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Science Slam Slammer des Monats

Mit einem Video stellen wir jeden Monat einen besonders unterhaltsamen Science-Slam-Teilnehmer vor
In diesem Artikel
Achim Reisdorf (10/13)
Peter Westerhoff (9/13)
Christopher Kyba (8/13)
Thien Ngoc Tran Nguyen (7/13)
Lydia Möcklinghoff (6/13)
Saskia Oldenburg (5/13)
Henning Beck (4/13)
Sebastian Lotzkat (3/13)
H. Hofmann-Sieber (2/13)
Oliver Adria (1/13)
Tobias Glufke (12/12)
S. Hundertmark (11/12)
Timo Sieber (10/12)
André Lampe (9/12)
Giulia Enders (8/12)
Boris Lemmer (7/12)

Achim Reisdorf (10/13)

Der Paläontologe Achim Reisdorf untersucht Dino-Skelette

Weshalb sind Dinosaurierskelette oftmals so bizarr verkrümmt? Denken wir an die Ikone der Paläontologie, den Urvogel Archaeopteryx. Eine spezielle Disziplin, die Taphonomie, sucht Antworten auf diese „Schicksalsfrage“. Sie ist ein interdisziplinärer Wissenschaftszweig mit vielen dramatischen wie schrägen Geschichten zur Fossilwerdung, insbesondere über die „rekonstruierten“ Todesumstände. So gesehen arbeite ich als Paläo-Forensiker. Und trete unter anderem an, mit meiner Forschung eine globale Modeströmung in der Paläontologie zu widerlegen: die Hypothese vom „Steingewordenen Todeskampf“ der Saurier. Viele der hierfür als Beweis angeführten Skelette zeigen das Phänomen über den Rücken hin gekrümmter Hälse. Solche Fossilien liegen in Gesteinsablagerungen, die sich nachweislich unter Wasser absetzten.

Gemeinsam mit meinem Kollegen Michael Wuttke ging ich dieser weithin akzeptierten Agonie-Hypothese auch mittels „Kitchen Science“ auf den Grund: Wir setzten Hühnerhälse vom Bio-Metzger ins Aquarium (genau, Hühner sind legitime Thronfolger der Dinosaurier!). Dort krümmten sich die zuvor lang ausgestreckten Hälse wie von Geisterhand um 180 Grad nach hinten. Die Ursache hierfür liegt in der Biomechanik einer vorgespannten Bandstruktur, welche sich bei Wirbeltieren von der Schwanzwurzel bis zum Hals oben an der Wirbelsäule entlangzieht.

Wird die an den leblosen, ausgestreckten Hälsen ansetzende Schwerkraft durch das Wasser-Experiment aufgehoben, dann krümmen die Zugkräfte dieser Bandstruktur die Hälse. Dieser Nachweis zeigt, dass die Tiere wahrscheinlich friedlicher verstorben sind, als bislang vielfach und so schaurig angenommen. R.I.P., Dino-Ikonen! Happy End. Next weird case: Können Saurier explodieren? Und die Frage, warum bei meinen Bahnreisen zu weit entfernten Science Slams mit frischen Demo-Hühnerhälsen und ohne Kühlkette im Sommer die Sitzplätze neben mir stets frei bleiben.

Peter Westerhoff (9/13)

FameLab-Teilnehmer Peter Westerhoff über intrumentierte Implantate

Voller Staunen steht der Ingenieur vor dem, was die Natur über Jahrmillionen perfektioniert hat. Etwa unserem beweglichen Gebilde aus Knochen, Gelenken, Muskeln und Bändern. Das 60 bis 80 Jahre lang super funktioniert. Und sich im Schadensfall oft selbst repariert. Klar, notfalls können wir uns mit Prothesen behelfen - aber die verhalten sich zum Naturprodukt wie ein altes Holzfahrrad zum Hightech-Carbon-Bike.

Um das zu verbessern, müssten wir besser verstehen, welche Kräfte wann in den Gelenken wirken. Eine Information, die unserem Körper extrem schwer zu entlocken ist. Was ich mit meiner Promotion trotzdem versucht habe. Und zwar: mit „instrumentierten Implantaten“. Das hat nichts mit Musik zu tun, sondern mit Messinstrumenten, die in solche Implantate eingebaut sind. Und die quasi direkt von der Hüfte nach draußen funken, wann es im Gelenk wie heiß wird. Oder welche Kraft bei welcher Bewegung wie ins Knie drückt. In Echtzeit.

