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Regenpaddeln

"Bei Regen und Wind herrscht auf dem Wasser eine spezielle Atmosphäre. Vor zwei Jahren bin ich die Ostseeküste von Flensburg nach Rostock entlanggepaddelt und war meist ein, zwei Kilometer vom Land entfernt. Die Tropfen fielen aufs Meer, und alles klang anders. Dann begann es, immer stärker zu regnen. Bei so einem Wetter werden die Wellenkämme geglättet und wirken weniger bedrohlich. Willkommener Nebeneffekt: Der Regen wäscht die Salzkruste von Boot und Ausrüstung."

 

Jörg Knorr, 55, bricht alljährlich zwischen Weihnachten und Silvester zu einer Paddeltour in Norddeutschland auf – sofern Flüsse und Seen nicht zugefroren sind.

 

Im Kajak paddeln heißt nass werden. Deshalb: Regenjacke oder Trockenanzug mitnehmen. Und bevor es aufs Meer geht, sollten Sie Windstärke und Wellengang prüfen (z.B. auf windfinder.com). Anfänger sollten nur bis zu Windstärken von maximal fünf Beaufort (29-38 km/h) rausfahren.

Klammwandern

"Eigentlich war alles anders geplant: Nachts waren fünf Kumpel und ich in Koblenz Richtung Eibsee gestartet, um dem Sonnenaufgang zuzusehen. Doch nach fünf Stunden fuhren wir in übelstes Wetter. Ein paar Monate vorher hatte mir ein Freund unweit des Sees eine Klamm gezeigt. Ich wusste: Bei Regen durch die enge Schlucht zu laufen müsste super sein, schließlich wird man dort so oder so nass. Die Partnach schob das Wasser durch die Klamm, es tropfte von den Wänden, die links und rechts 80 Meter aufragen. Fast zwei Stunden blieben wir unten, obwohl die Klamm nur 700 Meter lang ist. Wenn du da stehst und siehst, wie das Wasser sich durch den Stein frisst – das ist unglaublich. Von der Klamm führt ein Weg auf die Zugspitze, 2200 Höhenmeter in zehn Stunden, das mache ich das nächste Mal – wenn’s vielleicht nicht regnet." 

 

Philipp Heigel, 27, reist stets mit seiner Kamera. Die Bilder veröffentlicht er auf Instagram.

Klammwandern

Tipps:

 

  1. Dicke Regenjacke einpacken.
  2. Wer zur Partnachklamm will, kann sein Auto am Skistadion in Garmisch abstellen. Von dort führt ein Pfad zum Bachtal.
  3. Klammen gibt es vor allem in Süddeutschland. Touren können z.B. hier abgerufen werden.

Kaltwassersurfen

"Surfen zwischen Eisschollen? Geil! Na gut, ein bisschen gefährlich ist es auch. Zu Beginn des Winters, wenn ich das erste Mal in die Ostsee springe, habe ich jedes Mal ein Gefühl, als würde meine Stirn platzen. Ich surfe meist mit ein, zwei Freunden. Da sind wir allein mit den Wellen und stehen nicht in Konkurrenz mit anderen Surfern wie im Sommer. Nach vier, fünf Stunden im Wasser krümmen sich meine Finger eigenartig, und ich kann die Hand nicht mehr zur Faust schließen. Und gerade deshalb: Es gibt nichts, was mich das Leben intensiver spüren lässt als Kaltwassersurfen."

 

Felix Gänsicke, 25, steigt oft erst auf das Surfbrett, wenn das Thermometer weniger als null Grad anzeigt.

Kaltwassersurfen

Tipps:

 

  1. Ohne Neoprenanzug geht nichts. Der sollte eine Haube und keine Löcher haben. Wer mehrere Tageunterwegs ist, braucht einen zweiten Anzug zum Wechseln.
  2. Wichtig sind auch Handschuhe und Schuhe. Die sollten vorm Anziehen mit heißem Wasser übergossen werden, dann halten sie länger warm.
  3. Wenn nach dem Surfen die nächste Unterkunft zu weit entfernt ist: Ein Bulli mit Standheizung ist eh schöner.

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