Logo GEO Spezial
REISEN. ENTDECKEN. ERLEBEN

Checkliste: Abgehakt, fertig, los

Was kommt in den Koffer? Kann ich mit Kindern reisen? Die GEO-Special-Checkliste für den reibungslosen Start in den Namibia- oder Botswana-Urlaub
In diesem Artikel
Checklisten
Vorbereitung
Ausrüstungsempfehlungen
Tipps im Netz
Reisen mit Kindern

Jürgen Althans, Unternehmensberater und Business Coach aus Hamburg, verbrachte insgesamt sechs Jahre in Namibia. Bei 19 Reisen und längeren Aufenthalten in seiner „zweiten Heimat“ hat der Berater der GEO-Redaktion seine Ausrüstungsliste ständig optimiert. Über Verbesserungsvorschläge freut er sich aber immer noch: reisewelt@geo.de.

Checklisten

c8db84163cd5ccfef487dee09250d03b

An alles

gedacht: an Sonnebrille, Halstuch, Hut und Khaki-Weste mit vielen Taschen. Afrika-Fan Jürgen Althans (2.v.l.) während einem seiner unzähligen Namibia-Aufenthalte

Checklists sind aus der Fliegerei bekannt. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie vollständig sind und dabei auch vermeintliche Selbstverständlichkeiten enthalten. Das ist auch bei den nun folgenden Empfehlungen Methode. Ein gültiger Reisepass ist selbstverständlich – aber haben Sie nicht auch schon erlebt, dass genau dieses Dokument am Flughafen fehlt, weil sich ein Reisepartner auf den anderen verlassen hat. Auch Reservebatterien sind selbstverständlich, aber wer schon einmal in Orupembe in Nordnamibia versucht hat, eine Fotobatterie zu kaufen, der weiß, was „selbstverständlich“ bedeutet.

Meine Vorschlags-Checklist erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch einen auf Allgemeingültigkeit. Die Liste will lediglich Routinen abkürzen und Bewusstsein schaffen. Sie ist das Ergebnis vieler Reisen im südlichen Afrika und ist dabei optimiert und vervollständigt worden. Beispiel Moskitonetz: Viele Lodges und Gästefarmen sind damit ausgestattet, etliche nicht. Wer hier sicher gehen möchte, sollte ein Netz im Koffer haben.

Vorbereitung

Vorbereitung

Bevor man sich an die Detailplanung machen kann, empfiehlt es sich, einige grundsätzliche Frage zu beantworten:

Plane ich einen ruhigen Urlaub oder soll viel gefahren werden? Wie viele Stunden pro Tag möchte ich fahren? Mit Foto- und Tankstopps können auf schwierigen Straßen bereits 200 Kilometer eine hohe Tagesleistung sein. Will ich nur den namibischen Norden (Tiere!) oder nur den Süden (Landschaft) bereisen? Wie oft will ich Unterkünfte wechseln? Konkret: Macht es mir etwas aus, jeden Tag den Koffer zu packen? Will ich nur kleine Mengen Kleidung mitnehmen und unterwegs waschen?

Allgemeine Tipps

Die Deutsche Botschaft in Windhoek gibt Empfehlungen und Sicherheitshinweise für Selbstfahrer heraus, die zum Beispiel bei den meisten Autovermietern ausliegen. Beachten Sie diese genau! Autounfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit insbesondere auf den Sand- und Schotterstraßen sind zumeist folgenschwer. Deshalb: Fahren Sie nie schneller als die empfohlenen 80 km/h. - Auch auf Namibia trifft zu, was man über die Sahara sagt: „Ein kaltes Land mit einer heißen Sonne!“ Daher: wärmende Kleidung unbedingt einpacken. - In Namibia sollten Sie immer einen Hut mit Rundum-Krempe als Sonnenschutz tragen. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme: Schuhe vor dem Anziehen stets ausschütteln! - Verpacken Sie das Gepäck staubgeschützt in mehrere (möglichst transparenten) Plastiktüten. - Und noch ein letzter allgemeiner Hinweis: Im Land wird es relativ früh dunkel. Also an Taschenlampen, Lektüre, Spiele für längere Abende denken.

