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Die Grundlagen des Wissens

Der Dachs

Er ist in hiesigen Gehölzen weit verbreitet, in kaum einem Wald fehlen seine Baue. Und doch haben nur wenige Menschen in Deutschland je einen Dachs zu Gesicht bekommen. Das liegt unter anderem daran, dass der größte heimische Marder den Tag über oft in seiner selbst gebuddelten, bis zu fünf Meter tiefen Höhle döst und erst in der Dämmerung aktiv wird. Ohnehin offenbart der Wald mit Einbruch der Dunkelheit ein weithin unbekanntes Bild. Denn neben dem Dachs regen sich des Nachts noch viele andere Bewohner.

Der Luchs

Lange wurde der Luchs als Jagdschädling und wegen seines kostbaren Pelzes geschossen und galt hierzulande beinahe als ausgerottet. Allmählich kehrt die größte wild lebende Katze Europas wieder in manche naturnahe und wildreiche Wälder Deutschlands zurück. Als sogenannter Topräuber steht der Luchs an der Spitze der Nahrungskette: Einen Großteil seiner Beute machen Rehe aus. Doch auch Feldhasen, junge Wildschweine, Kälber von Rotwild, Füchse, Dachse und Vögel stehen auf seinem Speiseplan. Pro Tag frisst das Raubtier bis zu 2,5 Kilogramm Fleisch.

Der Fuchs

Zwar ist das Nahrungsspektrum von Raubtieren wie dem Fuchs häufig enorm breit: Viele erbeuten kleinere Wirbeltiere wie Mäuse und Hasen, verschmähen aber auch pflanzliche Kost wie Beeren oder Nüsse nicht. Und doch kann ein Wald nicht beliebig viele Beutegreifer ernähren. Je höher ein Tier in der Nahrungskette steht, desto eher ist es kleinen Lebewesen (etwa Mäusen, Würmern oder Käfern) sowohl zahlenmäßig als auch in Bezug auf die schiere Masse mit weitem Abstand unterlegen. Oft fechten die größeren Jäger einen gnadenlosen Kampf um Territorien aus – und messen, wie diese Rotfüchse auf einem Baumstamm, ihre Kräfte.

Der Baummarder

Jeder Baum in einem Wald – ganz gleich, ob Eiche oder Buche, Fichte oder Esche, Ahorn oder Kiefer – bietet einer Vielzahl anderer Arten Raum zum Leben. Man könnte auch sagen: Ein Baum mit all seinen Bewohnern bildet ein eigenes Ökosystem im Kleinen. So bieten manche Altbäume im Laufe ihres Lebens vielen Hundert Spezies Unterschlupf. Auf der schrundigen Rinde siedeln Flechten, gedeihen Moose, vom Holz nähren sich Pilze. Zahlreiche Käfer leben im Geäst, Fliegen, Wespen, Spinnen, Asseln. Vögel bauen in den Kronen ihre Nester. Und Baummarder nutzen Höhlen im morschen Stamm, um darin zu hausen und ihre Jungen großzuziehen.

Der Waschbär

Ähnlich wie der Dachs hält sich auch der Waschbär tagsüber in Verstecken auf – etwa Baumhöhlen oder alten Fuchsbauen. Nachts geht er auf Pirsch und findet seine Nahrung bevorzugt an Gewässern: Dort ertastet und ergreift er mit seinen Vorderpfoten kleine Fische, Krebse und Frösche. Einst als Pelzlieferant aus Nordamerika zu uns gelangt, verschmäht der gewandte Jäger aber auch pflanzliche Nahrung und Abfälle nicht – wodurch er häufig nahe menschlichen Behausungen auftaucht, etwa unweit von Komposthaufen oder Obstwiesen.