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Den Menschen verstehen

3. Ist das Leistungsniveau an Privatschulen höher?

Kleinere Klassen, intensivere Förderung der einzelnen Kinder und folglich eine bessere Ausbildung: All das versprechen sich Eltern von einer Privatschule. Doch die Statistik vermag diese Hoffnungen kaum zu erhärten. Zwar schnitten Privatschüler bei den PISA-Leistungsvergleichen etwas besser ab; berücksichtigt man jedoch die sozialen Effekte, also die Herkunft der Kinder aus überwiegend bildungsnahen Familien, schwindet dieser Vorsprung komplett.

Ein weiterer Indikator für die Qualität der Ausbildung – die Quote der erfolgreichen Abiturienten – liegt an privaten Schulen lediglich um 0,2 Prozentpunkte höher. Und auch die geringere Klassenstärke entpuppt sich als allenfalls marginaler Vorzug: In privaten Grund- und Förderschulen lernt im Bundesdurchschnitt nur ein Kind pro Klasse weniger; an privaten Gymnasien und Realschulen sind die Klassen ebenso groß wie an ihren öffentlichen Pendants. Einen Vorteil aber können Privatschulen ganz eindeutig vorweisen: Bei ihnen wird mehr Unterricht erteilt – unter anderem auch deshalb, weil weniger Stunden ausfallen.