem Wasserstoff).

Horizontalverschiebung

Horizontale Verschiebung von zwei Gesteinspaketen oder größeren Teilen der Erdkruste, die sich entlang einer mehr oder weniger vertikalen Fläche in gegensätzlicher Richtung bewegen. Bekanntes Beipiel ist die San-Andreas-Verwerfung in Kalifornien, wo zwei Lithosphären-Platten aneinander entlangschrammen. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben.

Hot Spot

"Heiße Stelle" im Oberen Erdmantel, die darüber zu starkem, über Millionen Jahre anhaltendem Vulkanismus führen kann. Nach Meinung vieler Experten werden Hot Spots durch Plumes (Zufuhrkanäle) gespeist, die an dieser Stelle bis tief in den Unteren Mantel reichen. Während Hot Spots ortsstabil sind, bewegen sich die Lithosphären-Platten darüber hinweg und tragen die entstandenen Vulkane einen nach dem anderen mit sich fort. Berühmtestes Beispiel für eine so entstandene Vulkankette sind die Hawaii-Inseln mit den anschließenden Emperor-Seamounts im nordwestlichen Pazifik.

Hydrosphäre

Das gesamte Wasser auf der Erde: Meere, Binnengewässer, Grundwasser sowie das in der Atmosphäre vorhandene und das im Gletschereis gebundene Wasser. Für Untersuchungen über das Klima wird das Eis als Kryosphäre abgetrennt.

Hydrothermalquelle

Stelle, an der heißes Wasser aus der Erde dringt.

Infrarot-Teleskope

Teleskope, die anstelle von sichtbarem Licht unsichtbare Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) aufnehmen. Zahlreiche Objekte am Himmel, zum Beispiel kollidierende Galaxien und protoplanetare Scheiben, strahlen stark im infraroten Bereich, sodass mit solchen Teleskopen Strukturen von Himmelsobjekten untersucht werden können, die mit normalen Teleskopen nicht zu erkennen sind.

Innerer Kern

siehe Erdkern

Interstellares Gas

Gas innerhalb der Galaxien, das eine sehr geringe Dichte von nur wenigen Atomen pro Kubikzentimeter hat. Interstellares Gas besteht hauptsächlich aus Wasserstoff, Helium und geringen Mengen schwererer Gase.

Isotope

Atomarten ein und desselben chemischen Elements, die sich durch ihre Massen unterscheiden. Die Atomkerne von Isotopen eines bestimmten Elements enthalten jeweils dieselbe Anzahl von Protonen, jedoch eine unterschiedliche Anzahl von Neutronen. Die Isotope eines Elements zeigen weitgehend dieselben chemischen Reaktionen, können jedoch aufgrund der unterschiedlichen Massen mit physikalischen Methoden voneinander getrennt werden. Deuterium ist zum Beispiel ein Isotop von Wasserstoff.

Jets

Im astronomischen Sinne Fontänen aus heißem Plasma, die beidseitig aus einer protoplanetaren Scheibe hervorschießen. Jets entstehen bei der Bildung von Sternen und wenn Materie in das zentrale Schwarze Loch einer Galaxie einströmt.

Jungfernzeugung (Parthenogenese, eingeschlechtliche Fortpflanzung)

Eine Art der Fortpflanzung, bei der aus unbefruchteten Eizellen Nachkommen hervorgehen. Durch Jungfernzeugung vermehren sich zum Beispiel zeitweise die Blattläuse.

K-N

Kalkstein

Überwiegend aus Kalziumkarbonat (CaCO3) bestehendes, weit verbreitetes Sedimentgestein.

Katalysator

Stoff, der chemische Reaktionen beschleunigt, ohne selbst dabei verbraucht zu werden.

Keimzellen (Geschlechtszellen)

Männliche und weibliche Zellen, die alle genetischen Informationen (Erbsubstanz) als einfachen Chromosomensatz enthalten und bei der Befruchtung miteinander verschmelzen.

Klima

Durchschnittliches Wetter in einem bestimmten Gebiet innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Im Gegensatz zum kurzfristig wirkenden Wetter wird das Klima - insbesondere über sehr lange Zeiträume betrachtet - nicht allein von der Sonne und ihren Auswirkungen in der irdischen Atmosphäre bestimmt, sondern auch durch vielfältige Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Geosphäre, Hydrosphäre, Kryosphäre und Biosphäre der Erde. Dazu kommen so genannte externe Faktoren, zu denen starke Vulkanausbrüche und die Einschläge großer Asteroiden oder Kometen zählen.

Kohlenhydrate

Große Gruppe von Naturstoffen, zu der die verschiedenen Zuckerarten, Stärke und Zellulose gehören. Ihre Namen haben die Kohlenhydrate von der inzwischen überholten Vorstellung, dass es sich chemisch um Hydrate, Verbindungen des Kohlenstoffs mit Wasser, handelt.