Damit kann man lustige Erkenntnisse gewinnen - etwa dass der Einfluss verschiedenen Schuhwerks auf die Knochenbelastung (unter uns gesagt) geringer ist als in der Werbung versprochen. Man kann aber auch Dinge erfahren, die Menschen wirklich helfen: So war es früher Hüftpatienten nach der OP über Wochen untersagt, aufs Klo zu gehen. Unsere Messungen haben aber gezeigt, dass beim Unterschieben einer Bettpfanne die Hüfte genauso belastet wird wie beim Gehen mit Stützen. Daher dürfen Patienten heute früher aufstehen. Wir haben auch herausgefunden, dass das Radfahren wirklich so gelenkschonend ist wie angenommen. Und bei längerem Joggen zeigte der Temperaturfühler unserer Implantate Werte bis zu 43 Grad Celsius. Nicht gesund! Noch schlimmer ist Stolpern: Hier wurden Belastungen bis zum Neunfachen des Körpergewichtes gemessen. So etwas wurde vorher nicht einmal den Implantat-Prototypen bei Materialtests zugemutet.

Patienten mit künstlichen Gelenken sollten sich nicht zu viel zumuten, denn so weit wie die Natur sind wir Ingenieure bei der Entwicklung von Gelenken noch nicht. Wir hatten ja auch ein paar Millionen Jahre weniger Entwicklungszeit.

Christopher Kyba (8/13)

FameLab-Teilnehmer Christopher Kyba über Lichtverschmutzung

Seit gerade einmal 100 Jahren ist alles anders: Auf weiten Teilen unseres Planeten hat der Mensch die Nacht fast abgeschafft. Wenn Wolken die Sterne verdecken, ist der Himmel über Stadtgebieten heute 1000-mal so hell wie einst, als das Leben begann. Doch wir bemerken es kaum - weil wir hauptsächlich tagaktive Wesen sind. Für Nachtaktive aber kann künstliches Licht den Tod bedeuten.

Dieses Problem interessiert mich und meine Kollegen vom BMBF-Projekt "Verlust der Nacht". Wie beeinflusst die "Lichtglocke" über Städten die Ökologie, die Beziehungen der Lebewesen untereinander? Zunächst einmal müssen wir wissen, wie viel Licht uns eigentlich umgibt. Dafür nutzen wir „Citizen Science“: Wir bitten Laien um Mithilfe, für uns vor Ort Daten zu sammeln. Schwierig? Nein! Ich zum Beispiel will von meinen freiwilligen Helfern einfach wissen, welche Sterne sie mit bloßem Auge sehen können. Um das Ganze zu vereinfachen, haben wir eine App (http://tinyurl.com/vdn-app) entwickelt.

Sie leitet den Blick der Benutzer in Richtung eines bestimmten Sterns und fragt den User, ob er ihn sehen kann. Nach und nach ermitteln wir den am schwächsten sichtbaren Stern – er ist der Gradmesser für die irdische Lichtverschmutzung. Gegen Lichtverschmutzung kann man übrigens etwas tun: Mit einer besseren Beleuchtung könnte sie deutlich reduziert werden, ohne dass in der Stadt alle Straßen dunkel sind. Vielleicht sieht man dann in 50 Jahren über Berlin auch wieder mal die Milchstraße!

Thien Ngoc Tran Nguyen (7/13)

Thien Ngoc Tran Nguyen ist FameLab-Siegerin 2013. Mit medizinischer Kommunikationsforschung

Bakterien sind allesamt böse, also bloß alles desinfizieren? Von wegen! Jeder Mensch wird von zehnmal mehr bakteriellen Zellen besiedelt, als er menschliche Zellen hat. Und das ist gut so!

Auf unserer Haut stellen sie etwa eine Schutzschicht gegen fremde Keime dar, und in unserem Darm bilden sie Nährstoffe für uns. Nur: Allzu oft killen wir diese guten Geister versehentlich mit, wenn wir Antibiotika gegen die fiesen einnehmen. Das ist problematisch: Denn wir erwischen nicht immer alle bösen Bakterien, wenn wir mit Antibiotika blind durch die Mikrobenwelt unseres Körpers metzeln. Und jene Fieslinge, die übrig bleiben, haben freie Hand. Und können ihre genetische Veranlagung, Antibiotika zu trotzen, auch noch vererben. Was dazu führt, dass Erreger immer öfter resistent gegen unsere Arzneien sind.

Grund genug, nach eleganteren Ansätzen zu suchen, um Infektionen zu bekämpfen. Die Idee, auf der meine Forschung beruht, ist einfach: Kommunikation ist essenziell, für Mikroben wie Menschen. Ohne Kommunikation keine Zusammenarbeit, ohne Zusammenarbeit kein gutes Ergebnis. Auch Bakterien reden miteinander. Sie haben chemische Botenstoffe und spezifische Rezeptoren, die ihnen Kooperation ermöglichen, um unser Immunsystem lahmzulegen. Und hier kommen wir ins Spiel: Wir machen das Teamwork der Fieslinge kaputt, indem wir nur ihre Botenstoffe abfangen, ihre Rezeptoren blockieren. Ziemlich kultiviert, die Ansätze der Zukunft. Gezielt die Kommunikation kappen, statt wahllos bombardieren. Andere Bereiche könnten auch von dem Konzept profitieren.

