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Fotoschule: Fish-Eye-Objektiv Fotoschule: Fish-Eye-Objektiv

Das Fish-Eye ist ein höchst umstrittenes Objektiv: Durch die starke Verzerrung wirken Bilder schnell gekünstelt. Doch es eignet sich ideal zum Fotografieren von Gebirgen, findet Fotograf Ralf Gantzhorn

1. In den Bergen geht es unter anderem darum, ein Gefühl für Raum, Tiefe und Ausgesetztheit zu vermitteln. Das lässt sich am besten mit großen Weitwinkeln wie einem Fish-Eye-Objektiv realisieren.

2. Das Problem: Beim Fish-Eye ist der Horizont nur in der Bildmitte eine gerade Linie. Linien am Bildrand dagegen werden gekrümmt. Normalerweise versucht man genau das als Fotograf zu vermeiden. Um dennoch überzeugende Bilder zu machen, muss der Horizont durch eine möglichst spektakuläre Bergnadel oder Felsformation in unmittelbarer Nähe des Betrachters aufgebrochen werden. Dann kommen auch die Vorteil des riesigen Bildwinkels zum Tragen: Das Motive kann komplett abgebildet werden, und eine ungeheure Tiefe entsteht. Die perspektivische Krümmung am Rand ist plötzlichl vernachlässigbar.

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Das Motiv ohne Fish-Eye-Objektiv

3. Erschwerend kommt beim Fotografieren im Hochgebirge hinzu, dass Schnee und Eis die Belichtungsautomatik oft überfordern. Selbst Monitore helfen wenig, weil das Licht über 3000 Meter Höhe viel zu grell ist. Daher sollte man unbedingt Blende und Zeit von Hand steuern, normalerweise müssen ein bis zwei Blenden überbelichtet werden.

4. Und noch etwas kommt hinzu: Für das perfekte Bild am Berg müssen alle Faktoren stimmen, doch gerade im Hochgebirge lässt sich nicht jedes Foto beliebig oft wiederholen. Der Weg ist beschwerlich. Das Wetter kann plötzlich umschlagen. Es ist eine Kunst zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Mein Tipp ist da relativ simpel: Möglichst viele Touren gehen.

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Und einmal mit Fish-Eye