Kometen (Haarsterne, Schweifsterne)

In unregelmäßigen Zeitabständen auftauchende Himmelskörper mit einem leuchtenden Schweif. Bis zu mehrere hundert Kilometer große Brocken aus Eis und anderen leicht flüchtigen gefrorenen Substanzen sowie aus festen, meteoritenähnlichen Bestandteilen dringen aus ihren regulären Bahnen in der Oortschen Wolke oder dem Kuiper-Gürtel in das Planetensystem ein. Auffällig werden die kleinen Himmelskörper erst, wenn sie sich der Sonne so weit genähert haben, dass ein Teil der gefrorenen Substanzen verdampft. Es bildet sich eine als Koma bezeichnete Hülle aus Gas- und Staubteilchen, in der sich das Sonnenlicht fängt. Unter dem Druck von Sonnenwind und Sonnenlicht verformt sich die Koma zu einem Millionen Kilometer langen Schweif, der stets von der Sonne wegzeigt.

Kontinent

Große zusammenhängende Landmasse einschließlich des von relativ flachem Meer bedeckten zugehörigen Kontinentalsockels und des zur Tiefsee abfallenden Kontinentalhanges.

Kontinentale Kruste

Erdkruste unter den Kontinenten und den flachen Schelfmeeren. Sie ist im allgemeinen 30 bis 40 Kilometer und unter Hochgebirgen bis zu 70 Kilometer dick.

Konvektion

Transport durch Strömung. Heißeres Material im Erdkern zum Beispiel steigt wegen seiner geringeren Dichte auf, während kühleres und damit dichteres absinkt.

Konvektionswalzen

Durch Dichteunterschiede und die Rotation der Erde entstehen diese walzenartigen Strömungen, die Wärmeenergie aus dem festen Inneren Kern in den Äußeren Kern ableiten. Sie bewegen sich etwa parallel zur Erdachse.

Körperzellen

Alle Zellen eines Organismus außer den zur Fortpflanzung bestimmten Geschlechts- oder Keimzellen.

Kraftlinien

Linien, die in einem Kraftfeld Stärke und Richtung der Kraft an jedem Punkt angeben. Die Kraftlinien in einem Magnetfeld sind gut sichtbar zu machen durch einen Stabmagneten, der unter einem Blatt Papier liegt: Auf das Blatt geschüttete Eisenfeilspäne ordnen sich in Linien an, die im Bogen von Pol zu Pol führen.

Kristall

Einheitlich zusammengesetzter Festkörper, dessen Bausteine eine regelmäßige Gitterstruktur bilden.

Kryosphäre

Das gesamte Eis einschließlich Schnee auf der Erde. Wegen der starken Reflexion der Sonnenstrahlung durch Eis- und Schneeflächen wirken sich Veränderungen der Kryosphäre besonders stark auf das Klima aus.

Kuiper-Gürtel

Eine jenseits der äußersten Planeten-Bahn liegende Region, in der zahllose Kerne von Kometen die Sonne umkreisen. Sie ist nach dem niederländisch-amerikanischen Astronomen Gerard Peter Kuiper (1905-1973) benannt.

Lava

Geschmolzenes Gestein aus dem Erdinneren. Magma, das bei Vulkanausbrüchen ausfließt, wird, sobald es die Erdoberfläche erreicht, Lava genannt. Beim Abkühlen entstehen aus der Schmelze vulkanische Gesteine.

Lichtreaktion

Der lichtabhängige Teil der sehr komplexen Vorgänge der Photosynthese. Während der Lichtreaktion wird die Energie des Sonnenlichts in chemische Energie umgewandelt, Wasser gespalten und dadurch Sauerstoff produziert.

Lithosphäre

Der oberste Bereich der festen Erde. Die Lithosphäre besteht aus der Erdkruste und dem obersten Erdmantel.

Lithosphären-Platten

Die beweglichen Platten, welche die äußere Hülle der Erde bilden. Sie gleiten mit einer Geschwindigkeit von wenigen Zentimetern pro Jahr dahin und prägen insbesondere bei Kollisionen miteinander maßgeblich die Oberfläche der Erde.

Magma

Geschmolzenes Gestein im Erd-inneren. Beim Abkühlen entstehen aus der Schmelze magmatische Gesteine.

Magmatische Gesteine

Aus abgekühltem Magma entstandene Gesteine. Nach dem Ausstoß der Schmelze aus Vulkanen bilden sich an der Erdoberfläche bei relativ rascher Abkühlung vulkanische Gesteine (Vulkanite). In unterirdischen Magmakammern hingegen entstehen bei weitaus langsamerem Erkalten die gröber kristallisierten Tiefengesteine (Plutonite). Das häufigste vulkanische Gestein ist Basalt, das häufigste Tiefengestein Granit.

