Logo GEO Wissen
Den Menschen verstehen

1. Welche Typen von Privatschulen gibt es?

Die wichtigsten Träger der rund 3000 allgemeinbildenden und 2000 berufsbildenden Privatschulen in Deutschland sind nach wie vor kirchliche Einrichtungen. Insgesamt unterhalten katholische und evangelische Kirchen jeweils mehr als 1100 Schulen. Seit Langem etabliert sind auch Waldorfschulen, Montessori-Schulen, private Internate sowie Landerziehungsheime. Neu ist das Phänomen gewinnorientierter Privatschulketten in Großstädten, die den gehobenen Mittelstand ansprechen. So betreibt die 2005 gegründete Berliner Phorms Management AG bereits acht Schulen – jedes Jahr sollen bis zu drei weitere Lehranstalten hinzukommen.

Rechtlich gesehen ist zwischen Ersatzschulen und Ergänzungsschulen zu unterscheiden. An den Ersatzschulen streben die Kinder die gleichen (oder gleichwertige) Abschlüsse an wie an öffentlichen Einrichtungen. Ist die Ersatzschule offiziell „staatlich anerkannt“, können die Schüler dort direkt Abitur oder mittlere Reife ablegen. Bei Ersatzschulen, die lediglich „genehmigt“ sind, wie etwa die meisten Waldorfschulen, müssen sie die Abschlussprüfungen extern absolvieren. Zu den Ergänzungsschulen zählen unter anderem Internationale Schulen, aber auch viele berufsbildende Schulen. Werden gewisse Vorgaben eingehalten, erfüllt auch der Besuch einer Ergänzungsschule die gesetzliche Schulpflicht.