Lydia Möcklinghoff (6/13)

Slammerin des Monats (Heft 6/13): Lydia Möcklinghoff

Thema: Ameisenbären

Ich erforsche Große Ameisenbären. "Ameisenbären? Ach ja! Die "Blaue Elise" vom Rosa Roten Panter!" Nein, leider falsch. Übersetzungsfehler. Die Blaue Elise ist ein Erdferkel. Die fressen auch Ameisen, wohnen aber in Afrika und sind nicht verwandt mit unserem südamerikanischen Freund, dem Ameisenbären.

Der ist aber auch so ein Supertyp, wenn auch nicht die hellste Kerze auf der Torte. Er heißt GROSSER Ameisenbär weil er die größte Ameisenbärenart ist. Die Rumpfgröße entspricht der eines Schäferhundes, dazu kommen die Schnauze und der buschige Schwanz. Insgesamt zwei Meter. Den Schwanz hat er um sich damit beim Schlafen zuzudecken. Kein Witz. Bei Bedrohung zeigt er sich meist von der Seite - denn von vorn sieht sein schmaler Körper aus wie ein zweidimensionaler Pappaufsteller, der beim nächsten Windzug umfällt. Mit seiner 60 Zentimeter langen Zunge leckt Myrmecophaga tridactyla bis zu 30.000 Termiten und Ameisen pro Tag auf. Er selbst ist keine attraktive Beute - haarig, mager, bitter. Da fressen Jaguar und Puma meist lieber Wildschweine.

Leider ist der Ameisenbär dennoch bedroht. Hier komme ich ins Spiel: Ich forsche im Pantanal. Das ist ein Feuchtgebiet im Westen Brasiliens. Die dortige Natur steht durch die Intensivierung der Weidewirtschaft unter Druck. Schutzkonzepte müssen her! Mit meiner Forschung finde ich heraus, welchen Einfluss großflächige Abholzungen auf Säugetiere wie den Ameisenbären haben. Durch Direktbeobachtungen und mit Kamerafallen will ich nachvollziehen, welche Tierarten wo vorkommen, und vor allem wo sie nicht (mehr) vorkommen. Mit den Ergebnissen kann man dann, zusammen mit den Landbesitzern überlegen, wie beides geht: Naturschutz und Landnutzung.

Saskia Oldenburg (5/13)

Slammerin des Monats (Heft 5/13): Saskia Oldenburg (TU Harburg)

Thema: Wie man aus Mist Geld machen kann

Seit ich das Märchen "Tischlein, deck dich!" kenne, bin ich fasziniert von den Geschenken, welche die Söhne darin bekommen. Besonders vom Goldesel - einem Tier, das Dukaten scheißt! Leider konnte ich mein Pferd nie von diesem Prinzip überzeugen. Aber zum Glück bin ich ja nicht nur Reiterin, sondern auch Ingenieurin für Energietechnik. Und wenn mein Pferd das Gold nicht direkt machen will - dann muss es eben über Umwege gehen. In einer Handvoll Pferdemist steckt genug Energie, um ein Handy zu laden. Und was ist heute wertvoller als Energie?

Die Technik zur Verwandlung von Mist in Kraft existiert schon: Biogas. Zurzeit werden als Ausgangsstoffe aber vor allem Pflanzen eingesetzt, die auch als Nahrungsmittel dienen könnten. Deren biochemische Eigenschaften sind bekannt, und man kann sie beim Anbau beeinflussen. Bei Pferdemist ist das nicht so einfach. Daher entwickle ich ein Modell, das vorhersagen kann, wie hoch der Energiegehalt der Mist-Bestandteile ist - und welche Probleme auftreten, wenn daraus Biogas gewonnen wird.

Dazu musste ich analysieren, wie viele Pferde es gibt (fast 900.000 in Deutschland) und wie viel Mist sie produzieren (je bis zu 45 Kilogramm pro Tag). Der Energiegehalt eines Pferdeapfels hängt davon ab, wie das Pferd gefüttert und wie der Mist gesammelt und gelagert wird. Durchschnittlich können 2,5 Tonnen Pferdemist in einer Biogasanlage eine Tonne Mais ersetzen. Aber es gibt noch Probleme. Zum Beispiel der hohe Sandanteil im Mist und die Schwankungen in seiner Zusammensetzung. Dafür ist bei uns an der TU Harburg eine Anlage entwickelt worden, die Pferdemist in seine Bestandteile (Einstreu mit Urin, Kot und Sand) trennt. Man kann die Zusammensetzung so steuern, dass die maximale Energieausbeute unterstützt wird - mein Pferd macht Gold!

