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Die Grundlagen des Wissens

Fallen: Der unkontrollierte Sturz

Sie sind zumeist angstvoll – jene Träume, in denen der Schlafende das Gefühl hat, in die Tiefe zu stürzen: Immer rasanter wird der Fall, immer größer die Panik, der drohende Aufschlag scheint unvermeidlich. Nicht selten erwacht der Betroffene schweißnass, kurz bevor er im Traum auf dem Boden aufgekommen wäre. Fallträume können nach Ansicht von Therapeuten und Psychologen, die auf Nachtbilder spezialisiert sind, signalisieren, dass der Betreffende darunter leidet, etwas in seinem Leben nicht unter Kontrolle zu haben. Vielleicht plagt ihn die Angst, der Partner könne fremdgehen – oder sein Job sei in Gefahr. Möglich ist auch, dass Versagensängste den Falltraum hervorrufen: etwa dann, wenn eine besonders schwierige Prüfung ansteht. Allerdings gibt es auch Fachleute, die hinter Fallträumen rein körperliche Gründe vermuten: Ihnen zufolge stellt sich das Gefühl, zu stürzen, vor allem in jenen Momenten der Nacht ein, in denen bei den Betroffenen der Blutdruck im Schlaf ungewöhnlich stark abfällt.

GEOkompakt: Schlaf und Traum

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Verfolgung: Die archaische Flucht

Im Schatten lauert das Unheil, Schritte hallen aus dem Dunkel, etwas Gefahrvolles, ein Monster vielleicht, nähert sich. Verzweifelt versucht der Träumende zu entkommen, hetzt durch düstere Korridore, verirrt sich, rennt in eine Sackgasse, findet keinen Ausweg. So unangenehm solche Albträume sind: Manche Wissenschaftler spekulieren, dass die angsterfüllten Fantasien einst überlebenswichtig waren. Ihrer Meinung nach schulten die nächtlichen Verfolgungsszenarien unsere Ahnen darin, Gefahren zu begegnen und sie zu vermeiden. Wenn Menschen heutzutage davon träumen, verfolgt zu werden, wird das allerdings von vielen Forschern noch in anderer Hinsicht gedeutet: Im Wachleben – so die Vermutung – gibt es wahrscheinlich ein Problem, mit dem sich der Betreffende nicht auseinandersetzen will, weil er es als bedrohlich empfindet. Das kann ein Konflikt mit einem nahestehenden Menschen (etwa dem Partner) sein. Oder aber ein Aspekt der eigenen Persönlichkeit, den der Betreffende als beunruhigend ansieht und daher ablehnt.

Nacktheit: Entblößt in der Öffentlichkeit

Die Erkenntnis ist wie ein Schock: Der Träumende – er mag sich in seiner Nachtfantasie auf einer Party befinden oder durch eine belebte Stadt laufen – betrachtet sein Antlitz in einem Spiegel oder blickt an sich herab und erkennt mit Schrecken, dass er teilweise oder völlig nackt ist. Anders als die Mitmenschen um ihn herum, die gewöhnliche Kleidung tragen. Scham wallt auf, das Gefühl, bloßgestellt zu sein. Den Blicken der anderen hilflos ausgeliefert. Wer sich im nächtlichen Kopfkino unverhüllt vor Fremden wiederfindet, durchlebt oft eine Phase, in der er sich verletzlich fühlt, so Traumpsychologen. Betroffene haben vielleicht kurz zuvor eine neue Arbeitsstelle angenommen und fühlen sich im neuen Kollegenkreis noch unsicher. Oder sie sind gerade eine Beziehung eingegangen und sorgen sich insgeheim, ob der oder die andere sie auf Dauer wertschätzen wird. Möglich ist aber auch die Interpretation, dass sich der Betreffende wünscht, von seinem Umfeld mehr beachtet zu werden.