Magnetfeld

Region, in der magnetische Kräfte wirken. Magnetfelder entstehen durch elektrischen Strom und durch zeitlich veränderliche elektrische Felder. Sie sind im Universum wie in der modernen Technik weit verbreitet.

Magnetsturm

Starke Störung des Magnetfeldes der Erde durch einen Strahlungsausbruch (Eruption) auf der Sonne.

Mantelgestein

Gestein des Erdmantels. Mantelgestein ist im Durchschnitt schwerer als die Gesteine der Erdkruste und weist weitaus geringere Varia-tionen auf. Der Obere Erdmantel besteht überwiegend aus meist grünlichem Peridotit mit Olivin als Hauptmineral. Mit zunehmender Tiefe ändert sich kaum etwas in der chemischen Zusammen-setzung des Mantelgesteins, doch kristallisiert es unter dem wachsenden Druck um zu dichteren Mineralen.

Mantel-Plume

siehe Plume

Meereis-Theorie

Theorie zur Entstehung des Lebens. Dem Hamburger Phy-siker Hauke Trinks zufolge könnte sich Leben zuerst in Meereis entwickelt haben, dessen poröse Struktur dafür ideale Bedingungen geboten habe.

Meiose

Zellteilung zur Bildung von Keimzellen. Bei der Meiose wird der normalerweise doppelte Chromosomensatz halbiert. Die volle Chromosomenzahl wird wieder hergestellt, wenn bei der Befruchtung die Kerne zweier Geschlechtszellen miteinander verschmelzen.

Metamorphe Gesteine

Gesteine, deren ursprünglicher Mineralbestand und deren Struktur durch hohe Temperaturen und Drücke umgewandelt worden sind. Die meisten metamorphen Gesteine sind aus magmatischen Gesteinen oder Sedimentgesteinen dadurch entstanden, dass diese im Laufe von plattentektonischen Bewegungen zeitweise in zehn oder mehr Kilometer Tiefe versenkt waren. Ein geringer Teil der metamorphen Gesteine war in der Nähe von Magmakammern hohen Temperaturen ausgesetzt.

Metazoa (tierische Vielzeller)

Tierische Lebewesen, die im Gegensatz zu den Protoctista aus wenigstens zwei Schichten nicht gleichartiger Körperzellen bestehen.

Meteoriten

Kleine feste Körper aus Stein, Eisen oder beidem, die aus dem All zur Erde gefallen sind.

Milchstraße

Ursprünglich eine Bezeichnung für das schwach leuchtende Band aus zahllosen Sternen am nächtlichen Himmel; heute Kurzbezeichnung für das Milchstraßen-system (Galaxis), dem neben unserer Sonne 100 Milliarden weitere Sterne angehören. Die Milchstraße ist eine Spirale mit einem Durchmesser von etwa 100000 Lichtjahren und einer Dicke von 3500 Lichtjahren. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die Licht mit einer Geschwindigkeit von fast 300000 Kilometern pro Sekunde in einem Jahr zurücklegt.

Minerale (Mineralien)

In der klassischen Definition natürlich vorkommende, meist anorganische Substanzen, die einheitlich zusammengesetzt und kristallisiert sind. Die Kristalle können schon auf den ersten Blick erkennbar oder unsichtbar klein sein. In neuerer Zeit gelten als Minerale auch kristalline Substanzen, die bei technischen Schmelz- und Kristallisationsprozessen hergestellt werden, sowie Substanzen organischer Herkunft, die Kristalle bilden.

Mitochondrien

Organe innerhalb der Zellen ("Organellen") von Pflanzen, Tieren und Menschen, in denen aus Nahrungsstoffen Energie freigesetzt wird. Mitochondrien werden häufig als "Kraftwerke der Zelle" bezeichnet.

Mittelozeanischer Rücken

Teil eines untermeerischen Gebirgssystems, das sich über 65000 Kilometer durch die Ozeane zieht. Mittelozeanische Rücken markieren Grenzregionen, in denen zwischen zwei Lithosphären-Platten neue ozeanische Kruste gebildet wird. Typisches Merkmal ist ein 10 bis 50 Kilometer breiter Zentralgraben, in dem basaltische Lava die durch das Auseinanderweichen der Platten entstehenden Lücken füllt.

Mondperiode (Lunation)

Ablauf aller Mondphasen von einem Vollmond zum nächsten.

Mutation

Sprunghaft auftretende erbliche Veränderung.

Neutron

Elektrisch neutrales Elementarteilchen, das neben Protonen in unterschiedlicher Anzahl in den Kernen aller Atome außer normalem (leichtem) Wasserstoff enthalten ist.