Henning Beck (4/13)

Henning Beck, Universität Ulm, über das Nervensystem: "Speed up your mind!"

Das Gehirn - ein wunderbares Organ! Die komplexeste Struktur im Universum, leistungsfähiger als jeder Computer, perfekte Rechenmaschine! So hört man es allenthalben - und das ist natürlich Blödsinn, denn das Gehirn ist ein Haufen lahmer, unkonzentrierter Zellen. Nervenzellen sind faul, denn sie rechnen vier Millionen Mal langsamer als ein Computer und machen eine Milliarde Mal so häufig Fehler.

Und doch - der eine oder andere hat es sicher schon bemerkt: Das Gehirn funktioniert, seltsamerweise! Bei manchen mehr, bei manchen weniger, aber im Großen und Ganzen macht es seine Sache passabel. „Nanu!“, mag da der interessierte Leser fragen, „Wie kann so was passieren?“ Eine Antwort (von vielen) lautet: Die Nervenzellen im Hirn lassen sich bei ihrer Arbeit helfen. Denn „Helferzellen“ (die Gliazellen, vom griechischen Wort glia = Glibber) unterstützen die Nervenzellen bei allem, wozu sich diese zu fein sind: Sie sorgen für Nahrung, schaffen den Müll aus dem Gehirn heraus und verteidigen es gegen Eindringlinge.

In unserer Forschung haben wir uns mit den Oligodendroglia beschäftigt, die die Nervenfasern elektrisch isolieren. Das ist offenbar wichtig, denn bei Krankheiten wie Multipler Sklerose sterben diese Gliazellen ab und die Nervenfasern gehen zugrunde. Wir haben untersucht, wie diese Oligodendroglia mit den Nervenzellen kommunizieren. In der Regel vertragen sie sich nämlich so gut miteinander, dass sich die Oligodendroglia eng um die Nervenfasern herumwickeln. Sie lassen dabei kleine Lücken frei, an denen sich bei einem Nervenimpuls ein elektrisches Feld ausbilden kann. Dieses Feld reicht bis zur nächsten Lücke zwischen den Gliazellen, sodass der Nervenimpuls von Lücke zu Lücke springen kann. Die somit beschleunigte Informationsleitung ist ein Grund dafür, weshalb unsere Hirne so gut funktionieren. Das genauer zu verstehen, könnte künftig sogar bei der Behandlung von Multipler Sklerose helfen.

Sebastian Lotzkat (3/13)

Sebastian Lotzkat vom Senckenberg-Institut (Frankfurt) über Reptilien

Menschen bringen gern Ordnung in unübersichtliche Dinge. Die biologische Systematik zum Beispiel sortiert etwas ganz besonders Unübersichtliches: nämlich alle bekannten Lebewesen in Klassen, Familien, Gattungen. Ihre kleinsten Schubladen sind die Arten. Jede davon hat einen zweiteiligen wissenschaftlichen Namen verpasst bekommen. Das ist wichtig für uns Forscher, aber auch für Naturschützer und Politiker, denn nur so können wir über bestimmte Organismen reden: seltene Art, bedrohte Art, Artenschutzabkommen ...

Biologische Arten sind aber nicht bloß künstliche Kategorien: Sie sind Einheiten der Evolution. Alle Tiere einer Art haben einen gemeinsamen Vorfahren und können sich nur untereinander fortpflanzen. Und sie erfüllen meist eine ganz eigene Aufgabe in der Natur.

In meiner Doktorarbeit will ich klären, welche Reptilien das Hochland Panamas bevölkern. Dafür habe ich zwölf Monate lang die triefnassen Regenwälder nach Echsen und Schlangen abgesucht, meist nachts. Gefangene Tiere wurden dokumentiert und für wissenschaftliche Sammlungen konserviert. Das klingt grausam, aber nur diese Belegexemplare gelten in Forscherkreisen als Beweis, dass es eine Art überhaupt dort gibt - ein vom iPhone gesendetes Foto reicht da nicht. Außerdem offenbart die Untersuchung der Tierchen daheim im Labor oft Besonderheiten, die mir im Wald nicht aufgefallen sind. Manchmal wird erst nach genetischen Analysen klar, dass bestimmte Exemplare anfangs falsch bestimmt wurden - oder sich sogar von allen bekannten Arten unterscheiden. Die werden dann als neue Art beschrieben.

Und damit geht die Arbeit erst richtig los: Ein weiteres der nach Schätzungen zwischen 10 und 100 Millionen zählenden Steinchen im Mosaik des Lebens muss eindeutig und in Schriftform von den nur zwei Millionen bekannten abgegrenzt werden. Nett ist, dass ich das zweite Wort im Namen „meiner“ neuen Arten selbst wählen kann. Eine putzige Schlange heißt jetzt Sibon noalamina, weil sie zur Gattung Sibon gehört und im Gebiet der indigenen Ngöbe lebt, die mit dem Ruf „¡No a la mina!“ gegen rücksichtslose Bergbaukonzerne protestieren. Gerade beschreibe ich eine schöne Echsenart, die 75 Jahre lang mit einer ähnlichen Art verwechselt wurde. Weil sie ähnlich hübsche blaue Augen hat, benenne ich sie nach meiner Freundin.

