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GEO EPOCHE Nr. 47: Die Kelten
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Die Sicht der Forscher

Die Kelten sind das älteste namentlich bekannte Volk nördlich der Alpen. Sie siedelten vom Atlantik bis zum Schwarzen Meer, von den Pyrenäen bis in die deutschen Mittelgebirge, sie gründeten Paris, eroberten Rom, zerstörten London. Doch wer sie wirklich waren, wird wohl niemand mehr herausfinden können, denn ihre Geschichten und Rituale haben sie mündlich weitergegeben. Wissenschaftler vermögen nur noch ihre Spuren zu erforschen. Ihre wichtigste Erkenntnis: "Die" Kelten hat es wohl nie gegeben - sondern eine Vielzahl von Stämmen, die vereint waren in einer gemeinsamen Kultur

Das Volk aus dem Dunkeln

Im 8. Jahrhundert v. Chr. ändern sich Kultur, Rituale, Handwerk und Kunst etlicher Stämme Süddeutschlands und benachbarter Regionen. Aus vielen Gemeinschaften formt sich so das erste namentlich bekannte Volk Mitteleuropas: die Kelten. Ihre Herrscher errichten gewaltige Hügelgräber, von denen sich das wohl älteste beim heutigen Frankfurt am Main erhebt. Und sie erbauen Siedlungen, wie die Heuneburg an der Donau, deren Schicksal bis heute rätselhaft ist

Salz - Bergbau in Hallstadt

Wer Salz besitzt, der ist Herr über Wohlstand und Mangel, der entscheidet über Leben und Tod, denn das Mineral ist lebenswichtig für Mensch und Vieh. Und so nehmen die Kelten Mühen und Gefahren auf sich, um es abzubauen. Jahrhundertelang graben keltische Bergleute in einem Tal hoch über dem Hallstätter See nach Salz. Zehntausende Tonnen ringen sie dem Berg ab - und beherrschen so für lange Zeit den Handel mit einem der wertvollsten Güter des Altertums

Vix - Die Herrin des Berges

Sie ist schwach, gebrechlich und von Schmerzen gequält: Und doch bestimmt die Fürstin von Vix um 500 v. Chr. die Geschicke eines der reichsten Handelsplätze der Kelten. Die Macht über den Mont Lassois an der Seine verdankt sie wohl dem Ansehen ihrer Familie, aber auch einem Bund mit den Göttern. Nach ihrem Tod wird sie in einem prächtigen Grab bestattet - und wenig später selbst wie eine Gottheit verehrt

Glauberg - Das Geheimnis des steinernen Kriegers

Am Rande eines keltischen Hügelgrabes am hessischen Glauberg entdeckten Forscher eine lebensgroße Statue - eine der ältesten Mitteleuropas

Sturm auf Rom

Zehntausende Kelten machen sich um 400 v. Chr. auf den Weg über die Alpen - angelockt wohl vom Luxus des Südens und der Aussicht auf militärische Erfolge. Die Völker Italiens haben den Invasoren anfangs kaum etwas entgegenzusetzen. Schließlich greifen die Krieger aus dem Norden sogar die Stadt am Tiber an

Galater - Söldner im Dienst der Hellenen

278 v. Chr. heuert ein kleinasiatischer König 20 000 Kelten als Söldner an - und wird sie nicht wieder los

Bildessay: Das Gold der Kelten

Gold ist für die Kelten mehr als nur Schmuck und Prunk - das stets glänzende, kaum korrodierende Metall symbolisiert die Unsterblichkeit. Und so fertigen sie daraus Kleinode von höchster Symbolkraft: Halsreife, Zierbleche und Gewandspangen, deren Ornamente und Figuren stets über das Diesseits hinauszuwachsen scheinen in eine von geheimnisvollen Mächten beherrschte Anderswelt

