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Die Grundlagen des Wissens

Psychologie Was Träume über das Seelenleben des Menschen verraten

Im Traum erleben wir die verrücktesten Dinge. Dann wachen wir auf und rätseln nicht selten, was sie zu bedeuten haben. Seit mehr als einem Jahrhundert beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Deutung unserer nächtlichen Fantasien – und haben verblüffende psychologische Erklärungen gefunden
Was Träume über das Seelenleben des Menschen verraten

Sigmund Freud glaubte, dass sich im Traum geheime Ängste und Wünsche in Form von Symbolen ausdrückten – die es zu deuten gelte

Träume können beglücken oder erschrecken, erheitern oder verstören. Doch wie auch immer wir uns der nächtlichen Erlebnisse erinnern – sie sind nach Ansicht vieler Experten vor allem eines: nützlich. Denn die fantastischen Bilder können uns verraten, so die These, was uns im Verborgenen bewegt, was uns hemmt oder antreibt. Oft illustrierten sie Gefühle oder Überzeugungen, Konflikte oder Gedankenmuster, die tief in unserer Psyche verankert seien und am Tag unser Denken, Fühlen und Verhalten bestimmten, selbst wenn es uns nicht bewusst sei. Viele Psychologen und Psychotherapeuten gehen daher davon aus, dass es sinnvoll ist, sich an seine Nachtfantasien zu erinnern. Mehr noch: sich aktiv mit ihnen zu beschäftigen. Denn die nächtlichen Botschaften sind nicht immer einfach zu verstehen; ihre Bedeutung lässt sich nur mit einiger Mühe durchdringen.
In den vergangenen gut 100 Jahren wurden mehrere Wege entwickelt, sich mit Träumen auseinanderzusetzen. Vor allem fünf Ansätze werden heute in Therapien angewendet oder einfach zur Entwicklung der Persönlichkeit empfohlen:


Psychoanalyse – der klassische Ansatz nach Sigmund Freud, der in Träumen nach verdrängten Wünschen und Trieben forschte;


Analytische Psychologie – die Träume gelten als unverschlüsselt und werden in verschiedenen Kontexten betrachtet;


Gestalttherapie – um der Bedeutung der nächtlichen Fantasien auf die Spur zu kommen, werden sie aus unterschiedlichen Perspektiven nachgespielt;


Moderne Traumarbeit – die konkreten Bilder im Schlaf sind weniger wichtig als die Gefühle, die sie nach dem Aufwachen zurücklassen;


Albtraumtherapie – sie soll durch systematisches Vorgehen helfen, die Qual wiederkehrender Träume zu mindern.
 

Jedem dieser Wege liegt eine eigene Sichtweise auf die Psyche zugrunde. Auf welche Art man sich mit seinen Träumen auseinandersetzt, hängt also davon ab, welcher Zugang einen besonders anspricht oder überzeugt. Viele Ansichten über Träume gehen auf die Anfänge der Psychotherapie zurück. Sie sind seither von Wissenschaftlern und Therapeuten weiterentwickelt worden. Und auch heute richten Psychotherapeuten von Zeit zu Zeit gemeinsam mit den Patienten den Blick auf die aufschlussreichen Nachtfantasien.


 

Den ganzen Artikel finden Sie in

GEOkompakt Nr. 48 "Schlaf und Traum"