H. Hofmann-Sieber (2/13)

Helga Hofmann-Sieber vom Hamburger Heinrich-Pette-Institut über einschneidende Forschungsarbeit:

Können Scheren im Kampf gegen HIV helfen? Diese Frage mag etwas seltsam anmuten. Schließlich sind der beste Schutz vor einer HIV-Infektion Kondome - und Kondome und Scheren sind nun definitiv zwei Dinge, die nicht zusammengehören. Wenn man sich das HI-Virus aber genauer ansieht, erkennt man, dass die Idee mit der Schere vielleicht doch eine gewisse Berechtigung hat. Während der Infektion baut das Virus nämlich seine Erbinformation (also seinen eigenen Bauplan) in die Gene von Körperzellen ein. Danach können im Prinzip zwei Dinge passieren. Erstens: nichts. Das heißt, die Zelle lebt weiter wie gehabt, und von außen weist nichts darauf hin, dass sie infiziert ist. Bis möglicherweise, zweitens, die Gene des Virus in der fremden Zelle reaktiviert werden. Dann produziert die Zelle große Mengen Viren, die dann wieder neue Zellen infizieren können. Und auch wenn es mittlerweile Medikamente gibt, die das Fortschreiten der Infektion bremsen, existiert bislang keine Therapie, bei der der Bauplan von HIV wieder aus der infizierten Zelle entfernt wird.

Da wäre es schon praktisch, eine Schere zu besitzen, mit der man den Bauplan von HIV einfach wieder herausschneiden kann - wie einen missverständlichen Satz aus einem Text. Aber wo bekommt man eine so kleine Schere her? Die Antwort gibt, wie so oft, die Natur selbst: Man bekommt sie aus Bakteriophagen - das sind Viren, die Bakterien infizieren. Und es gibt unzählige verschiedene davon.

Ein Vertreter dieser Phagen neigt dazu, immer wieder seine eigene Erbinformation zu verheddern. Um nicht als unglückliches DNS-Knäuel auf dem Abstellgleis der Evolution zu enden, besitzt er ein spezielles Eiweißmolekül, mit dem er seine DNS an einer ganz bestimmten Stelle aufschneiden, den Knoten lösen und dann wieder schließen kann - sozusagen Schere und Klebstoff in einem. Im Reagenzglas ist es Forschern aus Dresden gelungen, diese Schere weiterzuentwickeln, sodass sie nicht mehr die DNS des Phagen erkennt - sondern eine Gensequenz, die typisch für HIV ist. Mithilfe dieser Schere konnte unsere Arbeitsgruppe am Heinrich-Pette-Institut den Bauplan von HIV aus einer infizierten Zelle herausschneiden und so die Infektion tatsächlich rückgängig machen! Richtig gut funktioniert diese Methode bislang nur in Zellkultur, das heißt in Zellen, die in dünner Schicht am Boden einer Plastikflasche wachsen. Der Weg bis zur Anwendung im Menschen ist noch weit. Aber vielleicht gibt uns diese Methode eines Tages die Chance, das Rennen gegen HIV zu gewinnen.

FameLab: Bühnenreife Wissenschaftler gesucht!
FameLab
Bühnenreife Wissenschaft 2013
Auch in diesem Jahr gibt die von GEO unterstützte Wissenschaftler-Talentschmiede "FameLab" jungen Forschern drei Minuten Zeit, um mit ihrem Vortrag Publikum und Jury zu begeistern

Oliver Adria (1/13)

Herr Adria, was erforschen Sie gerade?

In meiner Abschlussarbeit hatte ich mich vor allem mit Energiespeichern für Erneuerbare Energien und den politischen Rahmenbedingungen dazu beschäftigt. In den letzten Jahren fokussierte ich mich auf die Themen nachhaltige Produkte, Eco-Labelling und Nachhaltigkeitskommunikation. Die Bandbreite ist in den letzten 7-8 Jahren groß gewesen, der gemeinsame Nenner war jedoch immer das Thema Nachhaltigkeit.

Warum zieht es Sie auf die Bühne?

Am Anfang war meine persönliche Motivation, meine Angst zu überwinden. Und wenn jemand glaubt, ich sei für eine Sache nicht geeignet, dann motiviert mich das sehr - ich liebe Herausforderungen. Und so hat mein Science Slam-Abenteuer begonnen. Mittlerweile ist es meine Motivation zu zeigen, dass man komplexe Zusammenhänge auch leicht verständlich erklären kann. Ich glaube bei vielen deutschen Lehrenden (z.B. viele Uni-Professoren) ist es noch der Glaube, dass Wissenschaft undurchdringbar und trocken sein muss. Gegen diesen Irrglauben möchte ich antreten.

