Logo GEO Epoche
Das Magazin für Geschichte

Bundesnachrichtendienst Diener zweier Herren

Nach dem Zweiten Weltkrieg werden Feinde zu Verbündeten und Alliierte zu Gegnern: Ausgerechnet ein Ex-General der Wehrmacht hilft den USA, die Sowjetunion auszuspionieren. Und legt so den Grundstein des bundesdeutschen Auslandsgeheimdienstes

Europa, im Frühling 1945: Das NS-Regime ist zerschmettert, Deutschland besetzt, die Waffen schweigen. Doch der nächste große Konflikt zeichnet sich bereits ab - der Kalte Krieg.

Schon seit der Machtübernahme der Bolschewiki im Jahr 1917 in Russland herrscht in den USA die Furcht, der Kommunismus könnte sich auf ganz Europa und in Amerika ausbreiten. Washingtons Kriegskoalition mit dem Sowjetdiktator Josef Stalin war vor allem ein Zweckbündnis.

Nun ist die Rote Armee weit gen Westen vorgedrungen und setzt sich in den Ländern fest, die sie von der deutschen Besatzung befreit hat. Und die Amerikaner wissen nicht, welche Pläne Stalin in Osteuropa verfolgt oder wozu die UdSSR nach den ungeheuren Opfern im Krieg militärisch und wirtschaftlich noch imstande ist. Es gibt jedoch einen Mann, der diese Fragen angeblich beantworten kann, der die Sowjetunion über Jahre genau beobachtet hat und über brisante Dokumente verfügt. Es ist ein Deutscher, der sich in US-Kriegsgefangenschaft befindet: Generalmajor Reinhard Gehlen, einstiger Leiter des Ost-Nachrichtendienstes des Heeres. Den Amerikanern gerät er am 22. Mai 1945 in den Alpen in die Hände, ohne dass sie wissen, wer er ist: Sein Name sagt ihnen nichts. Und so glauben sie nicht seinen Beteuerungen, dass er relevante Informationen über Ausrüstung, Stärke und Ziele der Roten Armee habe. Gehlen wird zunächst vergessen. Und dann wochenlang in einem US-Lager in Augsburg ohne die von ihm erhoffte Sonderbehandlung verhört.

Der Offizier, Jahrgang 1902, seit 1921 Berufssoldat, war nach Adolf Hitlers Machtübernahme in den Generalstab des Heeres aufgestiegen. Er war kein Mitglied der NSDAP, was aber in diesem Umfeld nicht als ungewöhnlich galt. Und offiziell durften Angehörige der Wehrmacht bis 1944 ohnehin nicht parteipolitisch aktiv sein. Er galt als zielstrebig, karrierebewusst und hatte die prestigeträchtige Ausbildung für begabte Offiziere zum "Führergehilfen" als Zweitbester seines Jahrgangs abgeschlossen.

Gehlen, ein Einzelgänger und kühler Analytiker, arbeitete im Heeres-Generalstab zunächst für die Abteilung Landesbefestigungen. Er stellte Pläne für einen möglichen Stellungskrieg in Frankreich auf und wurde später Leiter einer Gruppe im Generalstab, die sich mit strategischen Fragen der Kriegsführung im gesamten Ostraum beschäftigte. 1942, einige Monate nachdem der deutsche Russlandfeldzug ins Stocken geraten war, wurde er Leiter der Abteilung "Fremde Heere Ost": Dieser Nachrichtendienst des Generalstabs, zuständig für Informationen über die Streitkräfte und Truppenbewegungen in der Sowjetunion, hatte nach Ansicht der Wehrmachtsführung bei der Aufklärung über das sowjetische Kräftepotenzial versagt. Nun sollte ihn Gehlen reformieren. Er hatte Organisationstalent und war bestens informiert über die Ostfront und die sowjetischen Streitkräfte.

