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Naturerfahrung Natur: die beste Gesundheitsschule

Die moderne Lebenswelt bietet nicht genügend Freiräume für eine gesunde Entwicklung von Körper und Geist, sagt der Gehirnforscher Gerald Hüther. Und plädiert dafür, Mädchen und Jungen möglichst viel Zeit draußen verbringen zu lassen und so das spielerische Erkunden in der Natur zu fördern
Natur: die beste Gesundheitsschule

Prof. Gerald Hüther ist Hirnforscher und Autor zahlreicher Bücher zur Kindesentwicklung

GEO WISSEN: Herr Professor Hüther, manche Eltern lassen ihre Kinder nicht gern in der freien Natur spielen. Sie fürchten, dass dort zu viele Gefahren lauern. Ist das berechtigt?

Professor Gerald Hüther: Nein. Und zwar nicht, weil es in der Natur keine Gefahren gäbe. Natürlich gibt es die, und das ist auch gut so. Denn Kinder brauchen wohldosierte Risiken, damit sie üben können, sich in einer potenziell gefährlichen Umwelt zurechtzufinden. Wenn etwa ein Junge auf einem glitschigen Stein ausrutscht, dann hat er vielleicht eine Schramme, aber er wird von nun an etwas vorsichtiger sein, wahrscheinlich auch umsichtiger. Diese Selbstsicherheit lernt er nirgendwo besser als draußen, etwa in einem Waldkindergarten. Die Natur ist für Kinder ein idealer Entwicklungsraum.

Warum ist gerade die Natur so gut geeignet?

Weil sie lebendig ist, wie die Kinder selbst, sich ständig verändert und mit allen Sinnen wahrgenommen werden kann. Dort haben Mädchen und Jungen ausreichend Platz, um neue Bewegungen auszuprobieren – rückwärts laufen, klettern, hüpfen, schwimmen. Sie treffen auf Widerstände, an denen sie wachsen können. Etwa, wenn sie über einen Baumstamm balancieren, in Wipfel klettern, so hoch sie sich trauen, oder über einen Bach springen. So werden sie von Mal zu Mal geschickter, bewegen sich immer sicherer, lernen sich selbst und ihre Möglichkeiten immer besser kennen. Gerade kleine Kinder beziehen allein aus solchen motorischen Erfolgserlebnissen viel Selbstbewusstsein. Sie brauchen das Abenteuer – und sie suchen es. Es ist Ausdruck ihrer angeborenen Entdeckungs- und Gestaltungslust.

Was passiert, wenn Mädchen und Jungen keine Gelegenheit bekommen, solche Erfahrungen zu machen?

Ihnen stößt viel eher etwas zu, sie sind weniger selbstsicher. Viele kleine Mädchen und Jungen steigen zum Beispiel eine Leiter vorwärts herunter, mit den Händen im Rücken. Sie hatten offenbar nicht viel Gelegenheit zu klettern, und wenn, hat am Fuß der Leiter ein Erwachsener mit ausgestreckten Armen gewartet. Wenn dann später niemand dort steht, führt das mitunter zu schlimmen Unfällen. Ein weitgehend unbeaufsichtigtes Kind hätte von selbst gelernt, dass es sich mit dem Gesicht zur Leiter hin deutlich sicherer klettern lässt.

Aber nicht nur die Motorik, auch der allgemeine Gesundheitszustand von Kindern wird besser, wenn sie viel draußen spielen.

Weil sie dort mehr Bewegung, Licht und Sauerstoff bekommen?

Nicht nur das. Studien zeigen auch, dass das Immunsystem eines Kindes gestärkt wird, wenn es viel Kontakt zu Pflanzenstoffen, Tieren, Würmern sowie Keimen aller Art hat. Denn seine Abwehrzellen kommen auf diese Weise frühzeitig mit einer Vielzahl von Mikroben und Fremdstoffen in Kontakt und lernen, Schädliches von Ungefährlichem zu unterscheiden. Die Folge: Allergien treten weniger häufig auf. Sogar die kognitive Entwicklung der Kinder wird positiv beeinflusst.

