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Klon-Hunde Die Fabrik der kopierten Lieblinge

Was tun, wenn der Lieblingshund stirbt? Dr. Hwang in Seoul bietet an, ihn wiederauferstehen zu lassen – als Genkopie. Ein prächtiges Geschäft. Und höchst umstritten
Dr. Hwang in Seoul bei der Arbeit

Ein Mitarbeiter von Sooam Biotech bereitet Gewebe eines verstorbenen Tieres für das Klonen vor. Im nächsten Schritt wird eine einzelne Zelle unter dem Mikroskop mit einer haarfeinen Kanüle in eine "entleerte" Eizelle injiziert

Herr Hwang, graue Haare, blauer Kittel, Mundschutz, beugt sich über einen kastanienbraunen Mischling, der rücklings auf dem OP-Tisch liegt. Eine lange Zunge hängt dem betäubten Hund seitlich aus dem Maul.

Gleich werde er einen Kaiserschnitt setzen, erklärt Herr Hwang einer Handvoll Zuschauern hinter einer Glasscheibe, chinesischen Geschäftsleuten und koreanischen Politikern. Auf die Welt kommen werde ein Welpe für 100.000 Dollar, sagt er, eine Prinzessin aus dem Nahen Osten habe ihn bestellt. "Aber das ist geheim, verraten Sie es niemandem." Er lacht.

Besucher dürfen das Reich von Dr. Hwang Woo-suk nur in Gummilatschen betreten, Straßenschuhe bleiben draußen. Es ist ein gesichtsloses Haus an einer Ausfallstraße im Südwesten Seouls, ein steingrauer Kasten, der nicht verrät, was er beherbergt. Zwei Glastüren versiegeln das Gebäude von Sooam Biotech gegen die Schwüle des koreanischen Sommers.

Die Eingangshalle liegt im Halbdunkel, einen Empfang gibt es nicht, nur eine Überwachungskamera an der Decke. Gäste werden auf einer Digitalanzeige mit Namen begrüßt, die Buchstaben leuchten blau und kalt. Hinter dem Gebäude eine umzäunte Wiese, auf der junge Hunde tollen.

Zwei geklonte Hunde

Verblüffend ähnlich sehen sich die beiden geklonten Cockerspaniel. Aber schon die feinen Unterschiede in deren Fellfärbung zeigen, dass »"Kopien" und "Original" nie exakt übereinstimmen. Das ist eine Illusion der Hundebesitzer, die ihren verstorbenen Liebling wiedererwecken möchten

Sooam Biotech ist eine Hundefabrik

Dieser Ort ist einer der ganz wenigen weltweit, an denen die Tiere kommerziell geklont werden, bis zu 20 jeden Monat. Mehr als 800 Welpen haben Hwang und seine Forscher bereits produziert, sagen sie, Labradore, Schäferhunde, Yorkshireterrier.

Sie alle sind Wiedergeburten geliebter Haustiere, für die Menschen viel Geld bezahlen. Die meisten Kunden stammen aus den USA und China, auch Araber und Europäer sind darunter.

Hwang schneidet jetzt den rasierten Hundebauch auf und lässt sich das Skalpell abnehmen, er fasst hinein und zieht den lilafarbenen Uterus heraus. Mischlinge haben einen großen Uterus, deshalb benutzt Hwang sie als Leihmütter, außerdem sind sie zäh. Er schneidet noch einmal, greift noch einmal, dann hält er den Welpen in der Hand, einen cremefarbenen Labrador.

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Neugierig geworden? Den ganzen Artikel lesen Sie im GEO Magazin Nr. 02/2017 "Atmen - Wie wir uns Luft verschaffen".