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Den Menschen verstehen

Schüler machen Zirkus

Sachsendorf-Oberschule Cottbus

Viele Schüler der Sachsendorfer Oberschule im brandenburgischen Cottbus haben Erfahrung gemacht mit Arbeitslosigkeit der Eltern, Armut und Gewalt. Eine Sozialarbeiterin hatte vor einigen Jahren eine Idee, wie man der Hoffnungslosigkeit die Stirn bieten, das soziale Miteinander verbessern und Gewalt vorbeugen könnte: Ein Schüler-Zirkus musste her, unterstützt vom Schulverein. Im Jahr 2000 wurde er gegründet und „Ratz-Fatz“ getauft, mit dem Zusatz „Zirkus statt Gewalt“. Seither ist „Zirkus“ Wahlpflichtfach und hat ein Pensum von eineinhalb Wochenstunden.

Zirkus bedeutet Scheinwerfer, Tusch und Applaus – aber er bedeutet aber auch Disziplin, Konzentration, Ausdauer und Hartnäckigkeit, alles Tugenden, die erworben sein wollen. Trainiert werden die Kinder, zu denen auch Sprach- und Hörgeschädigte gehören, von Hagen Tusch. Der Artist hatte die Schule in Kontakt mit den „Harlekids“ gebracht, einem zirkuspädagogischen Jugendprojekt in Süd-Brandenburg. Die Gruppe lieferte Ideen, Handwerkszeug und Kostüme. Und los ging es mit dem Einrad-Fahren, dem Teller-Drehen und den Diabolo-Kunststücken – bis hin zum Feuerschlucken, was einige Eltern zunächst doch etwas besorgt gemacht hatte.

Wer wirklich gut werden will, muss natürlich viel mehr üben, als das Stundenkontingent vorsieht: Nach eher bescheidenen Anfängen sind einige Schüler inzwischen zu Halbprofis geworden und treten auf Jahrmärkten, Jugendtreffen und Festivals auf. Zwölf Schüler und drei bis vier externe Jugendliche umfasst die kleine Kompagnie der Oberschule derzeit. Im Jahr 2008 erhielt der Förderverein der Schule für sein circensisches Engagement den Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“.

Mehr Informationen unter: ratz-fatz.saos.de

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