Inwiefern regt das Hantieren mit Matsch, Dreck und Erde den kindlichen Geist an?

Weil sich in der Natur sehr vieles auf sehr unterschiedliche Art entdecken und gestalten lässt. In der Wohnung oder auf einem Spielplatz ist ja alles schon fertig. Ein verwilderter Garten oder ein Wald ist dagegen nie fertig, weil er sich ständig verändert, weil er lebt. Da lassen sich Wasserläufe mit Steinen aufstauen, aus Ästen Lagerfeuer und Hütten errichten, mit Rinde, Moos und Blättern kleine Figuren bauen. Kinder entwickeln dabei eine unglaubliche Vorstellungskraft. Aus einem simplen Stock zum Beispiel können sie in ihrer Fantasie alles Mögliche erschaffen, etwa einen Bogen oder ein Reitpferd.

Was geschieht dabei im Gehirn?

Jede Form der Kreativität, jede gute Idee führt dazu, dass das Belohnungszentrum im Gehirn spezielle Botenstoffe ausschüttet, die ein gutes Gefühl auslösen. Das wirkt motivierend. Und zugleich werden die Nervenzellen angeregt, sich stärker miteinander zu vernetzen. Auf diese Weise funktioniert Lernen von ganz allein, mit sehr viel Freude. Daraus entsteht ein innerer Antrieb, sich weiter auszuprobieren, etwas zu bewirken. Dabei können sich Kinder im eigenen Tun verlieren und sich ganz mit dem verbinden, was sie machen. Das nennen wir Spiel.

Hat das auch etwas mit Neugier zu tun?

Die Lust, Neues zu entdecken, gehört natürlich dazu. Etwa, wenn ein Kind sich für einen Käfer oder ein außergewöhnliches Blatt begeistert. Und wenn niemand kommt, der stört und sofort alles wegerklärt, dann wird es auch mit Hingabe den Ameisen beim Blattlausmelken zuschauen, unter Steinen nach Kellerasseln suchen oder den Vogelstimmen im Wald lauschen.

Kleinkinder geraten bis zu 50 Mal am Tag in neugieriges Staunen. Allerdings nur, wenn sie sich in einer Welt bewegen, in der es auch wirklich etwas zu erleben gibt.

Heranwachsende, die daheim mit einem Ponyhof aus Plastik spielen, können nicht genauso Vorstellungskraft entwickeln?

Das Grundproblem bei fast allen solchen Spielzeugen ist, dass der Hersteller bereits vorgegeben hat, was man damit machen kann. Und je ausgefeilter die Technik ist, desto stärker wird die Fantasie in der Struktur des jeweiligen Spielzeugs gefesselt. Da kommt nur wenig Entdeckungslust auf.

Was ist von elektronischen Spielen zu halten, die versprechen, besonders kindgerecht zu sein?

Auch die vermögen den Wald nicht zu ersetzen. Ein Computer riecht nicht nach Harz, er schmeckt nicht nach feuchter Erde. Man kann seine Finger nicht hineingraben, Kälte und Nässe spüren; sich nicht darin verstecken oder etwas damit bauen und dabei die eigenen Kräfte, das Klopfen des Herzens, die Anstrengung der Muskeln wahrnehmen.

So gesehen, erscheint ein Computer ziemlich langweilig.

Er ist eben nicht lebendig. Er kann nur das, wofür ihn jemand programmiert hat. Zwar können Sie einem Kind auch auf einem Tablet-Computer zeigen, wie eine Maus aussieht. Und wenn man da auf das Mauseloch drückt, kommt sie raus und piept. Aber für Mädchen und Jungen ist es viel faszinierender, mit den Eltern oder Freunden geduldig vor einem echten Mauseloch auszuharren. Das ist eine Lehrstunde in Beharrlichkeit und Mitgefühl. Und sie erleben ihr Gegenüber, die kleine lebendige Maus, als ein Subjekt, das sich nicht ihrem Willen unterwirft und per Knopfdruck reagiert.