Diener zweier Herren

Bis 1945 leitet Reinhard Gehlen die Abteilung "Fremde Heere Ost"

Diener zweier Herren

Vor dem Rückzug vernichtet ein deutscher Offizier Dokumente im masurischen Hauptquartier des Heeres. Generalmajor Gehlen dagegen schafft seine Unterlagen für die Zeit nach dem Krieg beiseite

Unter Gehlen wuchs der Stab der FHO auf mehr als 50 Offiziere an. Doch obgleich seine Abteilung bald präzise Berichte über die Rote Armee lieferte (so zumindest stellte es Gehlen später dar), gelangen der Wehrmacht an der Ostfront keine durchschlagenden Erfolge mehr. Ab Ende 1943 rechnete Gehlen fest damit, dass Berlin den Krieg verlieren werde - die Alliierten standen bereits in Italien, und die sowjetischen Truppen rückten immer näher. Mehr noch: Weitaus früher als andere war der General davon überzeugt, dass das Bündnis nach Deutschlands Niederlage auseinanderbrechen und sich dann der Westen und die Sowjetunion als Gegner gegenüberstehen würden.Er begann, Pläne für diese Zeit zu schmieden. Gehlen hatte vor, mit seinen alten Mitstreitern einen neuen Nachrichtendienst aufzubauen. Denn das Wissen der "Fremde Heere Ost", spekulierte er, könnte dem Westen in den Nachkriegsjahren von großem Nutzen sein.

Ab Herbst 1944 ließ er Berichte und Studien über die Sowjetunion fotografieren und in 50 wasserdichte Stahlkisten verpacken. Nur die engsten Mitarbeiter waren in seine Pläne eingeweiht: Gehlen wollte die Unterlagen verstecken und nach Kriegsende den USA anbieten. Im April 1945 wurden die meisten Offiziere und Mannschaften der FHO von Brandenburg nach Bayern verlegt. Insgeheim organisierte Gehlen nun das Überlaufen seiner Abteilung. Ein Vorauskommando vergrub die Kisten mit den Akten am Wendelsteinmassiv. Ein Offizier bereitete drei Schutzhütten in den Alpen vor; dort wollten der General und ausgewählte FHO-Mitarbeiter das Kriegsende abwarten.

Gehlen setzte sich kurz darauf von seiner neuen Dienststelle in Bad Reichenhall ab und kämpfte sich zur Elendsalm durch, einer Berghütte auf rund 1000 Meter Höhe. Die Tour war riskant: Der FHO-Chef war nun ein Deserteur, und in den Alpen zogen versprengte SS-Männer umher, die selbst so kurz vor Kriegsende noch bereit waren, mit vermeintlichen Verrätern kurzen Prozess zu machen. Zudem glaubte Gehlen, wohl zu Unrecht, Heinrich Himmler habe als Reichsführer SS den Auftrag gegeben, ihn zu liquidieren. Mit sechs Offizieren und drei Stabshelferinnen versteckte er sich drei Wochen lang in der Hütte, bis ein Viehhirte die Gruppe entdeckte und an die Besatzer verriet. Zwölf Tage nach der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai wurden die auf der Alm verbliebenen Deutschen von GIs festgenommen.

Gehlen selbst war jedoch kurz zuvor aufgebrochen - er stellte sich in Fischhausen am Schliersee freiwillig dem diensthabenden US-Leutnant, um mit den Amerikanern in Verhandlungen zu treten. Die aber wollten nicht verhandeln, sondern verhörten den General wie zahllose andere Deutsche in einem Lager der 7. US-Armee in Augsburg.

Gehlen hofft in diesen ersten Wochen der Haft, einem hohen Offizier vorgeführt zu werden. Vergebens. Erst als die Amerikaner erfahren, dass sowjetische Agenten angestrengt nach dem einstigen FHO-Chef sowie den Geheimpapieren des Nachrichtendienstes suchen, beginnen sie sich für Gehlen zu interessieren. Zumal inzwischen das Gefühl einer Bedrohung durch die Sowjetunion zunimmt: Während die USA sofort nach Kriegsende den Großteil ihrer Truppen aus Europa abgezogen haben, belässt Stalin seine Streitkräfte im Osten des Kontinents. Und die Amerikaner können die Stärke dieser Einheiten nicht einschätzen: Kein Geheimdienst, keine Militärdienststelle sammelt systematisch Informationen über die Macht im Osten.

