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6. Wie finanzieren sich Privatschulen?

Ersatzschulen haben Anspruch auf einen Zuschuss, der je nach Länderregelung zwei Drittel oder mehr jener Kosten deckt, die für ein Kind auf einer staatlichen Schule anfallen. Über die Berechnung dieser Bezugsgröße streiten Experten

jedoch; Kritiker monieren, dass indirekte Kosten, etwa für Lehrerpensionen, nicht in die Kalkulation eingehen. Daher

seien Privatschulen chronisch unterfinanziert. Um kostendeckend zu arbeiten, verlangen fast alle Betreiber Elternbeiträge. Eine Ausnahme ist Nordrhein-Westfalen, das Privatschulen finanziell vergleichsweise großzügig unterstützt, ihnen im Gegenzug aber untersagt, Gebühren zu erheben. Konfessionelle Schulen sind in der Regel recht günstig, da sie von den Kirchen Mittel erhalten.

Vielerorts erweitern Fördervereine den finanziellen Spielraum der Schulen, indem sie Geld für besondere Projekte, etwa die Renovierung der Turnhalle, bereitstellen. In den meisten Bundesländern müssen Ersatzschulen gemeinnützig sein, dürfen also keine Gewinne machen. Neue Betreiber wie die Phorms AG wollen aber ausdrücklich Profite erwirtschaften. Die sollen nicht aus dem Schulbetrieb kommen, sondern aus Dienstleistungen von Tochterunternehmen, die Gebäude-Management oder Lehrerfortbildung anbieten. Ergänzungsschulen erhalten kein Geld aus der öffentlichen Hand und finanzieren sich komplett selbst.