Natur: die beste Gesundheitsschule

Der Neurobiologe Prof. Dr. Gerald hüther, Jg. 1951, beschäftigt sich unter anderem mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Gehirnentwicklung. Seit 2015 ist er Vorstand der »Akademie für Potentialentfaltung«

Warum ist es wichtig, dass sich die Spielumgebung nicht zu sehr nach den Wünschen des Kindes richtet?

Wenn alles vorgefertigt ist und per Knopfdruck oder Mausklick kontrolliert und gesteuert werden kann, erwarten Kinder später im Leben, dass auch dort alles so funktioniert, wie sie es wollen. Moderne raffinierte Spielzeuge vermitteln genau diesen Eindruck. Etwa interaktive Puppen: Ein Mikrofon in der Puppe und eine Software erkennen die Fragen des Kindes, der Speicher der Puppe und der Server des Herstellers liefern die passenden Antworten. Je besser so ein Spielzeug funktioniert, desto eher glaubt das Kind, dass es seine Fragen und seine sozialen Bedürfnisse mit einer Puppe regeln kann.

Wer das nicht durchschaut und sich womöglich sogar noch freut, dass ein Kind ständig mit solchen Puppen spricht, darf sich nicht wundern, wenn es später die Denkmuster einer Puppe hat.

Haben Kinder nicht schon immer eine enge Beziehung zu ihren Puppen aufgebaut?

Aber diese Interaktionen waren klar begrenzt und traten nicht in Konkurrenz zu anderen sozialen Beziehungen. Klare Abgrenzungen bestanden auch zu den Erwachsenen: Kinder haben unendlich mehr voneinander gelernt, wenn sie sich ohne Überwachung durch Erwachsene etwas einfallen ließen. Insbesondere in altersgemischten Gruppen: Da gibt es wegen der Unterschiede zwischen Größeren und Kleineren wenig Konkurrenz. Diese Gruppen bieten reiche soziale Erfahrungen, auch weil sich jeder mal in der Rolle des Jüngeren, mal in der des Älteren wiederfindet. Ganz nebenbei lernen die Kinder dabei auch, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Was genau geschieht, wenn Kinder, ob nun gleichaltrig oder altersgemischt, miteinander spielen?

Beim Spielen begegnen die Kinder einander auf Augenhöhe, als Subjekte. Das heißt, sie suchen danach, was jeder mit seinen Fähigkeiten zum Spiel beitragen kann, damit alle gemeinsam etwas erreichen. Sie handeln sogar selbst die Regeln des Miteinanders aus. Diesen Zustand, wenn Kinder zusammen in ein Spiel vertieft sind, ihre Ideen, ihr Wissen frei austauschen und alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, bezeichnen Neurobiologen als „Kokreativität“.

Fällt Ihnen ein Beispiel für einen solchen kokreativen Prozess ein?

Ich selbst habe als Kind mit anderen zusammen einen eigenen Zoo gegründet: Wir haben in der Natur Libellenlarven, Käfer und Kaulquappen gefangen und sie in einem Schuppen in Gläsern und Kartons gehalten, gemeinsam haben wir die Tiere versorgt und den anderen Dorfkindern angeboten, unseren Zoo zu besuchen: gegen einen Apfel oder etwas Süßes als Eintritt. Das ging alles ohne Erwachsene. Meine bis heute anhaltende Freude am Entdecken, am Lernen und Gestalten verdanke ich wahrscheinlich weder der Schule noch meinem Elternhaus – sondern dieser Kindertruppe, mit der ich damals die Welt entdeckt habe.

Welche Folgen hat es, wenn ein Kind seine Zeit überwiegend mit unbelebten Objekten verbringt?

