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Auf eigene Faust: Der Goetheweg auf den Brocken

Der alte Goethe war zu jeder Jahres­zeit recht gut zu Fuß unterwegs. So stieg er im Dezember 1777 bei tiefem Schnee das erste Mal zum Brocken hinauf. Der sagenumwobene Gipfel – 1141,2 Meter hoch, allzeit kalt und windumtost – schindete Eindruck und durfte in des Dichters Meisterstück auftreten: „Faust“.

Ob Heinrich, der Sinnsuchende, auch über den Quit­schenberg, durch Fichtwälder, vorbei an Brockenfeldmoor und der Quelle der Ecker gewandert ist, bevor er oben zur Walpurgisnacht den Teufel getrof­fen hat, hat Johann Wolfgang ver­schwiegen. Doch eines weiß man nach drei, vier Stunden Aufstieg genau: Goethes Worte stimmen. „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

 

  • Strecke: Torfhaus > Torfhaus        
  • Start: Nationalparkbesucherzentrum Torfhaus          
  • Länge:: 18 km        
  • Dauer: ca. 5-6 Std.          
  • Höhenmeter: 390    
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Buckower Elegien: Naturparkroute in der Märkischen Schweiz

Bertolt Brecht soll mit Spazierstock, Schiebermütze und weißen Turnschu­hen durch seinen Garten am Scher­mützelsee stolziert sein.Wer es dem großen Dramatiker darin nicht unbe­dingt nachahmen möchte, sollte lieber schmutzresistentes, festes Schuhwerk tragen. Mehr braucht es nicht für die 20 Kilometer durch die Märkische Schweiz. Man läuft durch den Pritzhagener Forst, an morastigen Bachläufen vorbei, schaut an einer Mühle in das sprudelnde Nass, quert eine Wiese, steigt im Fichtenwald auf und ab, blickt vom Hochufer auf den See, wo Haus und Garten des Dichters längst zum Museum geworden sind.

Die Eiserne Villa versetzte Brecht, den Kommunisten, einst in wahre Verzü­ckung: „Haus und Umgebung in Buckow ist ordentlich genug, dass ich wieder etwas Horaz lesen kann.“ Jedes andere Buch tut es beim Verschnaufen nach der Wanderung am Ufer auch.

 

  • Strecke: Buckow > Buckow          
  • Start: Parkplatz Panoramaweg          
  • Länge: 20,8 km          
  • Dauer: 6-7 Std.        
  • Höhenmeter: ca. 350    
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Kleiner Odenwald: Königstuhl und Heidelberg

Es soll Menschen geben, die beim Anblick Heidelbergs glauben, diese Stadt sei zu schön, um wahr zu sein. Besonders Touristen aus dem Ausland: „Better than Disneyland!“

Welch Glück, dass die wenigsten wissen, dass es drumherum noch schöner ist. Vom Bismarckplatz in Heidelberg windet man sich auf Kehren in den Wald hinauf, schaut am Gaisbergturm auf die Rheinebene, am Rindenhäuschen auf Heidelberg und bis zum Pfälzerwald. Man kraxelst durch das Felsenmeer, läuft immer weiter bis zum 568 Meter hohen Königstuhl, Heidelbergs Hausberg und der höchste Punkt im Kleinen Odenwald. Über die 1200 Stufen der Himmelsleiter geht es wieder hinunter nach Heidelberg. „Better than Heaven!“

 

  • Strecke: Heidelberg > Heidelberg      
  • Start: Bismarckplatz          
  • Länge: 14,2 km          
  • Dauer: 4 Std.          
  • Höhenmeter: 570    
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

Alter Spalter: Fränkisches Seenland

Es war einmal ein findiger Braumeister. Er entdeckte, dass ein Hanfgewächs Bier länger haltbar macht: Hopfen, der fortan in Massen angebaut wurde – vor allem rund um Spalt. Das Gebiet ist heute das viertgrößte Anbaugebiet Deutschlands. So streift man bei der Tour durch das Hügelland nicht nur durch Kiefernwälder und Schluchten, entlang der Rezat, zu Burgen, Ruinen und Kirschgärten, sondern auch vorbei an riesigen Feldern mit Gerüsten, an denen die Schlingpflanzen emporklettern. Anfang September kann man den Bauern bei der Ernte der Dolden zusehen. Darauf ein Pils.

 

  • Strecke: Spalt > Spalt        
  • Start: Am Kornhaus          
  • Länge: 18,6 km        
  • Dauer: ca. 7 Std.          
  • Höhenmeter: 1304
  • Schwierigkeitsgrad: leicht/mittel

Ein echter Europäer: Rundweg Auerhahn

Was für Grenzgänger: zuerst durch Bergmischwald, bis auf 1200 Meter Höhe das Gelände flacher wird, und der Fuß die Schwelle zum Bergfichtenwald übertritt. Am Waldschmidthaus lässt sich kurz die Aussicht auf den Rachelsee bestaunen, Steintreppen führen von dort zum Gipfel. In 1453 Meter Höhe trägt der Rachel Felsblöcke aus Gneis und beweist, dass er ein wahrlich guter Nachbar ist: Von hier blickt man nach Westen auf den Bayerischen und gen Osten auf den Böhmerwald in Tschechien. Und während der Weg über Rachelkapelle und -see wieder zum Gfäll hinabführt, überlegt man, welche Grenzen man heute überwunden hat.

 

  • Strecke: Gfäll > Gfäll
  • Start: mit dem Igelbus von Spiegelau und Grafenau zum Gfäll
  • Länge: 10,5 km
  • Dauer: 4 Std.
  • Höhenmeter: 500
  • Schwierigkeitsgrad: mittel

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