Die Sowjetunion hingegen hat während des Krieges intensiv Spionage gegen die USA betrieben - und bereits Spähangriffe auf neu eingerichtete amerikanische Dienststellen in Berlin unternommen, wie nun herauskommt.

Reinhard Gehlen wird nach Wiesbaden verlegt. Dort halten die Amerikaner wichtige Kriegsgefangene wie den Großadmiral Karl Dönitz fest, den Adolf Hitler vor seinem Selbstmord als Nachfolger bestimmt hatte. Und dort findet der frühere FHO-Leiter endlich Gehör bei einem jungen, deutschstämmigen US-Offizier, Captain John R. Boker.

Der Hauptmann überzeugt den obersten Nachrichtendienstchef der amerikanischen Besatzungstruppen, General Edwin L. Sibert, von Gehlens Plan, eine Kernmannschaft der FHO zu versammeln, die den Amerikanern Informationen über die Rote Armee und Moskaus militärische Pläne liefert.

Auf Bokers Geheiß schwärmt eine Gruppe von Offizieren aus, um Gehlens wichtigste Mitarbeiter in den Kriegsgefangenenlagern aufzuspüren und nach Wiesbaden zu holen. Die Namen der einstigen FHO-Männer werden von den Gefangenenlisten gelöscht: Falls sowjetische Stellen nach ihnen suchen, sollen sie unauffindbar sein.

Auch die FHO-Papiere bergen die Besatzer aus den Verstecken im Gebirge. Mithilfe seiner Mitarbeiter sichtet Gehlen das Material und legt den Amerikanern im Sommer 1945 einen ersten Bericht vor: über die sowjetischen Divisionen und deren Stärke, über Produktionszahlen der Rüstungsindustrie, dazu Luftaufnahmen von russischen Eisenbahnknotenpunkten. Sibert ist begeistert. Auch Walter Bedell Smith, der Generalstabschef der US-Truppen in Europa, stimmt wohl der deutschen Aufklärungseinheit unter amerikanischer Aufsicht zu. Nicht eingeweiht wird dagegen Dwight D. Eisenhower, der Oberbefehlshaber der US-Besatzer in Deutschland. Denn offiziell gilt ein "Fraternisierungsverbot", das den freundlichen Umgang von GIs mit der deutschen Bevölkerung verbietet. Zudem tagen in Potsdam gerade die Regierungschefs aus London, Moskau und Washington, um unter anderem die zukünftige Verwaltung des besiegten Landes zu regeln. Eine Kooperation von Amerikanern und Deutschen sollte da besser nicht bekannt werden.Dafür wird das Kriegsministerium in Washington gewahr, was in Deutschland vor sich geht - und ist interessiert. Es fordert die Akten der FHO an, um mehr über die Arbeit der Ost-Experten zu erfahren. Im August 1945 fliegt Gehlen mit einigen Mitarbeitern und seinen Akten nach Washington. Fast ein Jahr wird die Gruppe in einem Vernehmungszentrum interniert, wo sie Fragen zur Aufstellung der Roten Armee be-antworten muss und die mitgeführten Dokumente analysiert. Ihre Erkenntnisse ergänzen das erste Handbuch zum sowjetischen Militär, das der US-Armeegeheimdienst nach dem Krieg in Amerika herausgibt. Während dieser Zeit beginnt die Kriegskoalition der Westmächte mit der Sowjetunion öffentlich zu zerbrechen: Im Februar 1946 verkündet Stalin, dass das System des Kapitalismus mit dem Sozialismus nicht kompatibel sei. Zudem weigert sich der sowjetische Diktator entgegen allen Absprachen, Truppen aus dem Iran abzuziehen, die dort während des Krieges gemeinsam mit britischen Streitkräften einmarschiert waren. Daraufhin erklärt der amerikanische Außenminister, man werde im Falle einer Konfrontation nicht vor Waffengewalt zurückschrecken. Der Kalte Krieg zieht herauf.