Ausrüstungsempfehlungen

Dokumente

Reisepass (gültig?), Kinderausweise - Visum - Ticket/Flugschein samt Telefonnummer für Rückflugbestätigung - Bargeld, Euroscheck-Karte, Kreditkarte (gültig?), Reiseschecks

- Währungsumrechnungstabelle - Führerschein, Internationaler Führerschein - Auslandskrankenversicherung - Blutspendepass

- Reisegepäckversicherung, Reiserücktrittsversicherung - Notfallnummern des Gastlandes

- Notfallnummern des Heimatlandes (auch Kontaktpersonen, Sperrung Kreditkarte...) aufschreiben und für alle Mitglieder der Reisegruppe zugänglich machen - Kopien aller wichtigen Dokumente vor der Abreise in der eigenen Wohnung deponieren und mitnehmen

Textilien

Kleidung sollte, wann immer möglich, aus Baumwolle bestehen - Hut mit Rundum-Krempe und Sicherungsleine für Fahrten im offenen Wagen - Halstuch - Pullover dick, Pullover dünn - Khakiweste mit vielen Taschen - 2 Khakihemden lang, 2 kurz - T-Shirts - Windjacke - Socken (ausreichend viele wegen Stechgras) - feste, über den Knöchel reichende Schuhe zum Schutz vor Stechgras und Gifttieren - Handtuch - Badezeug - Stoffsack für gebrauchte Wäsche

Ausrüstung

Ersatzbrille, Ersatzuhr - Sonnenbrille und Ersatzsonnenbrille, Brillensicherungsband, Brillentuch - Taschenmesser und Mehrzweckinstrument - Kompass, Taschenrechner, Wecker - Badelatschen, -tasche, Schwimmbrille - Bauch-/Gürteltasche, Brustbeutel

- Rucksack mit Befestigungsmöglichkeit für Wasserflasche - weiche Taschen, sind beispielsweise bei Weitertransport in Kleinflugzeugen komfortabler als Hartschalenkoffer - Rolle mit kleinen Plastiktüten (Staubschutz) - Moskitonetz mit Bändern und Reißzwecken - Nähzeug - Taschenlampe, und zwar eine pro Person - Briefpapier und Schreibzeug - Handwaschmittel und Wäscheleine

- „Safaribibel“ (Toilettenpapier) - Reiseführer, Gästefarmführer, Wörterbuch - Straßenkarten, Stadtpläne, Sternenkarte - Reiselektüre, zum Beispiel Henno Martins „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste – Eine Robinsonade in der Namib“, Verlag Two Books, 25,50 Euro. Ein Roman, der auf einer wahren Begebenheit beruht. - Bilder der Kinder, der Familie - Gastgeschenke

Reiseapotheke

Schutzimpfungen - Malariaprophylaxe

- Pflege gegen Sonnenbrand

- Insektenschutz/Mückenspray - Fieberthermometer - Medikamente gegen Fieber, Kopfschmerzen, Reisekrankheit, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Magenschmerzen, Insektenstiche, Erkältung, Husten

- Wund-, Brandsalbe, Muskel- und Gelenksalbe - Pflaster, sterile Binden, elastische Binden

- Desinfektionsmittel

- Schere, Pinzette

- Einmalhandschuhe - Kondome

Geräte

Adapter für Netzstrom - Adapter/Kabel, um Ladegeräte im Auto anschließen zu können

- Mobiltelefon mit Ladegerät - Kamera mit Ladegerät/Batterien - MP3-Player mit Ladegerät/Kabel - Reservebatterien für alle Geräte - Filme und Batterien für Analog-, Speicherchips für Digitalkameras - Staubpinsel, Staubtuch - Fernglas

