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Kuriose Forschung Wie das Frühstück unsere Entscheidungen beeinflusst

Die wichtigste Mahlzeit des Tages ist auch dafür verantwortlich, welche Entscheidungen wir über den Tag hinaus treffen. Professor Soyoung Park lehrt Psychologie an der Universität Lübeck. Dort setzte sie Studenten Frühstück vor und testete dann ihre Reaktionen auf unfaire Angebote.
Frühstück

Eine Forschung hat ergeben: Wer viel Eiweiß isst, lässt sich leichter über den Tisch ziehen.

Geo: Omelett oder Müsli – macht das einen Unterschied?
Soyoung Park: Ja. Blutwerte verändern sich abhängig von unserer Nahrung. Und das hat Einfluss auf die Hirnfunktionen. Ob Sie Kohlenhydrate oder Proteine essen, verändert Ihr Handeln und Denken.

Geo: Inwiefern?
Soyoung Park: Wir haben Testpersonen mit unfairen Angeboten konfrontiert. Probanden, die mehr Proteine zum Frühstück hatten, waren eher bereit, Angebote mit weniger Geld anzunehmen. Konsumenten von mehr Kohlenhydraten lehnten ab. Ein und dieselbe Person hat sich unterschiedlich verhalten, abhängig davon, was sie gegessen hat.

Geo: Wie kommt es, dass die Protein-Esser weniger Geld wollten?
Soyoung Park: Wenn wir Proteine essen, erhöht sich der Tyrosinwert. Tyrosin ist eine Aminosäure, die über die Nahrung in unser Blut gelangt, und ein Vorläufer von Dopamin, das Einfluss auf Entscheidungen hat. Es könnte sein, dass man sich durch das Dopamin schon bei einem eigentlich unfair kleinen Geldbetrag belohnt fühlt.

Geo: Was muss ich denn frühstücken, um optimal zu reagieren?
Soyoung Park: Ich werde auch oft gefragt, was man dem Partner am besten gibt ... aber das kann ich leider nicht sagen. In unserer Studie waren die Probanden nach dem Konsum von vielen Kohlenhydraten generell strenger. Doch es ist zu voreilig, deshalb etwas zu empfehlen. Außer Tyrosin sind auch andere Stoffe wichtig.

Geo: Was lernen wir aus all dem?
Soyoung Park: Man sollte vorsichtig sein mit Ernährungsumstellungen wie etwa einer Low-Carb-Diät, da wir dann möglicherweise zu wenig Kohlenhydrate zu uns nehmen.

Geo: Könnte man auch Straftäter mit Ernährung therapieren?
Soyoung Park: Das wäre denkbar. Dazu müsste man aber die Langzeitwirkung weiter untersuchen. Da sind noch viele offene Fragen.

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