Diener zweier Herren

Nach Kriegsende überzeugt Gehlen die Amerikaner, einen Spionagedienst aus Teilen seiner alten FHO-Mannschaft aufzubauen. Zur Tarnung stellen die Besatzer ihm unter dem Namen "Hans Holbein" einen falschen Pass aus

Im Sommer 1946 kehren Gehlen und seine Leute nach Deutschland zurück, wo die USA nun Sowjet-Experten brauchen. Zwar haben die Amerikaner inzwischen mehrere Außenstellen ziviler und militärischer Nachrichtendienste in ihrer Besatzungszone eingerichtet, doch die Einheiten sind unterbesetzt und haben keine klare Mission. Der Umbau der US-Geheimdienste ist noch im vollen Gange (und wird erst im Juli 1947 mit der Gründung der "Central Intelligence Agency" abgeschlossen sein). Gehlen handelt mit General Sibert die Bedingungen seiner zukünftigen Arbeit aus. Der ehemalige FHO-Mann notiert später, man sei übereingekommen, eine rein deutsche Organisation zu gründen, mit einem amerikanischen Verbindungsstab zur US Army, der die Aufklärungsziele festlegt und die Ergebnisse der Arbeit in Empfang nimmt.Nun bauen Gehlens Männer zwei Abteilungen auf: Die "Information Group" soll Spione anwerben und steuern, die "Intelligence Group" das gesammelte Material analysieren.Die Amerikaner stellen dem einstigen Wehrmachtsgeneral das nötige Geld zur Verfügung und liefern die Technik, mit der seine Mitarbeiter bereits ab Oktober 1946 den sowjetischen Funkverkehr abhören. Binnen weniger Monate schwillt die Gruppe, die von den deutschen Mitarbeitern später "Organisation Gehlen" genannt wird, zu einem Apparat mit 3000 Mitarbeitern und Informanten an. Im Tausch für eine neue Aufgabe, Wohnraum und Zigaretten spionieren nun zahlreiche arbeitslose Wehrmachtssoldaten für Gehlen, auch frühere Angehörige von SS und Gestapo.Sie liefern Nachrichten über die Militärverbände der Roten Armee, über Infrastrukturprojekte und Industriekapazitäten in der sowjetisch besetzten Zone. Aus den zusammengetragenen Informationen stellt die Analyseabteilung jeden Monat rund 200 Berichte zusammen. Ab Sommer 1947 befragen Gehlens Mitarbeiter zudem Abertausende Flüchtlinge und Heimkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft, entwerfen so ein gewaltiges Mosaik über den Zustand der Sowjetunion.

Gehlen gelingt es, seine Aufklärungsarbeit als unverzichtbar zu präsentieren und die US-Militärs aufzuschrecken. Denn die sowjetische Waffen- produktion läuft mit voller Kraft – so jedenfalls die Aussagen ehemaliger Kriegsgefangener, die in der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit leisten mussten. Im Dezember 1947 bezieht die Gruppe ein eigenes Hauptquartier in Pullach bei München. Von der übrigen Bevölkerung und der Not der Nachkriegszeit durch eine Mauer abgeschottet, haben Gehlens Mitarbeiter auf dem Gelände alles, was sie zum Leben brauchen: Kindergarten, Schule, Krankenhaus, Kasino. Schon bald stammt der Großteil aller Informationen, die die US-Regierung über Stalins Streitmacht und Rüstungsvorhaben hat, aus Pullach.

