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Den Menschen verstehen

Freie Mitarbeiterin: Katharina Hannen

Die 23-Jährige ist freie Mitarbeiterin bei GEO

Ein Schlüsselerlebnis, wie man es aus Filmen kennt, gab es nicht - keinen einschneidenden Moment, der mir schlagartig bewusst machte, dass ich zum Journalismus berufen sein könnte. In der Schule hatte ich andere Pläne für die Zukunft, eigentlich wollte ich Lektorin werden. Meine Liebe zu Büchern entwickelte sich frühzeitig und wuchs mit jeder Geschichte, mit jeder dieser unbekannten Welten, in die man als Leser eintauchen darf. Warum nicht eine Leidenschaft zum Beruf machen, dachte ich mir.

Gesagt, getan - Während sich einige meiner Freunde nach bestandenem Abitur noch monate-, teilweise jahrelang den Kopf darüber zerbrachen, was einmal aus ihnen werden sollte, in die Ferne reisten, um sich selbst zu finden oder mittels teurer Kurse zu klären versuchten, welcher Job wohl am besten zu ihnen passt, folgte ich meinen Interessen: Ich ging nach Hamburg und begann, Geschichte und Literatur zu studieren.

Für Geisteswissenschaftler stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade zum Besten - wer das vor Studienbeginn nicht weiß, wird spätestens in den Einführungsveranstaltungen des Historischen Seminars durch den ein oder anderen polemischen Kommentar der Dozenten dezent darauf hingewiesen. Trotzdem traf ich die Wahl meiner Fächer bewusst und habe sie nie bereut; auch wenn aus mir hinterher doch keine Lektorin geworden ist. An der Universität habe ich nämlich gemerkt, dass ich viel lieber Texte schreibe, als sie zu bearbeiten, zu analysieren und zu bewerten.

Ich belegte Seminare zu kreativem Schreiben und ergatterte parallel zum Studium einige redaktionelle Praktika, die mir viel Spaß machten. Ganz klassisch sammelte ich erste Erfahrungen beim Lokalteil einer Tageszeitung - zwischen Kommunalpolitik und Kaninchenzüchtervereinen erlernte ich die wesentlichen Grundlagen der journalistischen Arbeit. In der Praxis konnte ich von den vielen Kernkompetenzen, die im Laufe des Studiums vermittelt wurden, profitieren: Tiefgründige Recherchemethoden und die Fähigkeit, aus komplexen Sachverhalten Wichtiges zu extrahieren und strukturiert aufzubereiten, kamen mir zugute.

Aus Praktika wurde freie Mitarbeit, ich schrieb für Zeitungen und verschiedene Magazine sowohl im Print- als auch im Online-Bereich. Über Stationen bei der Rheinischen Post, beim Bauer Verlag und bei Merian kam ich schließlich als freie Redakteurin zu GEO.de.

Ob ich traurig bin, dass im Endeffekt alles anders verlaufen ist, als ich es mir vorgestellt habe? Ganz im Gegenteil! Noch immer mache ich genau das, was mir Freude bereitet: Ich beschäftige mich mit Themen, die mich interessieren, und entdecke dabei stets neue Geschichten - genau wie in der Literatur. Nur mit dem Unterschied, dass ich sie nun selbst schreiben darf.

Freie Mitarbeiterin: Katharina Hannen

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