Mini-Checkliste „Unterwegs im Auto“

Wasser, Verpflegung - Erste-Hilfe-Set - Kartenmaterial, Reiseführer - Notizblock, mehrere Stifte

- Bargeld, Kleingeld für Trinkgelder - Fernglas, Foto-/Videoausrüstung - Insektenschutz - Sonnenbrille mit Sicherungsband, Sonnenhut mit Sicherungsband, Sonnenschutz, Lippenbalsam - Regen- und Sonnenschirm - Jacke, Pullover, Halstuch, Handtuch, Rucksack - Taschenmesser, Multifunktionsgerät, Taschenlampe - Schlaf-/Halskrause - Papiertaschentücher, Toilettenpapier, Pflaster, Erfrischungstücher

- Abfalltüte, Lappen

- Musik oder ein Hörbuch: zum Beispiel „Meine afrikanischen Lieblingsmärchen“, gesammelt von Nelson Mandela. Hoffmann und Campe, 24,95 Euro.

Tipps im Netz

Reiseplanung Namibia: www.travelnews.com.na,

www.namibia-facts.de, www.natron.net und www.namibia-tourism.de liefern alle Reisetipps und Hintergrundinformationen.

www.namibiatourism.com.na Seite der namibischen Tourismusbehörde.

www.namibia-info.net umfassender Online-Reiseführer. www.nwr.com.na Englischsprachige Seite über die Nationalparks in Namibia.

Reiseplanung Botswana: www.botswana-tourism.gov.bw Karten, Service und Hintergründe rund um Reisen in Botswana.

www.okavango-delta.net Englischsprachige Seite über das Okawango-Delta mit Unterkünften und Linkliste.

Blogs & Foren: http://blog.zeit.de/namibia Blog eines Journalisten, der mehrere Monate in Namibia lebte.

http://travel.nytimes.com/travel/guides/africa/namibia Mischung aus Reiseberichten und journalistischen Texten.

www.namibia-forum.ch Reise-Insider tauschen sich aus, auch über andere Länder im südlichen Afrika, einschließlich Botswana.

Aktuelles: www.az.com.na Deutschsprachige Tageszeitung mit aktuellen Berichten und Kommentaren zu Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur.

http://allafrica.com Gesamtafrikanische Nachrichtenplattform, auf der täglich aus Namibia und Botswana berichtet wird.

Landeskunde & Geschichte: www.inwent.org/v-ez/lis/botswana und http://www.inwent.org/v-ez/lis/namibia Länderinformationen von InWent, Gesellschaft für Internationale Weiterbildung und Entwicklung.

www-sul.stanford.edu/depts/ssrg/africa/bots.html Umfangreiche Linksammlung der Uni Stanford zu Botswana.

www.africa.upenn.edu/Country_Specific/Botswana.html Botswana-Abteilung der University of Pennsylvania, Landeskunde und Linksammlung. www.namibiana.de Spezialisierte Versandbuchhandlung aus Niedersachsen. Landkarten, Reiseführer, Belletristik.

www.gov.bw Offizielle Seite der botswanischen Regierung, Wirtschaftliche und geschichtliche Hintergründe und touristische Informationen. www.dngev.de Deutsch-Namibische Gesellschaft mit Sitz in Göttingen. Projekte, Schüleraustausch, Vorträge.

Musik: http://www.youtube.com/watch?v=O69uLlGVDzo Sommerhit auf Südwesterdeutsch: „Wo ist die Coolbox“ von Eric Sell („Ees“).

http://david.national-anthems.net/bw.htm Nationalhymne Botswanas. http://david.national-anthems.net/na.htm Nationalhymne Namibias.

