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Studieren mit Stipendium: Helai Orya

Die 20-Jährige hat ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung erhalten

Politikwissenschaften/Wirtschaftswissenschaften

Universität Bremen

GEO WISSEN: Welches Stipendium haben Sie erhalten? Welche Rahmenbedingungen hatte es?

Helai Orya: Ich habe ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung erhalten. Somit nahm ich an der Böckler-Aktion-Bildung (kurz: BAB) teil, einem Verfahren für Schülerinnen und Schüler, die auf dem Weg sind, ihr Abitur, Fachabitur oder ihre Fachhochschulreife zu machen.

Gefordert war zunächst eine schriftliche Bewerbung. Nach der Einladung folgte ein Gespräch mit zwei Stipendiaten, ein Gespräch mit einem Vertrauensdozenten sowie die Teilnahme am Auswahlworkshop in Düsseldorf.

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Welche Voraussetzungen mussten Sie dafür mitbringen?

Für das BAB-Verfahren galt die Regel, dass das Familieneinkommen so bemessen sein muss, dass ein voller Bafög-Anspruch besteht. Ansonsten gab es die üblichen Voraussetzungen, wie beispielsweise ehrenamtliches Engagement, gute bis sehr gute schulische Leistungen, politisches Interesse. Von Vorteil ist es auch, wenn man sich in Gewerkschaften engagiert.

Wie liefen der Bewerbungsprozess und das Auswahlverfahren ab?

Die schriftliche Bewerbung war nicht sehr aufwendig und ging ziemlich schnell. In den einzelnen Gesprächen hatte man die Möglichkeit, die Stipendiaten und den Vertrauensdozenten von sich zu überzeugen und einzelne Abschnitte der schriftlichen Bewerbung näher zu erläutern. Es waren recht angenehme Gespräche in einer lockeren Atmosphäre. Am Ende konnten die Gutachter eine Empfehlung abgeben, ob sie den Bewerber in die Stiftung aufnehmen würden. Die letzte Etappe, der Auswahlworkshop in Düsseldorf, war ziemlich aufregend und spannend. Man wurde innerhalb einer halben Stunde von mehreren Personen über anstehende politische Ereignisse, Gewerkschaften, persönliche Ziele und ähnliches befragt.

Wie hat sich das Stipendium in der Praxis gestaltet?

Ich bin seit einem Semester in der Stiftung und musste bisher an einem Pflichtseminar teilnehmen, dem Einführungsseminar. Weitere Seminare werden auf der Homepage der Stiftung bekanntgegeben, diese sind aber freiwillig.

Ansonsten fanden regelmäßige Stipendiaten-Gruppen-Treffen statt, an denen man teilnehmen sollte. Nach jedem Semester muss ich einen Semesterbericht abgeben.

Zunächst wird man nur für ein Jahr gefördert, danach folgen weitere Förderungsgespräche mit der Stipendiaten-Gruppe und dem jeweiligen Vertrauendozenten. Geht alles gut, wird man bis zum Hochschulabschluss gefördert.

Wie bewerten Sie Ihr Stipendium insgesamt?

Insgesamt bin ich mit dem Stipendium mehr als zufrieden. Abgesehen von der finanziellen Unterstützung, bietet die Stiftung sehr viel ideelle Förderung an und lässt den Stipendiaten Partizipationsmöglichkeiten (zum Beispiel in Gutachtengesprächen). Das gibt es nicht bei anderen Stiftungen.

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