Nukleinsäuren

Langkettige organische Substanzen, die aus vielen Nukleotiden zusammengesetzt sind. Sie kommen in den Zellen aller Lebewesen als doppelsträngige DNS und als einzelsträngige RNS vor. Manche Viren enthalten lediglich RNS.

Nukleinsäurebasen

Bestandteile der Nukleinsäuren. DNS und RNS enthalten jeweils vier verschiedene, sich vielfach wiederholende Nukleinsäurebasen.

Nukleotide

Bausteine der Nukleinsäuren, die jeweils eine Nukleinsäurebase, eine bestimmte Art von Zucker und eine Phosphorsäure-Verbindung enthalten.

O-R

Oortsche Wolke

Eine weit außerhalb der Planeten und des Kuiper-Gürtels liegende Region, in der Astronomen die ursprüngliche Heimat der meisten Kometen vermuten. Sie ist nach dem niederländischen Astronomen Jan Hendrik Oort (1900-1992) benannt.

Organische Moleküle

Stoffe, die quasi als Skelett Kohlenstoffatome enthalten. Wegen der Fähigkeit dieser Atome, sich zu Ketten und Ringen zusammenzuschließen, bildet Kohlenstoff wesentlich mehr chemische Verbindungen als alle anderen chemischen Elemente zusammen. Organisch werden diese Moleküle genannt, weil viele von ihnen entscheidende Funktionen in Lebewesen ausüben und Naturforscher anfangs der Meinung waren, es bedürfe einer besonderen Lebenskraft, sie zu erzeugen.

Ozeanische Kruste

Erdkruste unter der Tiefsee. Sie ist wesentlich dünner als die kontinentale Kruste: lediglich fünf bis zehn Kilometer dick.

P-Wellen

Erdbebenwellen, die nach einem Beben als Erste bei den Observatorien ankommen und daher -Primärwellen genannt werden. P-Wellen schwingen wie Schallwellen in der Richtung, in der sie sich fortpflanzen - das Gestein wird abwechselnd zusammen-geschoben und gestreckt.

Paläomagnetismus

In Gesteinen früherer erdgeschichtlicher Epochen eingeprägte Magnetisierung. Sie ermöglicht den Forschern, die Intensität und Richtung des Magnetfeldes zur Zeit der Magnetisierung zu rekonstruieren und daraus Erkenntnisse unter anderem über die ehemalige Lage der Kontinente zu gewinnen.

Panspermie-Theorie

Von dem schwedischen Physikochemiker und Nobelpreisträger Svante Arrhenius (1859-1927) aufgestellte Theorie zur Entstehung des Lebens auf der Erde. Danach kamen die ersten Lebewesen in Form von Bakterien-sporen aus dem All, etwa mit Meteoriten oder Kometen.

Peptide

Stoffe, die wie Proteine aus Aminosäuren aufgebaut sind, aber aus kürzeren Ketten bestehen. Ab einer Kettenlänge von 100 Aminosäuren spricht man von Proteinen.

Photosynthese

Prozess, bei dem Pflanzen, Algen und manche Bakterien die Energie des Lichts in chemische und damit für Lebewesen verwertbare Energie umwandeln. Dabei werden aus Kohlendioxid und Wasser mithilfe der Sonnenenergie energiereiche Kohlenhydrate aufgebaut. Der grüne Farbstoff Chlorophyll absorbiert das -Sonnenlicht. Als Nebenprodukt entsteht Sauerstoff. Von der durch Photosynthese gewonnenen Energie leben nicht nur die Erzeuger selbst, sondern auch die Tiere, die Pflanzen fressen oder Pflanzenfresser jagen - alle Organismen außer vielen Bakterien und wenigen Eukaryoten, die ihre Energie aus anderen Prozessen beziehen.

Planet

Um ein Zentralgestirn kreisender Himmelskörper, der nicht aus sich selbst heraus leuchtet, sondern lediglich das Licht dieses Gestirns zurückwirft. Um die Sonne kreisen die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto - wobei heute umstritten ist, ob es sich bei Pluto wirklich um einen Planeten handelt. Der alte Ausdruck "Wandelsterne" rührt daher, dass sich die Planeten wegen ihrer großen Nähe zur Erde viel schneller zu bewegen scheinen als die "Fixsterne".

Planetensystem

Aus einem zentralen Stern und mehreren Planeten, die diesen Stern umkreisen, bestehendes System.

Planetesimale

Kleinkörper in der Frühzeit unseres Planetensystems. Sie waren die Bausteine zur Bildung der Planeten.

