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Gehirntraining Wissen kompakt: Was Denksport wirklich bringt

Schützt Gehirnjogging vor Demenz, oder kann der Denksport ganz im Gegenteil gar schaden? Sieben Fragen und Antworten zum Thema Gehirntraining

Lassen sich geistige Kräfte schulen?

Anders als lange gedacht bleibt das Gehirn bis ins Alter wandlungsfähig. Deshalb können auch ältere Menschen noch komplexe Denkleistungen erlernen und verbessern, etwa eine neue Sprache oder ein Musikinstrument meistern. Die Wirksamkeit von Denksportübungen ist allerdings längst nicht so groß und gut belegt, wie manche Anbieter ihren Kunden versprechen.

Welche Übung ist am besten?

Positive Effekte bieten Übungen, die den Geist permanent und vielfältig herausfordern. Einseitige Rätselformate wie Sudoku mögen Spaß bereiten, können aber kognitive Fähigkeiten kaum stärken. Ob man Übungen auf dem Papier oder am Computer ausführt, macht keinen Unterschied.

Wie findet man das richtige Training?

Wer seine Geisteskräfte durch Denksport fördern will, sollte sich nach Angeboten für Gruppen unter professioneller Leitung umsehen. Denn wer sich ausschließlich allein zu Hause mit Aufgaben schulen will, wird nach Einschätzung von Experten seine geistigen Leistungen wahrscheinlich nicht verbessern.

Wissen kompakt: Was Denksport wirklich bringt

Sieben Fragen und sieben Antworten zum Gehirnjogging

Schützt Gehirnjogging vor Demenz?

Tatsächlich können Denksportaufgaben teilweise das Gedächtnis stärken, die Konzentrationsfähigkeit schulen oder den Orientierungssinn fördern. Geistige Fähigkeiten, die im Alter nachlassen. Behauptungen, dass sich mithilfe von Gehirntraining die Alzheimer-Demenz verhindern oder gar bekämpfen lasse, sind dagegen vollkommen aus der Luft gegriffen.

Verjüngt Denksport das Gehirn?

Die Denkleistung lässt beim Menschen mit den Jahren nach. Das ist ein völlig natürlicher Prozess. Gehirnjogging kann, so schätzen einige Forscher, nur kleine Anteile des Abbaus wettmachen. Eine geistige Komplettverjüngung um 20 Jahre, wie es Trainingsanbieter versprechen, erscheint völlig unrealistisch.

Wie häufig sollte man üben?

Studien zeigen: Selbst für kleine Verbesserungen muss man lange trainieren, möglichst täglich, insbesondere im höheren Alter. Eine Wirkung von Gehirnübungen auf die Leistung des Arbeitsgedächtnisses etwa konnten Forscher bei Probanden nach 100 Trainingstagen nachweisen.

Kann Gehirnjogging schaden?

Die Werbeversprechen von Gehirnjogging-Anbietern sind nach Ansicht zahlreicher Kognitions- und Neurowissenschaftler oft übertrieben, mitunter sogar irreführend. Doch können Denksport-Übungen zumindest kaum Schaden anrichten. Einzig rauben sie einem wertvolle Zeit, in der man das Gehirn sinnvoller fördern könnte – etwa durch Bewegung oder sozialen Austausch.

Lesen Sie den ganzen Artikel "Was Denksport wirklich bringt" in

GEOkompakt Nr. 44 "Jung im Kopf".

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