Ist Wissenschaft komisch?

Wenn Sie damit spaßhaft, lustig, witzig meinen ... kann Wissenschaft komisch sein, ja. Das Schöne an Wissenschaft ist: Sie hat keine Meinung. Wissenschaft ist neutral, und trotzdem immer offen für Kritik. Zumindest ist das meine Meinung. Aber auch ich bin offen für Kritik!

Haben Sie ein Vorbild?

Da gibt es Einige. Die Vorbilder im Science Slam-Kontext, die man kennen könnte, sind u.a. Ranga Yogeshwar, Neil DeGrasse Tyson, Richard Feynman, Isaac Asimov. Alles Wissenschaftler, aber auch engagierte Kommunikatoren. Sie alle regen mit ihrer Arbeit zum Nachdenken an, regen dazu an alles zu hinterfragen. In diesem Zusammenhang würde ich auch gerne die Debatte zwischen Richard Dawkins und Neil DeGrasse Tyson empfehlen: "The Poetry of Science" (Die Poesie der Wissenschaft). Wissenschaft kann auch in 60+ Minuten sehr spannend sein! (Leider nur auf Englisch, etwas Vergleichbares habe ich auf Deutsch noch nicht gefunden.)

Was möchten Sie als Forscher in zehn Jahren erreicht haben?

Ich sehe meine Stärke in der Verbindung verschiedener Gebiete. Ich beobachte immer wieder, dass es keine Kommunikations zwischen den verschiedenen Wissenschaftsgebieten gibt. Ich glaube da ist noch viel Potenzial. Derzeit z.B. Ingenieurwissenschaften, die Psychologie und Wirtschaftswissenschaften.

Tobias Glufke (12/12)

Herr Glufke, was erforschen Sie gerade?

Kurz- und knapp: Die demographischen Effekte in Sachsen-Anhalt und deren Auswirkungen auf die staatliche Kulturlandschaft, die ja sehr reichhaltig gestrickt ist. Was genau haben eigentlich kreative Klassen nach Richard Florida damit zu tun? Und warum sind plötzlich fast alle Unternehmen Deutschlands irgendwie Teil einer Kreativwirtschaft, die es vor 20 Jahren noch nicht gab? Und: Hat das was mit den Grundlagen, die kulturelle Institutionen schaffen, zu tun? Ein weites, weites Feld.

Warum zieht es Sie auf die Bühne?

Ich komme vom Poetry Slam, bin Wissenschaftler, mein Gutachten verschwand in der Schublade und ich wurde nicht verlängert. Was macht man da mit so einer Menge Informationen im Kopf. Man führt sie dem Publikum zu, denn die sind ja letztendlich die Nutzer und sollten schon bescheid wissen. Und ich bin und bleibe ein vorlauter Rüpel mit emotionalem Klebstoff, der für mich die Bühne ist. oder auch: Ich liebe es einfach. P.S. Für die Beleidigungen im Vortrag möchte ich mich im Übrigen noch mal explizit entschuldigen, ich war äußerst krank und hatte zuviel Wick MediNait genommen.

Ist Wissenschaft komisch?

Wissenschaft ist, wie alles, das, was man selbst draus macht. Ich denke, ein großes Problem, was wir in Deutschland haben, ist, dass sich alteingesessene Wissenschaftler selbst oftmals viel zu ernst nehmen und daher kaum komisch sind. Genau das sollte man brechen. Wissenschaftler sind nichts Besonderes, egal ob Doktortitel oder nicht. Wenn das erkannt wurde und auch, dass Humor die beste Art ist, Wissen zu transportieren, kann auch der täglich auf der Straße liegende Humor intelligent integriert werden. Und dann kann Wissenschaft auch komisch sein.

Haben Sie ein Vorbild?

Ja klar! Von amerikanischen Stand Up-Comediens bis Autoren und Wissenschaftler aus einer Zeit, als meine Familie noch nicht mal an ihre eigene Existenz geglaubt hat. Aus meinem Freundeskreis dienen ebenso einige Leute als Vorbild, weil sie einfach so leben, wie sie es wollen. Egal, ob als Wissenschaftler oder Künstler. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es momentan genau zwei, die verrate ich jedoch nicht. Aber es sind beides Ökonomen mit einem großen Drall Menschlichkeit und abschweifender Wirrniss im Kopf.

Was möchten Sie als Forscher in 10 Jahren erreicht haben?