Planetoiden

siehe Asteroiden

Plasma

1. Im physikalischen Sinne ein Gas, das ganz oder teilweise aus elektrisch geladenen Teilchen besteht. Der gelegentlich als vierter Aggregatzustand - neben fest, flüssig und gasförmig - bezeichnete Plasmazustand ist im Universum sehr weit verbreitet: Gut 99 Prozent der atomaren Materie befinden sich in diesem Zustand.

2. Im biologischen Sinne die Substanz in den Zellen, worin die Zellbestandteile (oder Zell-organellen) eingebettet sind. Häufig wird das Plasma des Zellkerns (Kernplasma) vom übrigen Plasma (Zellplasma) unterschieden.

Plattentektonik

Geowissenschaftliche Lehre, nach der die äußere Hülle der Erde aus Lithosphären-Platten besteht, die sich unablässig gegeneinander verschieben. Die in den 1960er Jahren entwickelte Theorie der Plattentektonik erklärt durch die Plattenbewegungen bis dahin rätselhafte Erscheinungen wie die Konzentration von Vulkanen oder Erdbeben in bestimmten Gebieten, die Bildung von Hochgebirgen und von Tiefseegräben.

Plume (Mantel-Plume)

Aufwärts führende Zone im Erdmantel, in der besonders heißes zähplastisches Gestein wie in einem weiten Schlot aufsteigt. Plumes (englisch: Feder, Federbusch, auch Rauchwolke) gelten als Zufuhrkanäle für Hot Spots.

Polarlicht

Leuchterscheinung hauptsächlich in der Nähe von Nord- und Südpol. Polarlichter entstehen in der oberen Atmosphäre, etwa 100 Kilometer über der Erdoberfläche, wenn elektrisch geladene Teilchen von der Sonne auf Sauerstoff- und Stickstoff-Moleküle treffen und diese zum Leuchten anregen.

Polumkehr

Umpolung des Magnetfeldes der Erde: Der magnetische Nordpol wird zum Südpol und umgekehrt. Eine Umpolung findet in unregelmäßigen Zeitabständen, im Durchschnitt alle paar hunderttausend Jahre aus noch ungeklärten Ursachen statt.

Prokaryoten (Prokaryonten)

Einzellige Lebewesen, die keinen echten Zellkern besitzen. Prokaryoten sind nur die Eubakterien und Archaebakterien.

Proteine (Eiweißstoffe)

Große komplexe Moleküle, die in der Chemie des Lebens eine Schlüsselrolle spielen. Die menschlichen Proteine bestehen aus 20 verschiedenen Aminosäuren, die in unterschiedlichster Zusammensetzung aufeinander folgen und so eine unübersehbare Vielfalt von Proteinen bilden.

Protoctista

Überwiegend einzellige Eukaryoten mit Merkmalen von Pflanzen, Tieren oder beiden. Zu den Protoc-tista zählen einzellige Urtierchen (Protozoen), Algen und niedere Pilze.

Proton

Elektrisch positiv geladenes Elementarteilchen, das den Kern des normalen (leichten) Wasserstoff-Atoms bildet. Protonen sind zusammen mit Neutronen die Bausteine für die Atome aller anderen Elemente.

Protoplanetare Scheibe

(Akkretionsscheibe)

Vorstufe zur Bildung eines Planetensystems. Um einen jungen Stern rotiert eine Gas- und Staubwolke in Form einer Scheibe.

Proto-Erde

Entwicklungsstadium der Erde zwischen einem Planetesimal und dem fertigen Planeten.

Proto-Sonne

Frühstadium in der Entwicklung der Sonne aus verdichteter interstellarer Materie.

Proto-Zelle

Hypothetischer Vorläufer lebender Zellen. Da schon die einfachsten Zellen ungeheuer komplex sind, suchen Forscher anhand stark vereinfachter Modelle zu rekonstruieren, wie es zur Entwicklung von Zellen gekommen sein könnte.

Radiation

Im biologischen Sinne die relativ schnelle Aufspaltung in mehrere neue Arten.

RNS

Nukleinsäure, die in den Zellen aller Lebewesen enthalten ist. Drei Arten von RNS (Abkürzung für Ribonukleinsäure) erfüllen unterschiedliche Aufgaben bei der Produktion von Eiweißstoffen.

Rotationsellipsoid

Geometrischer Körper, Spezialfall eines Ellipsoids. Als Ellipsoid bezeichnen Mathematiker einen rundlichen Körper mit drei aufeinander senkrecht stehenden Achsen, dessen Schnittflächen ausnahmslos Ellipsen oder Kreise bilden. Um ein Rotations-ellipsoid handelt es sich, wenn zwei der drei Achsen gleich lang sind. Die Erde mit ihrer an den Polen leicht abgeplatteten Form ist keine Kugel, die drei gleich lange Achsen hätte, sondern ein Rotationsellipsoid. Weitere Unregelmäßigkeiten werden in der Beschreibung der Erde als Geoid berücksichtigt.