Es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass sich im Gehirn von Heranwachsenden bestimmte Strukturen unterschiedlich herausbilden – je nachdem, welche Erfahrungen sie in ihrer Lebenswelt gemacht haben. So ist etwa bei jenen Kindern, die wenig Kontakt zur Natur, zu Tieren und anderen Menschen haben, der sogenannte präfrontale Kortex auch weniger komplex vernetzt. Diese Hirnregion ermöglicht es, Handlungen zu planen und deren Folgen abzuschätzen, uns in andere hineinzuversetzen, unsere Affekte, wie Frust oder Aggression, zu kontrollieren, also auch geduldig zu sein.

Äußerst anspruchsvolle Leistungen mithin.

Für die man entsprechende Vernetzungen im Gehirn braucht. Die können sich aber nur in einer komplexen, anregenden Umwelt bilden. Umgekehrt führt das Aufwachsen in einer reizarmen Umgebung dazu, dass wir kurzsichtiger denken, unsere Impulse nicht mehr im Griff haben, uns leicht frustrieren lassen und uns auch nicht so gut in andere hineinversetzen können. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass viele Kinder nicht nur von leblosen Objekten umgeben sind, sondern zunehmend auch selbst zum Objekt der Erwartungen anderer gemacht werden.

Das müssen Sie bitte genauer erklären.

Unsere Kinder wachsen in einer Gesellschaft auf, in der inzwischen jeder ständig vermessen und mit anderen verglichen und bewertet wird. Es fängt damit an, dass Eltern darauf achten, ob ihr Kind später zu sprechen beginnt als andere, ob es auch ja rechtzeitig läuft und die vorgesehenen Entwicklungsschritte in der richtigen Reihenfolge absolviert. Kurz: ob es der Norm entspricht. Das setzt sich in der Schule mit der Benotung fort, der heute viel mehr Bedeutung beigemessen wird als in früheren Zeiten. Wer aber ein Kind auf diese Weise ständig kontrolliert und bewertet, macht es zum Objekt. Wie einen Schrank, bei dem man misst, ob er ins Wohnzimmer passt.

Brauchen Kinder denn keine Bewertungen und Rückmeldungen?

Kinder brauchen für ihre Entwicklung vor allem das Gefühl, so, wie sie sind, dazuzugehören und angenommen zu sein. Ihre Beziehungen zu anderen, ihr Wissen von der Welt und ihre Fähigkeit, sie zu gestalten, müssen ein stimmiges Ganzes ergeben. Nur wenn dieses Bedürfnis nach Zugehörigkeit gestillt ist, beginnen sie, sich für ihre Umwelt zu interessieren. Sobald sie aber wie ein Objekt bewertet werden, erleben sie das als sehr schmerzhaft. Im Gehirn werden dann die gleichen Netzwerke aktiv wie bei körperlichen Qualen.

Welche Auswirkungen hat das?

Der innere Entwicklungsmotor kommt ins Stocken: Wer unglücklich ist, weil er ausgegrenzt oder abgewertet wird, der ist nicht mehr kreativ, der lernt nicht besonders gut, der wird auf Dauer sogar krank. Das mag eine der Erklärungen dafür sein, dass hierzulande die Häufigkeit von psychischen Störungen, von Ängsten und Depressionen ansteigt. Denn letzten Endes sind Glück, Entwicklungslust und Gesundheit verschiedene Seiten des gleichen Phänomens.

Können Sie dazu ein Beispiel nennen?

Wenn ein Kind etwa darunter leidet, dass es in seiner Klasse keine Freunde findet, dann entwickelt es oft auch Lernschwierigkeiten. Es verkrampft und bekommt nach einer Weile vielleicht zudem Bauchschmerzen. Damit gehen die Eltern zum Arzt und hoffen auf ein Medikament. Viel ratsamer wäre es aber, die tiefere Ursache des Problems zu beheben, nämlich die Ausgrenzung im Klassenverband.

Woran lässt sich mangelndes Wohlbefinden noch feststellen?

Gerade bei kleineren Kindern gibt es ein untrügliches Zeichen: Ein Kind, dem es nicht gut geht, hört sofort auf zu spielen. Wenn es das tut und seinen Bezugspersonen ständig am Rockzipfel hängt - dann stimmt etwas nicht.