Nun ja, dass sich was bewegt in den Landschaften, mit denen ich mich auseinandersetze. Und wenn es sich bewegt, weil ich einen Teil dazu geleistet habe, bin ich glücklich. Veränderung ist immer etwas, das nicht von heute auf morgen kommt, aber ein bisschen darf man sich ruhig drauf einlassen. Auch wenn man eine altehrwürdige Institution wie ein Orchester, Theater oder eine Stadt an sich ist. Sonst holt einen der umweltbezogene Holzhammer in die Realität zurück. Und das will ich doch einfach nur vermeiden.

S. Hundertmark (11/12)

Was erforschen Sie gerade?

Ich untersuche Lernprozesse von Schülern im Chemieunterricht, um herauszufinden, wie man sie gezielt beim Chemie-Lernen unterstützen kann. Ich habe herausgefunden, dass die Art und Weise, wie Schüler miteinander kommunizieren und interagieren, hilfreich für das Lernen sein kann - aber nicht sein muss. Ich untersuche, welche Einflussfaktoren hier eine Rolle spielen.

Warum zieht es Sie auf die Bühne?

Anfangs wollte ich mich der Herausforderung stellen. Ich habe mich gefragt, ob ich das kann, etwas für die Allgemeinheit verständlich darzustellen und gleichzeitig unterhaltsam zu sein. Mittlerweile zieht es mich auf die Bühne, weil es mir Spaß macht, die Leute im Publikum zu unterhalten, also dazu beizutragen, dass sie einen schönen Abend haben.

Ist Wissenschaft komisch?

Eigentlich ist Wissenschaft zwar faszinierend, aber nüchtern. Trotzdem gehört für mich Humor in Bezug auf meine Forschung zur Tagesordnung. Vieles in der Wissenschaft muss man einfach mit Humor nehmen, manchmal auf in Form von Galgenhumor. Und: Ich untersuche Schüler und den Chemieunterricht - das ist nicht unbedingt komisch, aber manchmal sympathisch unterhaltsam.

Haben Sie ein Vorbild?

Das ist eine schwere und persönliche Frage! Ja, es gibt Personen, die mich in den letzten Jahren beruflich begleitet haben und die beide auf eine andere Art und Weise in der Wissenschaft für mich Vorbildfunktion haben.

Was möchten Sie als Forscherin in 10 Jahren erreicht haben?

Dass das, was ich in meiner Dissertation erarbeitet habe, im deutschen Raum Anerkennung gefunden hat und vielleicht auch die Forschungsrichtung mit geprägt hat. Und ich möchte, dass meine Forschungsergebnisse einen stärkeren Einzug in den Chemieunterricht haben.

Timo Sieber (10/12)

Ein Mensch besteht aus 100 Billionen Zellen. In Zeiten der Rettungsschirme eine fast lächerliche Zahl. Aber weil diese Zellen zusammenarbeiten, können wir Erstaunliches vollbringen: 100 Meter in unter zehn Sekunden laufen; oder Pizza, Bier und Nüsschen konsumieren und dabei „Sportschau“ gucken! Solche Höchstleistungen sind natürlich nur möglich, wenn alles perfekt zusammenspielt. Aber was ist, wenn Zellen defekt sind und ihre Aufgaben nicht erfüllen können?

Am elegantesten wäre es, diese Zellen einfach zu reparieren. Dazu muss man aber neue Erbinformation hineinschleusen. Und wie findet man unter 100 Billionen die richtigen - und kriegt sie dann dazu, die neuen Gene auch anzunehmen? Bei der Lösung dieses Problems könnten wir Hilfe von unerwarteter Seite bekommen: von Viren. Auch wenn sie nicht gerade beliebt sind: Wenn es um den Gentransport in Zellen hinein geht, sind Viren die Altmeister. Schließlich schmuggeln sie ihr Erbgut seit Jahrmillionen in Zellen hinein, um sich zu vermehren. (Wer jetzt an einen verschnupften T. rex mit einer Riesen-Rotzglocke denkt, der könnte durchaus richtig liegen.)

Viren sind dabei durchaus wählerisch und spezialisieren sich auf das Infizieren ganz bestimmter Zellarten. Um die „richtige“ Zelle zu finden, besitzen sie auf ihrer Hülle Strukturen, die nach besonderen Merkmalen auf der Oberfläche der Zelle Ausschau halten. Haben sich dann Virus und Zelle gefunden, kommt es zu einer innigen Bindung - fast romantisch! Meine Kollegen und ich nutzen diese Fähigkeiten der Viren und stellen aus sogenannten Adeno-assoziierten Viren Gentransporter her. Hierzu ersetzen wir das Viruserbgut durch therapeutische Gene und verändern die Hülle des Virus so, dass es die Gene in die richtigen Zellen bringt. Alles Gute!

André Lampe (9/12)

Herr Lampe, was erforschen Sie gerade?