Roter Riese

Ein in seinem Altersstadium bis zu 2000fachem Sonnendurchmesser aufgeblähter Stern. Wegen seiner relativ niedrigen Außentemperatur leuchtet er rot. Er hat im Zentrum seinen Brennstoffvorrat an Wasserstoff aufgebraucht und erzeugt aus Helium schwere Elemente.

Rotsedimente (red beds)

Auf den Kontinenten entstandene Sedimentgesteine, die hauptsächlich durch das Eisenoxid Hämatit (Fe2O3) rot gefärbt sind. Rotsedimente zählen zu den wichtigsten Klimazeugen der Erdgeschichte, da sie nur bei tropischem oder subtropischem Klima entstehen. Das Erscheinen der frühesten Rotsedimente vor rund 2,3 Milliarden Jahren führte zu dem Schluss, dass die Atmosphäre erst um diese Zeit mit dem zur Bildung von Hämatit erforderlichen Sauerstoff angereichert wurde.

S-U

S-Wellen

Erdbebenwellen, die nur gut halb so schnell durch die Erde laufen wie P-Wellen und deshalb später, als "Sekundärwellen", bei den seismologischen Observatorien ankommen. Anders als P-Wellen schwingen sie wie Wasserwellen

senkrecht zur Ausbreitungsrichtung.

Sauerstoff

Auf der Erde häufiges chemisches Element. Sauerstoff stellt nicht nur rund 21 Prozent der Erdatmosphäre, sondern ist auch in zahlreichen chemischen Verbindungen vorhanden. Mit Wasserstoff bildet er Wasser, mit Sili-zium und verschiedenen Metallen zahlreiche Minerale. Fast die Hälfte der Erdkruste besteht aus Sauerstoff. Unentbehrlich ist er für die meisten Lebewesen, um aus Nahrungsstoffen Energie zu gewinnen. Durch die Photosynthese wird der Vorrat in der Luft ständig erneuert.

Schalenstruktur

Aufbau der Erde aus Schalen, die um einen gemeinsamen Mittelpunkt angeordnet sind.

Schwerkraft siehe Gravitation

Seafloor Spreading

Das Auseinanderweichen der Lithosphären-Platten entlang der mittelozeanischen Rücken. In den sich ständig weitenden Spalten treten große Mengen Lava aus, die neue ozeanische Kruste bilden. Die Entdeckung des Sea-floor Spreading Anfang der 1960er Jahre war ein wichtiger Baustein für das umfassende geowissenschaftliche Konzept der Plattentektonik.

Sediment

Nicht verfestigtes Gesteinsmaterial, das durch Wind, Wasser, Eis, chemische oder biologische Vorgänge abgelagert worden ist. Der Begriff wird aber auch für verfestigte Sedimentgesteine gebraucht.

Sedimentgesteine

Gesteine, die aus Produkten der physikalischen und chemischen Verwitterung entstehen. Unter dem Einfluss von Wasser und Wind, Hitze und Kälte zerfallen Gesteine an der Erdoberfläche, und die Zersetzungsprodukte werden nach mehr oder weniger langem Transport abgelagert. Die daraus resultierenden Sedimentgesteine werden in zwei Gruppen unterteilt: klastische Sedimente aus Gesteinstrümmern sowie chemische und bio-gene Sedimente aus gelösten Substanzen, die durch chemi-sche und biochemische Reaktionen im Wasser ausgefällt worden sind.

Silikate

Große Gruppe von Mineralen, die meist neben Silizium und Sauerstoff verschiedene -Metalle enthalten. Silikate sind nicht nur die wichtigsten Bestandteile der Erdkruste und des Erdmantels, sondern auch auf dem Mond sowie auf den Planeten Merkur, Venus und Mars weit verbreitet. Das einfachste von etwa 600 -Silikaten ist Quarz (SiO2). Weitere Beispiele: Feldspat, Glimmer, Olivin.

Sonnenflecken

Dunkle Stellen auf der Sonne, deren Anzahl in elfjährigem Rhythmus schwankt. Sonnenflecken sind mit extrem starken örtlichen Magnetfeldern verbunden, die den Energiestrom zur Sonnenoberfläche behindern, wodurch die Temperatur in den betroffenen Regionen um bis zu 2000 Grad Celsius sinkt und dunkler erscheint.

Sonnensystem

Unser Planetensystem mit der Sonne im Zentrum.

Sonnenwind

Ein von der Sonne ausgehender ständiger Teilchenstrom, bestehend aus Protonen (Wasserstoffkernen) und Elektronen sowie geringen Mengen von Kernen schwererer Elemente. Er trifft im All mit einer Geschwindigkeit von mehreren hundert Kilometern pro Sekunde auf das Magnetfeld der Erde.

