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Fieldguide Deutschlands schönste Kanutouren

Bombenwetter – und ihr habt ein Wochenende Zeit? Dann könnt ihr jetzt loslegen. Besser gesagt: Ihr könnt ablegen. Wo genau, das verrät euch unser neuer WALDEN FIELD GUIDE. In dem findet ihr unsere zwölf Lieblingstouren in Deutschland mit allen Infos zu Bootsverleihern, Campingplätzen und Strecken - hier eine Auswahl
Kanutour

Herumtreiber unter sich. Beim Anblick der Paddler schweigen die Lämmer. Aus Neid?

Müritz: Die Zehn-Seen-Runde

Die Zehn-Seen-Runde

  • Länge: ca. 42 Kilometer
  • Dauer: 2–3 Tage
  • Start–Ziel: Woblitzsee (Rundtour)
  • Leichte Rundtour mit toller Flora und Fauna und vier Schleusen

Einige Teilstrecken sind motorbootfrei, andere stark befahren (Wartezeiten an den Schleusen einrechnen!). Diese und mehr Müritz-Touren findet man mit vielen Infos auf dieseenplatte.de, auch zum Download.

Start: Wesenberg
Einstieg am Wasserwander-Rastplatz oder am Camping Kanumühle (kanu-muehle.de). Davor noch schnell auf den Fangelturm steigen und/oder durch die historische Altstadt spazieren. Wer nicht zelten will, kann auch in Pfahlhäusern übernachten (pfahlhauscamp.de).

Schleuse Wesenberg
800 Meter nach der Schleuse in den kleinen Wiesenbach Schwaanhavel paddeln, ab hier herrscht bis zur Oberbek meist Ruhe vor Motorbooten. Ferngläser für Vogelbeobachtungen nicht vergessen!

Plätlinsee – Klenzsee
Naturidylle pur, Insel und Ufer sind Naturschutzgebiet. Die Umtragestelle liegt am südlichen Ortsrand von Wustrow.

Gobenowsee – Rätzsee
Achtung: Bei starkem Wind hoher Wellengang! Vom Gobenowsee gen Norden über die Drosedower Bek in den Rätzsee. Dort linkerhand runterpaddeln, der Eingang zur Oberbek liegt am rechten Ende. Umtragen an der Fleether Mühle, ca. 75 Meter.

Vilzsee – Labussee
Die Oberbek führt in den Vilzsee; dort die Seerosen schonen und Vorsicht vor dem Motorbootverkehr! Über den kleinen Peetschsee durch einen Kanal (800 m) in den Labussee. Übernachten am Naturcamping (bibertours.com) oder beim Biberhof (biberferienhof.de), wo im Frühjahr 2017 eine Bio-Gaststätte eröffnet.Weiter Richtung grüne Boje am rechten Ufer paddeln, bis auf der rechten Seite der Schleusenkanal Canow einmündet.Wer will, kann hier aufs Floß umsteigen (tantepolly.de).

Canower See–Kleiner und Großer Pälitzsee
Immer geradeaus bis zur Schleuse Strasen. In Strasen grasen Wasserbüffel, die als Steak oder Burger köstlich schmecken (bueffelhof-strasen.de). Beim Hofladen kann man sich mit Proviant versorgen. Achtung: An der Schleuse viel Motorbootverkehr!

Ellbogensee–Großer Priepertsee
Links halten, um über den Schleusenkanal Priepert zu paddeln. Einkehrmöglichkeit im Yachthafen, Camping am anderen Ende der Halbinsel (camping-havelperle.de). Im Großen Priepertsee können Wakeboarder und Wasserskifahrer kreuzen! Nach der Durchfahrt zur Wangnitz scharfe Linkskurve Richtung Finowsee. Wasserwander-Rastplatz!

Obere Havel
Durch den Finowsee und unter einer Holzhausbrücke (leckerer Fischim- biss!) durch den vorderen Teil des Drewensees an Ahrensberg vorbei, geht es unter einer weiteren Brücke in den Kanal zurück zum Ausgangspunkt der Tour.

Kanutour

Ruhr: Durch den grünen Pott

Durch den grünen Pott

  • Länge: ca. 40 Kilometer
  • Dauer: 2 Tage
  • Start–Ziel: Witten–Essen (Baldeneysee)
  • Leichte Tour, die sich vom Oberlauf der Ruhr bis zur Rheinmündung beliebig erweitern lässt

Allgemeine Infos auf ruhr-tourismus.de, Verleiher: ruhr-kanu.de oder lettmann.de, geführte Touren: outdoordirekt.de, kanu-tour-ruhr.de

Start: Witten Herbede
Wer nett fragt, darf sicher beim gastfreundlichen Kanu-Club Witten (kcwitten.de) sein Zelt aufstellen. Praktisch: Direkt nebenan kann man in der Privatbrennerei Sonnenscheiner (sonnenscheiner.de) edle Tropfen verkosten.

Kemnader See
Gehört schon zum Bochumer Stadtgebiet, beliebtes Wassersportrevier. Am rechten Ufer steht die Zeche Gibraltar, die von den Nazis als Kaserne und Folterkammer genutzt wurde – und heute als Bootshaus mit Café der Ruhr-Uni Bochum.

Kraftwerk Blankenstein
Nach Sanierungsarbeiten ist die Einhandschleuse für Paddler wieder nutzbar.

