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Audio: Kriegsberichterstattung. Die Macht der Sensation

Tausende Menschen sterben 1631 in Magdeburg, als kaiserlich-katholische Truppen die Stadt stürmen. Verlegern und Druckern beschert das Massaker gute Umsätze: Die Bevöl­kerung liest darüber in Flugblättern, Flugschriften – und in den gerade aufgekommenen Zeitungen. Mathias Unger spricht eine Reportage von Philipp Berens

Am Morgen des 20. Mai 1631 stürmen mehr als 20 000 Soldaten der kaiserlich-katholischen Truppen Magdeburg. Nach einem halben Jahr Belagerung überlässt Feldherr Johann Tserclaes Graf von Tilly seinen Söldnern die Hochburg der Protestanten nun zur Plünderung. Panisch fliehen die Bewohner in ihre Häuser, suchen Schutz in den Kirchen. Vergebens.

Mitten im Inferno

Soldaten schänden Frauen und Mädchen und töten all jene, die Gegenwehr leisten. Bald lodern überall in der Stadt Feuer, säumen Tote die Straßen. Am Ende liegt Mag­deburg in Trümmern, nur etwa ein Drittel der ehemals 30 000 Ein­wohner überlebt. Es ist das gnaden­loseste Massaker des Dreißigjährigen Krieges.

Die Nachricht verkauft sich gut

Für die Drucker und Ver­leger des Heiligen Römi­schen Reiches deutscher Nation hingegen wird der Überfall zu einem einträglichen Geschäft. Bereits wenige Tage später veröffentlichen sie die Nachricht auf Flugblättern und in mehrseitigen Flugschrif­ten, bald darauf auch in Wochenzeitungen.

Der Krieg in den Medien hat da längst begonnen. Mathias Unger spricht eine Reportage von Philipp Berens.

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