Spermien (Samenzellen) Männliche Keimzellen.

Stern

In der astronomischen Definition eine Gaskugel, die aus sich selbst heraus leuchtet. Danach ist die Sonne ein Stern, aber die Planeten sind keine.

Stickstoff

Gasförmiges chemisches Element. Die Erdatmosphäre besteht zu rund 78 Prozent aus Stickstoff. Stickstoff spielt auch in der Chemie des Lebens eine bedeutende Rolle. Er ist Bestandteil der Aminosäuren und der von ihnen gebildeten Proteine sowie der Nukleinsäurebasen.

Stoffwechsel (Metabolismus)

Gesamtheit der biochemischen Vorgänge, die in den Zellen der Lebewesen ablaufen. Stoffwechselprozesse ermöglichen den Auf- und Umbau der Körpersubstanz sowie die Gewinnung der Energie, die erforderlich ist, um die Lebensfunktionen aufrechtzuerhalten. Dementsprechend wird zwischen Bau- und Betriebsstoffwechsel unterschieden.

Strahlungsgürtel

(Van-Allen-Gürtel) Zwei gürtelförmige Zonen innerhalb des Magnetfeldes der Erde, in denen elektrisch geladene Teilchen aus dem Weltall eingefangen und gespeichert werden. Der innere Gürtel erreicht über dem Äquator 1000 bis 6000 Kilometer, der äußere 15000 bis 25000 Kilometer Höhe. Die Strahlungsgürtel wurden 1958 von dem amerikanischen Physiker James Van Allen entdeckt.

Stratosphäre

Jene Schicht der Atmosphäre, die von 10 Kilometer bis in etwa 50 Kilometer Höhe reicht. In der Stratosphäre reichert sich unter dem Einfluss von UV-Strahlung der Sonne Ozon an: Ein Teil der Sauerstoff-Moleküle, die normalerweise aus zwei Atomen bestehen, wird gespalten, und jeweils eines der freigesetzten Atome vereinigt sich mit einem weiteren Sauerstoff-Molekül zu Ozon. Die stärkste Konzentration des dreiatomigen Sauerstoffs, der den größten Teil der für Lebewesen schädlichen UV-Strahlung absorbiert, findet sich in der "Ozonschicht" in 15 bis 25 Kilometer Höhe. (125, 138)

Stromatolithen

Von Cyanobakterien in flachen Meeresgebieten aufgebaute säulen- oder knollenförmige Ablagerungen von schalig-blättrigem Aufbau. Die typische Struktur entsteht unter anderem dadurch, dass Ansammlungen von fadenförmigen Cyanobakterien bei ihrer Photosynthesetätigkeit Kalk ausfällen. Da Cyanobakterien Licht brauchen, besiedeln immer wieder neue Generationen den Kalk. Stromatolithen zählen zu den frühesten Zeugnissen des Lebens. Die ältesten sind über zwei Milliarden Jahre alt.

Subduktion Absinken einer Lithosphären-Platte unter eine andere.

Subduktionszonen

Gebiete, in denen eine Lithosphären-Platte unter eine andere gleitet. Typisch für Subduktionszonen sind aktiver Vulkanismus auf der unterfahrenen Platte sowie häufige und starke Erdbeben.

Superkontinent

Besonders großer Kontinent. Im Laufe der Erdgeschichte bildeten mehrmals sämtliche Landmassen einen einzigen Superkontinent.

Super-Plume Besonders starker Plume.

Tethys

Einst großer Ozean zwischen Eurasien und den weiter südlich als heute gelegenen Landmassen Afrika, Arabien und Indien. Er verschwand, als sich die Kontinente immer weiter einander annäherten. Der Meeresboden tauchte durch Subduktion unter den eurasischen Plattenrand ab. Ein Rest der Tethys ist das öst-liche Mittelmeer.

Tonmineral-Theorie

Theorie zur Entstehung des Lebens. Der britische Geowissenschaftler Graham Cairns-Smith stellte Mitte der 1980er Jahre die Theorie auf, dass sich erste organische Moleküle an die Kristalle von Tonmineralen angelagert haben und dadurch geordnet worden sein könnten. Das Tonmineral Montmorillonit erwies sich zudem als guter Katalysator.

Universum (Weltall, Kosmos)

Die Welt als Ganzes. Das Universum enthält neben großen Mengen noch rätselhafter Energie und "Dunkler Materie", die keine Strahlung aussendet und sich daher direkter Beobachtung entzieht (aber durch ihre Schwerewirkung nachzuweisen ist), geschätzte 100 Milliarden Galaxien mit jeweils 100 Milliarden Sternen.

