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Den Menschen verstehen

Schüler leisten Sozialarbeit

Gesamtschule Bremen-Mitte

„Für mich war besonders wichtig, auch ein Teil meiner Scheu vor den alten und erkrankten Menschen zu verlieren“, schreibt Marlene Borcherding, 16, in ihrem Abschlussbericht. Die Schülerin der Gesamtschule Bremen-Mitte war eine der ersten, die sich im Wahlpflichtfach „Helping Hands“ ins reale Leben stürzte. Schüler der 9. und 10. Jahrgangstufe lernen dabei für zwei Schulstunden pro Woche soziale Einrichtungen kennen; und das nicht nur mal eben zum Reinschnuppern, sondern über zwei Schuljahre hinweg. Marlene ging zunächst in ein Altenheim und empfand ihre Tätigkeit dort als Glück: „Zu erfahren, dass man mit Kleinigkeiten einem Menschen so viel Freude schenken kann, war schon etwas Besonderes.“ Danach arbeitete sie bei einem Internetportal für Frauen.

Ausgedacht hatte sich das Projekt der Sport- und Geschichtslehrer Andreas Kraatz-Röper. Drei Dinge wollte er erreichen: der Einblick in unbekannte Lebenswelten, die Vermittlung gesellschaftlicher Zusammenhänge, die Stärkung ehrenamtlicher Tätigkeit. Die Schüler arbeiten in Kindertagesstätten und in der Behindertenhilfe, in der Jugendarbeit oder auch im Tierheim. Entscheidend dabei: Die Helfer werden nicht alleingelassen, sondern von den Lehren vorbereitet und begleitet. In einem Tagebuch dokumentieren die Schüler ihre Arbeit, in regelmäßigen Treffen mit einem Ehrenamt-Experten besprechen sie Probleme und Fortschritte. Die Abschlussberichte, manche nachdenklich, andere begeistert, werden dann in der 10. Klasse öffentlich gemacht und diskutiert.

Nach nur zwei Jahren Laufzeit wurde „Helping Hands“ 2008 von Bundeskanzlerin Angela Merkel als eines der 25 innovativsten Sozial-Projekte in Deutschland ausgezeichnet. Auf der Webseite des Projekts stehen neben Informationen auch ein Handbuch, Flyer und Dokumentationsvorlagen zum Download bereit: www.projekt-helpinghands.de. Das Nachmachen und Abschreiben ist in diesem Fall ausdrücklich erwünscht.

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Für zwei Schulstunden in der Woche lernen Schüler der Gesamtschule Bremen-Mitte soziale Einrichtungen kennen, etwa Seniorenheime oder Kindertagesstätten

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