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Die Grundlagen des Wissens

Schnarchen Was wirklich gegen den nächtlichen Krach hilft

Schnarchgeräusche stellen manche Partnerschaft auf eine harte Probe: Sie führen zu Streit in der Nacht und zu Verstimmungen am Morgen danach. Doch damit nicht genug: Einige Betroffene entwickeln ein gefährliches Leiden. Daher sollten sie frühzeitig etwas unternehmen
Was wirklich gegen den nächtlichen Krach hilft

Im Schlaflabor können Schnarcher klären lassen, ob es bei ihnen zu gefährlichen Atemaussetzern kommt

Der Mensch ist im Schlaf ein sensibler Zuhörer. Schritte im Flur, ein fernes Bellen, ein Klopfen an der Tür: Oft genügt ein leises Geräusch, und er wacht auf. Ein Klang allerdings vermag seine Ruhe in der Regel nicht zu stören, sei er noch so laut – das eigene Schnarchen. Das geräuschvolle Atmen kann Wände und Decken durchdringen, einen Pegel von 90 Dezibel erreichen; das ist so laut wie eine Kreissäge. Und doch weckt es den Schlafenden nicht. Denn der Organismus erzeugt den Lärm selbst und erkennt ihn deshalb nicht als eine potenziell gefährliche Störung von außen. Das gilt freilich nicht für den Bettpartner. Wer sich mit Schnarchern das Zimmer teilt, den treibt der Krach oft zur Verzweiflung. Betroffene finden mühsam in den Schlaf, erwachen häufig und sind tagsüber müde, gereizt, kraftlos. Ihre Nächte sind nicht mehr erholsam.

Was wirklich gegen den nächtlichen Krach hilft

NORMALE ATMUNG

Die Luft gelangt durch den Mund, an Zunge (rot) und Gaumensegel (gelb) vorbei, und durch die Nase in den Rachen. Kann der Atem ungehindert passieren, bleiben Geräusche  gewöhnlich aus.

Die Ruhestörung stellt manche Partnerschaft auf eine harte Probe. Sie führt zu Streit im Bett, zu Verstimmungen am nächsten Morgen. In einer US-Studie gab fast ein Viertel der befragten Paare an, die Nacht in separaten Betten zu verbringen – zumeist, weil der andere schnarcht. Denn die Wahrscheinlichkeit, mit einem Krachmacher das Nachtlager zu teilen, ist recht groß. Je älter ein Mensch wird, desto eher tönt er im Schlaf. Etwa die Hälfte der Männer sowie ein Viertel der Frauen sind betroffen.Meist ist die nächtliche Störung für den Bettpartner eine größere Belastung als für den Verursacher. Doch der Schnarcher schadet auf Dauer zuweilen auch seiner eigenen Gesundheit. Denn mit der Zeit kann das geräuschvolle Luftholen zu gefährlichen Atemaussetzern in der Nacht führen, die etwa das Herz-Kreislauf-System belasten. Schon aus diesem Grund sollten besonders heftige Schnarcher frühzeitig etwas unternehmen. Wer die Störlaute bekämpfen und endlich wieder ruhig durch die Nacht kommen will, muss zunächst wissen, wo sie entstehen. Die Töne bilden sich im Rachen („Pharynx“), jenem zwölf Zentimeter langen Schlauch in unserem Hals, in dem die Luft- und Speiseröhre noch nicht voneinander getrennt sind. Seine Muskeln ermöglichen dem Menschen, zu schlucken, zu atmen und zu sprechen. Im Schlaf nimmt die Spannung in diesem Gewebe aber ab, und es wird schlaff. Dann lässt der Luftstrom beim Einatmen bisweilen das Gewebe vibrieren – und das typische Schnarren des Schnarchens ertönt. Je nach ihrem Entstehungsort können die Geräusche unterschiedlich klingen; tiefe, sonore Geräusche entstammen vor allem dem Gaumensegel und Zäpfchen, hohe, eher fauchende Töne den seitlichen Rachenwänden und dem Zungengrund.

Was wirklich gegen den nächtlichen Krach hilft

SCHNARCHEN

Sind die Atemwege schmal gebaut oder verengt, weil etwa Zunge und Gaumensegel im Schlaf zu weit nach hinten fallen, kann es zu Vibrationen des Rachengewebes und der Atemluft kommen – Schnarchen entsteht.

Es schnarchen vor allem jene Menschen, deren obere Atemwege vergleichsweise schmal sind – etwa, weil die Zunge sehr groß ausgebildet ist. Oder weil der Unterkiefer weit hinten liegt und wenig Raum für den Pharynx bleibt. Denn solche Engstellen erzeugen einen Sog, der den Atemfluss beschleunigt und so das Gewebe in Schwingung versetzt. Viele schnarchen nur, wenn sie durch den Mund atmen und auf dem Rücken liegen. Dabei kann die Zunge in den Rachenraum fallen und so die Atemwege verengen. Drehen sie sich auf die Seite, gibt die Zunge die Bahn der Atemluft wieder frei, und das Schnarchen verstummt. Neben der Schlafposition spielt das Körpergewicht eine entscheidende Rolle. Je dickleibiger ein Mensch ist, je mehr Fett sich im Rachen ablagert, desto enger wird es. Abnehmen gilt daher als erster Schritt, um die störenden Geräusche im Schlaf zu verringern. In manchen Fällen raten Mediziner Schnarchern zudem davon ab, vor dem Schlafen Alkohol zu trinken. Denn unter Promille-Einfluss entspannen sich die Muskeln mehr und mehr, bis das Gewebe im Rachen zu flattern beginnt.

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SCHLAF-APNOE

Ist der Rachen komplett verschlossen, stoppt der Atemfluss. Diese Atemstillstände (Apnoen) beeinträchtigen die Sauerstoffversorgung und führen durch nachfolgende Weckreaktionen zu einem ungesunden Schlaf.

Den ganzen Artikel finden Sie in

GEOkompakt Nr. 47 "Schlaf und Traum".