Reisen mit Kindern

Namibia und Botswana sind keine idealen Familienreiseziele. Richtig geplant, kann ein Urlaub mit Kindern aber gerade dort zu einem tierisch-schönen Erlebnis werden: bei genügend Zeit für die Begegnung mit Elefanten, Nashörnern und Büffeln. Wichtig ist, die Fahrstrecken nicht zu lang zu wählen und die

Unterkünfte nicht zu oft zu wechseln. Statt bloß zwei Übernachtungen besser drei bis vier an einem Ort einplanen! In Namibia sind vor allem Gästefarmen zu empfehlen, da sie viel Platz zum Spielen bieten. Besonders lohnenswert ist ein Besuch des tierreichen Etosha National Park mit seinen zahlreichen Picknickplätzen.

In den Lodges im botswanischen Okavango-Delta sind Kinder meist erst ab zwölf Jahren willkommen. Zum einen ist ein Aufenthalt in der Wildnis gefährlich – die Unterkünfte sind nicht umzäunt, Tiere können also frei durch die Camps laufen. Zudem möchte man dem Publikum der meist kostspieligen Unterkünfte wohl auch möglichen Lärm ersparen. Familien müssen dennoch nicht auf Botswana verzichten: Um das Land zu erkunden, können Sie, am besten ab Windhoek, einen Allradwagen mit Dachzelt anmieten und auf Campingplätzen übernachten – dort gibt es keine Altersbeschränkung. Wichtig ist jedoch, dass Kinder stets bei ihren Eltern bleiben, denn wie bei den Lodges gibt es auch hier keine Zäune. In der Nacht garantiert dafür das Dachzelt ruhigen Schlaf – zumindest keine Störung durch Tiere mit weniger als Elefantengröße.

Kinderfreundliche Unterkünfte in Namibia Okambara Elephant Lodge, Tel. 00264-64/40 51 57, www.okambara.de, 75 € pro Person im DZ mit Frühstück, Kinder unter 6 Jahren frei, bis 12 Jahre zahlen sie die Hälfte. Die Ranch liegt in den Okambara-Bergen, ca. 120 km östlich von Windhoek. Fünf große Apartments, zwei Bungalows sowie ein burgähnli¬ches Haupthaus mit Terrasse und Blick auf ein Wasserloch. Auf 10 000 Hektar leben u. a. Nashörner, Giraffen, Elefanten, Gepar¬den und Leoparden, die vor dem Abschuss gerettet wurden. Kinder können hier mit einem Eselwagen fahren, an Buschwanderun¬gen teilnehmen, auf dem kleinen „Bauernhof“ mit Schwei¬nen und Kälbern helfen oder im Pool spielen. Eignet sich besonders für den Anfang oder das Ende einer Namibia- oder Botswana-Reise.

Kambaku Safari Lodge, Otjiwarongo, Tel. 00264-67/30 62 92, www.kambaku.com, 80 € pro Person im DZ/HP, Kinder zwischen 9 und 14 Jahren zahlen die Hälfte, Kinder bis 9 Jahre 20 €. Im afri¬kanischen Stil erbaute Lodge auf dem Gelände einer Wildfarm (25 km Luftlinie zum Waterberg, 71 km nördlich von Otjiwarongo). Mögliche Unternehmungen: Pirschfahrten, Ausritte und Ausflüge in die nähere Umgebung. Kinder können in der Kutsche fahren oder reiten, auf dem Abenteuerspielplatz, im Pool oder auf dem Volleyballplatz toben.

Gästefarm Immenhof, Omaruru, Tel. 00264-67/29 01 77, www.immenhof.com.na, 65 € pro Person im DZ/HP, Kinder bis 6 Jahre frei, bis 12 Jahre zahlen sie die Hälfte. Eine stilvolle Gästefarm in hügelig-bergiger Landschaft nördlich der Tjirundu-Berge. Gemütlich eingerichtete Zimmer, Pool, Spielplatz, traditionelle deut¬sche Küche, Wandern, Wildbeobachtung, Reiten und Fahr¬ten im offenen Allrad-Jeep möglich. Sehr herzliche Gastgeber.