Die Eigenschaften von Fluoreszenzfarbstoffen und hochauflösende Lokalisations-Mikroskopie. Im Moment also eher etwas Technisches - bald werde ich damit allerdings versuchen, der Biologie das eine oder andere Geheimnis zu entlocken.

Warum zieht es Sie auf die Bühne?

Viele Leute wissen nicht was an den Unis so alles getrieben wird. Das möchte ich ändern, und dafür eignet sich eine Bühne ganz hervorragend. Egal, ob als Moderator oder als Science Slammer. Und ganz nebenbei: Menschen begeistern macht unglaublich viel Spaß.

Ist Wissenschaft komisch?

Eigentlich nicht. Aber es hilft, sich lustige Metaphern auszudenken um etwas zu erklären. Und das ist mitunter rasend komisch. Und es bleibt hängen.

Haben Sie ein Vorbild?

Höchstens Christoph Biemann und Armin Maiwald von der Sendung mit der Maus. Ansonsten liefern Freunde und Kollegen viel Inspiration.

Was möchten Sie als Forscher in zehn Jahren erreicht haben?

Ich möchte grinsend auf einen Prozess oder Sachzusammenhang blicken und sagen können: "Da hab ich rausgefunden, wie das geht!" Und vielleicht, ganz nebenbei, mehr und mehr Leute für Wissenschaft begeistern. Eigentlich gehört das ja zusammen.

Giulia Enders (8/12)

Frau Enders, was erforschen Sie gerade?

Ich erforsche, wie sich bestimmte Bakterien an uns festhalten. Mein Lieblingsgebiet ist die Darmflora, aber bis ich mein "Festhalte-Wissen" darauf anwenden kann, dauert es noch eine Weile. Ich spiele den Ball sozusagen um drei Ecken ins Loch.

Warum zieht es Sie auf die Bühne?

In erster Linie wollte ich bei einem Science Slam mitmachen, weil mir in den Weihnachtsferien irgendwann total langweilig geworden ist. Die besten Dinge entstehen ja oft aus Langeweile und Nichtstun - und als mir eine Freundin dann einen Link zu einem Video plus der Aufforderung "Mach du doch mal!" geschickt hat, dachte ich: "Warum nicht?". Eine super Gelegenheit das ramponierte Image meines Lieblingsorgans etwas aufzupolieren.

Ist Wissenschaft komisch?

Wissenschaft ist genauso lustig wie Kaffee kaufen - also für den einen sehr und für den anderen überhaupt nicht. Die Kunst liegt darin, die Komik sehen zu können und andere damit anzustecken. Wäre alles automatisch eindrucksvoll und großartig, bräuchten wir keine Comedians und auch keine Schriftsteller, die uns in ihre Perspektiven versetzen.

Haben Sie ein Vorbild?

Ich bewundere viele Menschen. Meine Oma, Marie von Ebner-Eschenbach, Roger Willemsen ... ich könnte das hier zeilenlang fortführen. Meine Oma sagt immer: Man soll für Menschen schwärmen, das macht das Leben frisch.

Was möchten Sie als Forscherin in zehn Jahren erreicht haben?

Ich will mehr Forschung zu Darmbakterien in Deutschland sehen. Wenn ich ein Teil davon sein kann - wunderbar. Falls nicht, werde ich das Ganze sicher mit allergrößtem Interesse verfolgen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass meine Liebe zum Darm irgendwann mal wieder verschwindet. Dafür halte ich dieses faszinierende, ausgefuchste Organ für zu vielversprechend. Ich denke, wir werden uns noch wundern, woran er in unserem Körper überall mitmischt.

Boris Lemmer (7/12)

Herr Lemmer, was erforschen Sie gerade?

Die Eigenschaften des Top-Quarks, eines ganz besonderen Elementarteilchens. Das ist spannend, weil es schneller kaputt geht, als es mit irgendwas reagieren kann.

Warum zieht es Sie auf die Bühne?

Wir am CERN sind kurz davor, dem Universum die letzten Geheimnisse zu entlocken. Ich glaube, die Menschen interessiert das, sie wollen es nur anständig erklärt bekommen. Das ist meine Mission. Und o.k.: Applaus nach 'nem Vortrag ist auch einfach irre gut.

Ist Wissenschaft komisch?

Komisch im Sinne von seltsam ist sie regelmäßig. Lustig muss man sie erst machen. Geht aber ganz gut.

Haben Sie ein Vorbild?

Kein Promi oder so. Aber meine Freunde sind gute Vorbilder für mich.

Was möchten Sie als Forscher in zehn Jahren erreicht haben?

Als kleiner Teil eines großen Projekts dennoch meine persönliche Note beigesteuert zu haben. Vor allem aber: zu wissenschaftlichem Denken und kritischem Hinterfragen angeregt und junge Menschen zum Forschen motiviert zu haben.