Leinpfad
Einst zogen hier kräftige Kaltblüter die Kohlekähne stromaufwärts, heute ist der alte Leinpfad ein beliebter Radweg.

Hattingen
Campingplatz vor dem Hattinger Wehr. Definitiv einen Besuch wert ist das Industriemuseum Henrichshütte (route-industriekultur.ruhr). Hier kann man dem „Weg des Eisens“ folgen, Höhepunkt im wahrsten Wort­ sinne ist die Fahrt auf den 55 Meter hohen Hochofen. Das Wehr kann über die spritzige Bootsrutsche oder entspannt durch die Treidelgasse überwunden werden.

Bochum-Dahlhausen
Nächster Halt: Eisenbahnmuseum. Zu sehen sind mehr als 120 Schienen­ fahrzeuge von der Pionierzeit der Eisenbahn in der Mitte des 19. Jahrhun­ derts bis in die Gegenwart (eisenbahnmuseum-bochum.de).

Essen
Willkommen in der einst größten Bergbaustadt Europas! Wer bei so viel Industriekultur Hunger bekommt, findet am Ufer entlang der Ruhr­ schleife zahlreiche Restaurants und Imbissbuden.

Baldeneysee
Der größte der sechs Ruhrstauseen, beliebt bei Seglern, Ruderern, Kanu­ten und Ausflugsschiff­-Touristen. Auf der Regattastrecke am Nordufer wird um internationale Meisterschaften gepaddelt, auf den Hügeln da­ hinter thront die Villa Hügel, die bis 1945 Wohnsitz der Familie Krupp war. Heute hat die Kulturstiftung Ruhr hier ihren Sitz, das Anwesen ist öffentlich zugänglich (villahuegel.de). Die Tour endet an der Ruhrstau­ mauer des Baldeneysees, von hier sind es nur 500 Meter bis zur S­-Bahn­station Essen­-Werder.

Kanutour

Donau: Grand Canyon Ostbayerns

Grand Canyon Ostbayerns

  • Länge: 28 Kilometer
  • Dauer: 1 Tag
  • Start–Ziel: Vohburg–Kelheim
  • Leicht, nur bei hohem Wasserstand nichts für Anfänger. Geübte können auch stromauf paddeln.

Leihboote z.B. bei kanu-outdoor.de. Am besten vor der Tour ein Fahrrad am Ausstieg abstellen. Damit kommt man auf dem Donau-Radweg zum Auto zurück.

Start: Vohburg
Einstiegsstelle nahe der Agnes-Bernauer-Brücke bei Donaukilometer 2442 (Parkmöglichkeiten und Campingplatz). Die Donau fließt hier noch durch ein recht schmales Bett, idyllisch geht es durch eine einsame Talaue mit von Pappeln undWeiden bestandenen Ufern.

Schloss Wackerstein
Nach vier Kilometern liegt am linken Ufer Schloss Wackerstein. Ab hier beginnt ein Wasserübungsplatz der NATO, die nächsten zwei Kilometer sind militärisches Sperrgebiet, bei Übungen können Spannseile oder Schwimmbrücken die Durchfahrt erschweren.

Neustadt a. d. Donau
Der Stadtkern liegt zwar nicht direkt am Fluss, trotzdem lohnt sich ein Landgang, um zumindest das spätgotische Rathaus aus dem 15. Jahrhundert zu besichtigen. Unmittelbar nach der Brücke der B 299 lädt außerdem eine Kiesbank zur Rast ein (Lagerfeuer erlaubt), wer Zeit hat, schlägt hier sein Nachtlager auf und streckt die Tour auf zwei Tage. Im Sommer teilt man sich das schöne Plätzchen allerdings mit vielen Stechmücken.

Römerkastell Abusina
Zeitreise: Etwa einen Kilometer nach dem Zufluss der Abens liegt das Römerkastell Abusina (mit Rastplatz und Imbiss), das Kaiser Titus um 80 n. Chr. erbauen ließ: Als Schutzwall gegen Überfälle der Germanen verlief hier der Limes in Richtung Rhein. Er sicherte die Grenze des Römischen Reiches und kontrollierte wichtige Handelsrouten.

Kloster Weltenburg
Hier ist eine Einkehr Pflicht! Die Klosterkirche der Benediktiner aus dem 7. Jahrhundert ist nicht nur ein barockes Schmuckstück, die Mönche brauen auch süffiges dunkles Klosterbier und kochen deftige Gerichte für hungrige Paddler (klosterschenke-weltenburg.de).

Donaudurchbruch
Bis zu 100 Meter hohe Wände, bizarre Felsformationen wie die „Versteinerte Jungfrau“ oder der „Räuberfelsen“ – die Donau wird auf den nächsten sechs Kilometern ihremTitel „Grand Canyon Ostbayerns“ voll gerecht. Achtung: Im Sommer fahren viele Ausflugsschiffe, die im engen Donaudurchbruch hohe Wellen verursachen. Im Schluchtbereich ist das Campieren verboten.

Kelheim
Ausstieg beim Parkplatz an der Mündung des Rhein-Main-Donau-Kanals bei Flusskilometer 2415. Ein Spaziergang zur Befreiungshalle – einem Denkmal zu Ehren siegreicher Schlachten gegen Napoleon – auf dem Michelsberg lohnt. Gleich in der Nähe lässt sich’s campen.

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