Diener zweier Herren

Gehlen (vorn) in Zürich. Seine Organisation liefert bald auch der Regierung Adenauer Informationen - die den einstigen General 1956 zum ersten Chef des Bundesnachrichtendienstes macht

In den Jahren nach Gründung der Bundesrepublik im Mai 1949 gelingt es Gehlen, auch die westdeutsche Regierung unter Konrad Adenauer für seinen Dienst einzunehmen: Der erste Bundeskanzler stützt sich beim Aufbau des Landes ohnehin auf das Wissen alter Eliten - und hat ehemalige Wehrmachtsangehörige sowie hohe Funktionäre des NS-Regimes unter seinen Beratern. Gehlen nimmt an Besprechungen im Kanzleramt teil, liefert der Regierung Einschätzungen zur Sicherheitslage und setzt seine Leute auf vermeintliche kommunistische Verschwörer im eigenen Land an, obwohl für derartige Aufgaben ab 1950 das neu gegründete Bundesamt für Verfassungsschutz zuständig ist.

1955 beschließt das Kabinett Adenauer, die Organisation Gehlen als Auslandsnachrichtendienst der Bundesrepublik zu übernehmen. Die USA stimmen zu. Ihnen ist der Dienst längst zu groß und zu teuer geworden. Zudem sind sich die Amerikaner sicher, dass sie durch die bisherigen engen Verbindungen weiterhin Kontakt halten können - ein entscheidender Vorteil gegenüber den anderen Alliierten, die nicht annähernd so detailliert darüber informiert sind, was sicherheitspolitisch in der jungen Bundesrepublik geschieht. Die Organisation wird direkt dem Kanzleramt unterstellt und am 1. April 1956 offiziell zum Bundesnachrichtendienst. An dessen Spitze steht: Reinhard Gehlen. Dem einstigen Wehrmachtsgeneral ist es gelungen, seinen eigenen Kopf und Teile der FHO über das Ende des NS-Regimes hinwegzuretten - so wie er es bereits 1944 geplant hatte.Doch Anfang der 1960er Jahre wird der Geheimdienst von seiner Vergangenheit eingeholt. Im November 1961 verhaftet die Polizei einen hochrangigen BND-Mitarbeiter, den der sowjetische Geheimdienst 1951 als Doppelagenten in Gehlens Organisation untergebracht hat: den ehemaligen SS-Obersturmführer Heinz Felfe. Nun wird Gehlen von den Amerikanern, denen die früheren Nationalsozialisten in Pullach schon lange als Sicherheitsrisiko gelten, bedrängt, endlich die Biografien seiner Beamten zu überprüfen. Der BND-Chef fürchtet um seinen Posten - und lässt viele ehemalige SS-Angehörige diskret aus dem Dienst entfernen. Schließlich werden ihm die eigenen alten Verbindungen und seine Misswirtschaft zum Verhängnis. 1968 stellt eine Untersuchungskommission des Kanzleramtes fest, dass im BND viele alte Militärs auf hohen Posten sitzen; dass Etats missbraucht wurden und Gehlen lieber Getreue aus Tagen der FHO protegiert, als den Nachwuchs zu fördern. Für die Bundesregierung Gründe, ihn endlich loszuwerden: Der 66-Jährige wird abgelöst - jedoch ausgerechnet durch einen einstigen Kumpanen aus der FHO, Gerhard Wessel, den das CDU-geführte Bundeskanzleramt in der Großen Koalition durchsetzt.

1971 tritt Gehlen, der bis dahin extrem zurückgezogen gelebt hatte, plötzlich an die Öffentlichkeit: mit seinen Memoiren. Mit dem Buch will er sich als großer Meisterspion inszenieren. Doch der einstige Wehrmachtsgeneral (der 1979 stirbt) langweilt seine Leser mit gestelztem Beamtendeutsch und ausufernden Schilderungen seiner Flucht in die bayerischen Alpen. Die Presse verhöhnt die Autobiografie als "publizistische Selbstverbrennung".

Erst 40 Jahre später ist der Name Gehlen wieder Schlagzeilen wert: 2011 initiiert der BND eine Kommission, die sich mit der frühen Geschichte des Dienstes befasst - auch mit der Rolle, die ehemalige Nationalsozialisten dabei gespielt haben.

Zurück zur Übersicht