Vielleicht langweilt sich das Kind ja nur.

Wer intensiv in ein Spiel vertieft ist, langweilt sich nicht. Aber auch gelegentlich Langeweile zu spüren wäre nicht das Schlechteste. Viele Jungen und Mädchen können heute jedoch nicht mehr damit umgehen. Dabei ist Muße etwas Schönes. Die kann ich als Kind allerdings nur wertschätzen, wenn meine Eltern das auch tun. Wenn sie umherspringen wie Wüstenrennmäuse, wird der Nachwuchs auch eine Rennmaus- Mentalität entwickeln.

Dabei tut es einem Heranwachsenden gut, wenn er auch einmal nicht von außen stimuliert wird. Dann beginnt sein Gehirn, aus sich selbst heraus Fantasie zu entwickeln.

Geraten Kinder heute seltener in diesen Zustand?

Die meisten Kinder leben in einer Welt, in der ständig etwas ruft: Ich bin bedeutsam. Unsere technischen Geräte sind oft ganz bewusst darauf gerichtet, Aufmerksamkeit zu fesseln. Schon Erwachsene sind kaum in der Lage, zu bewerten, was von diesen bunten Bildern, Videoclips und Angeboten tatsächlich wichtig ist, Kinder erst recht nicht.

Sollte man Kinder vollständig von Tablets und Computern fernhalten?

Solange wir digitale Medien als Werkzeuge nutzen, um damit etwas zu machen, zu gestalten oder zu erkunden, sind sie genauso zweckmäßige Instrumente wie Hammer und Schraubenzieher. Nichts spricht dagegen, gemeinsam mit einem Dreijährigen einen aufkeimenden Avocadokern über eine Woche mit der Digitalkamera zu filmen – und am Computer daraus einen einminütigen Videoclip zu machen, der das Wachstum dokumentiert.

Problematisch wird es aber, wenn digitale Medien benutzt werden, um ungestillte Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn Kinder beispielsweise chatten, weil sie Langeweile haben. Oder nach der Schule vor Ballerspielen sitzen, um angestauten Frust abzubauen, weil sie im Unterricht ständig abgewertet wurden.

Warum ist das bedenklich?

Weil sie auf diese Weise nicht lernen können, ihre Affekte selbst zu regulieren und ihre eigentlichen Probleme zu lösen. Vor dem Computer zu sitzen ist dann eine Ersatzhandlung, und davon werden auch schon Kinder allzu leicht abhängig.

Manche Mütter und Väter möchten aber, dass ihre Kinder sich früh mit moderner Technik auskennen.

Das ist ein legitimes Interesse, aber es kommt eben sehr darauf an, wofür Kinder diese Medien benutzen. Manche Eltern versuchen ihnen vorzuschreiben, wie viele Minuten am Tag oder in der Woche sie damit zubringen dürfen. Wichtiger wäre es, darauf zu achten, was sie damit machen.

Was sind sinnvolle Alternativen?

Es gibt deutlich mehr Möglichkeiten, als die meisten Eltern denken, um Abenteuer im richtigen Leben zu entdecken, auch in der Stadt: ob in einem Garten, in einem Park oder an einem Ententümpel. Zur Not kann auch schon ein Blumenkasten auf dem Balkon, den das Kind selbst gestalten darf, etwas bewirken, oder ein Haustier, um das es sich hingebungsvoll kümmert.

Und warum nicht am Wochenende gemeinsam rausfahren, etwa auf einen Bauernhof oder zum Pilzesammeln in den Wald?

Die Verantwortung liegt also in der Hand der Eltern.

Ja. Denn sie sind es, die abwägen müssen, was in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder die größere Bedeutung hat: ob es die unstrukturierte Welt draußen ist, die sich spielerisch-kreativ erkunden lässt.

Oder ob es vor allem die mit digitalen Medien ausgestattete Welt der Innenräume ist.