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Den Menschen verstehen

Haustiere Welche Arten miteinander auskommen – und welche nicht

Wer kann mit wem? Worauf man achten muss, wenn mehrere Tiere in einem Haushalt zusammenleben
Hund und Katze

Zur artgerechten und gesunden Haltung eines Tieres gehört auch Wissen darüber, welche Spezies sich von Natur aus nur bei Artgenossen wohlfühlt. Zwar ist es auch möglich, verschiedene Arten gemeinsam zu halten, doch gilt es dabei, ein paar Regeln zu beachten – damit die Gemeinschaft nicht zur Belastungsprobe für die Tiere und ihren Halter wird. 

Hund und Katze

Diese zwei Spezies können durchaus Freundschaft schließen. Am besten gelingt das, wenn sie bereits als Jungtiere aneinander gewöhnt werden. Doch auch ältere Tiere können noch zusammenleben. Allerdings kommt es oft darauf an, auf welche Hunderasse eine Katze trifft: Labrador oder Golden Retriever, aber auch Hütehunde oder kleine Schoßhunde haben nur selten Einwände gegen einen neuen Mitbewohner. Passionierte Jagd- oder Windhunde tun sich dagegen schwerer. Problematischer ist es auch, einen jungen Hund in einen Katzenhaushalt einzuführen, da die Stubentiger ihr einmal beanspruchtes Revier aggressiv gegen Eindringlinge verteidigen. 

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Doch ganz gleich, wer neu einzieht: Günstig ist es, die Tiere bereits einige Tage vor dem ersten Treffen mit dem Geruch des neuen Mitbewohners vertraut zu machen. Dazu genügt es, mit einer Decke oder einem Tuch den Geruch des einen Tieres aufzunehmen und ihn dem jeweils anderen zu präsentieren. 

Wenn es dann so weit ist, stellt sich der Besitzer zwischen Hund und Katze und belohnt deren friedliches Verhalten. Gelingt es, beide Tiere gleichzeitig aus der Hand zu füttern – eines links, das andere rechts –, dann ist ein friedliches Zusammenleben fast sicher. 

Anfangs kann es noch zu Missverständnissen zwischen Hund und Katze kommen. Denn sie verwenden mitunter die gleichen Signale in gegensätzlicher Bedeutung: Wedelt ein Hund mit dem Schwanz, so ist dies häufig (nicht immer) eine Geste der Freude. Peitschen Katzen hingegen ihren Schwanz von links nach rechts, signalisieren sie damit unter Umständen Aggression. Mit der Zeit lernen die Tiere aber, den anderen richtig zu deuten – oder sie gehen sich einfach aus dem Weg.

Kleinsäuger untereinander

Meerschweinchen, Kaninchen und Mäuse fühlen sich in kleinen Gruppen am wohlsten. Mindestens zwei Tiere sollten gemeinsam gehalten werden, noch besser sind drei. Eine gute Kombination besteht aus einem kastrierten Männchen und einem oder mehreren Weibchen.

GEO Wissen Nr. 60

Dieser Artikel stammt aus GEO Wissen Nr. 60 "Geliebte Gefährten"

Auch ist es möglich, Meerschweinchen und Kaninchen zusammen zu halten, am besten aber nur dann, wenn ein Garten vorhanden ist. Ohnehin ist eine reine Wohnungshaltung von Kaninchen wegen ihres Grabetriebes problematisch. Allerdings sollten sie nicht gemeinsam in einem Käfig untergebracht werden, denn zu unterschiedlich sind ihre Bedürfnisse, ihre Verhaltensweisen und ihre Kommunikation: Meerschweinchen sind eher tagsüber aktiv, Kaninchen dagegen lieber in der Nacht. 

Hamster hingegen sind Einzelgänger und sollten keinesfalls mit Artgenossen oder anderen Tieren gemeinsam gehalten werden (der Deutsche Tierschutzbund rät gar generell von der Heimhaltung dieser nachtaktiven und sehr viel Bewegung benötigenden Tiere ab).

Hund/Katze mit Kleinsäuger

Von dieser Kombination raten Tierärzte ab. Denn Mäuse, Meerschweinchen und Kaninchen sind in den Augen von Hunden oder Katzen vor allem: leichte Beute. Lediglich sehr große Kaninchen können ihre Ruhe haben. Alle anderen Kleintiere sind unnötigem Stress ausgesetzt, wenn ein Räuber tagelang vor ihrem Käfig lauert. Wer auf keines der Tiere verzichten mag, sollte sie in getrennten Räumen halten.