Uratmosphäre

Atmosphäre im frühen Stadium der Erdentwicklung. Eine erste Uratmosphäre aus Wasserstoff und Helium, den extrem leichten Gasen des Sonnennebels, wurde schnell von den heftigen Sonnen-winden fortgeblasen. Danach bildete sich eine zweite Uratmosphäre aus Gasen, die bei den Kollisionen der Planetesimalen und bei Vulkanausbrüchen aus dem Inneren der Erde freigesetzt wurden. Sie bestand, wie vulkanische Gase noch heute, vor allem aus Wasserdampf, Kohlendioxid und Stickstoff.

Urknall (Big Bang)

Beginn des Universums. Nach der Theorie vom Urknall gab es vor 13,7 Milliarden Jahren einen Zustand extrem hoher Materiedichte und Temperatur, bevor in einer gigantischen Explosion die gesamte kosmische Materie auseinander flog. Hauptargumente für den Urknall sind die beobachtete anhaltende Expansion des Universums und die kosmische Hintergrundstrahlung, gewissermaßen ein Nachglühen des Urknalls, das den Kosmos erfüllt.

Urnebel

Volkstümlicher Begriff für die interstellare Materie, aus der die Sonne und die Planeten hervorgegangen sind.

Urozean

Frühe größere Ansammlung von Wasser auf der Erde. Voraussetzungen dafür waren eine hinreichende Abkühlung, sodass Wasser aus vulkanischen Gasen kondensieren konnte, sowie die Freisetzung von Wasser aus Kometen, die auf die Erde stürzten.

Ursuppen-Theorie

Theorie zur Entstehung des Lebens. Danach entwickelten sich die organischen Moleküle in warmem flachem Wasser aus anorganischen Molekülen. Großes Aufsehen erregte 1953 ein Experiment, bei dem der amerikanische Chemiker Stanley Miller in einer modellhaften Ursuppe Aminosäuren erzeugte. Zutaten waren lediglich Wasser und ein Gasgemisch, das Miller für die Uratmosphäre hielt. Als Energiequelle dienten elektrische Entladungen.

V-Z

Vielzeller

Lebewesen, die meist aus sehr vielen Zellen bestehen. Diese Zellen teilen sich verschiedene Aufgaben, sind durch besondere Strukturen miteinander verbunden und tauschen unter anderem Informationen, Energie oder Speichermoleküle aus. Durch die Spezialisierung entstehen im Laufe der Evolution zum Beispiel die Keimzellen, welche ausschließlich der Fortpflanzung dienen. Zu den Vielzellern zählen unter anderem die Metazoa (vielzellige Tiere) und die Metaphyta (vielzellige Pflanzen).

Vulkan

Eine Stelle an der Erdoberfläche, an der Magma austritt. Die ausgeworfenen oder fließenden Massen bilden vielfach einen kegel- oder schildförmigen Berg mit einem Krater an der Spitze.

Vulkanismus

Alle Vorgänge, bei denen feste, flüssige oder gasförmige Stoffe aus dem Erdinneren an die Oberfläche gefördert werden.

Weißer Zwerg

Endstadium in der Entwicklung eines Sterns von der Größe unserer Sonne. Ein im Alter zum Roten Riesen gewordener Stern stößt seine Hülle ab, der Rest schrumpft zu einem Weißen Zwerg von etwa Erdgröße, der die Masse einer Sonne enthält. Aufgrund seiner sehr heißen Oberfläche leuchtet er zunächst weiß, kühlt aber immer mehr ab. Am Ende wird daraus ein ausgebrannter Schwarzer Zwerg.

Zellmembran

Hauchdünne zweischichtige Hülle, welche die Zellen aller Organismen umschließt. Als äußere Begrenzung vermittelt sie zwischen der einzelnen Zelle und ihrer Umwelt und erfüllt dabei vielfältige Funktionen, etwa beim Transport von Stoffen aus der Zelle heraus und in sie hinein.

Zellwand

Starre Hülle außerhalb der Zellmembran. Bakterien-, Pflanzen-und Pilzzellen besitzen Zellwände aus unterschiedlichen Materialien.

Zitronensäurezyklus

Kette chemischer Prozesse, mit denen Zellen in den Mitochondrien Energie gewinnen. Im Zitronensäurezyklus, der im Zellstoffwechsel eine zentrale Stellung einnimmt, laufen die Abbauwege der Energie liefernden Kohlenhydrate, Fette und Proteine zusammen. Zwischenprodukte des Zitronensäurezyklus dienen dem Aufbau wichtiger organischer Moleküle.

Zucker

Im chemischen Sinne meist süß schmeckende Kohlenhydrate, die im Gegensatz zu den langkettigen Kohlenhydraten Stärke oder Zellulose aus eher kurzen Kettenmolekülen bestehen.

GEO.de Newsletter