Manching - Die bedrohte Metropole

Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. erschaffen die Kelten, inspiriert von den Etruskern, Römern und Griechen, die ersten Städte Mitteleuropas: Eine der größten dieser Siedlungen ist das im heutigen Bayern gelegene Manching. Dessen Bewohner errichten um 125 v. Chr. eine gewaltige Befestigungsanlage. Als Zeichen ihrer Macht - aber auch aus Angst

Sklavenhandel - Auf Menschenjagd

Der Wohlstand keltischer Städte gründet unter anderem auf einem ganz besonderen Handelsgut: Menschen. Und so überfallen keltische Raubtrupps gezielt germanische Bauern, um sie als Sklaven zu verkaufen

Druiden - Mittler zwischen Himmel und Erde

Kein selbstverfasstes Dokument kündet von ihrem Tun, keine Inschrift nennt ihre Namen. Doch sie waren die geistigen Führer der Kelten, arbeiteten als Lehrer und Richter, sprachen zu den Göttern und entschieden über Leben und Tod: die Druiden

Bildessay: Heilige Masken

Sie prangen auf Schwertern, Achsnägeln, Kannen und Fibeln: Rätselhafte Gesichter sind in der Welt der Kelten allgegenwärtig. Sie verkörpern Lebenskraft, Status und Göttlichkeit, doch vor allem sind sie Zeichen der Angst. Denn die Fratzen sollen auch böse Mächte abwehren

Aufstand gegen Caesar

Es ist der brutalste Krieg, den Kelten je erlebt haben: 58 v. Chr. überfallen römische Legionen unter ihrem Feldherr Gaius Iulius Caesar die Gallier im heutigen Frankreich. Dem Fürsten Vereingetorix gelingt es, etliche rivalisierende Stämme unter seiner Führung zu vereinen. Vor der Stadt Alesia kommt es zur Entscheidungsschlacht

Interview: Der Untergang

Während der Beginn der Kelten im Ungewissen liegt, ist ihr Ende durch Caesars Schriften gut belegt. Der Gallische Krieg machte die Möglichkeit eines eigenen Reiches zunichte. Doch weshalb konnte sich ihre Kultur nicht durchsetzen und was geschah mit den Kelten außerhalb Galliens? Die Archäologin Sabine Rieckhoff über den gescheiterten Weg zur Hochkultur - und über eine fast menschenleere Einöde im Süden Deutschlands

Die letzten Rebellen

Von ihren Nachbarn auf dem Kontinent übernehmen die Bewohner der Britischen Inseln die keltische Sprache und Kultur. Und sie haben den gleichen Feind: das Imperium Romanum. Im Jahr 43 n. Chr. erobern die Legionen des Kaisers Claudius weite Teile des heutigen England. Doch dann verbünden sich die Britannier gegen die Invasoren

Leseprobe: Zeitleiste - Das keltische Jahrtausend
Die Kelten
Leseprobe: Zeitleiste - Das keltische Jahrtausend
Über Jahrhunderte bestimmt sie die Geschichte und Geschicke Mitteleuropas: Alle Daten und Fakten über die keltische Kultur im Überblick.

In dieser Ausgabe erschienen

GEOEPOCHE-Buchtipps: Die Kelten
Weiterführende Literatur zum Thema, für Sie zusammengestellt und bewertet von der GEOEPOCHE-Redaktion.
Leseprobe: Zeitleiste - Das keltische Jahrtausend
Über Jahrhunderte bestimmt sie die Geschichte und Geschicke Mitteleuropas: Alle Daten und Fakten über die keltische Kultur im Überblick.
Leseprobe: Die Macht der Druiden
"Eichenkundiger" bedeutet das Wort Druide vermutlich, der Baum soll ihnen heilig gewesen sein. Aber wer waren die Keltenpriester wirklich?
Leseprobe: Die Herrin des Berges
Eine gebrechliche Frau herrscht um 500 v. Chr. über eine der reichsten Siedlungen der Kelten. Wem verdankt die Fürstin ihre Macht?
Leseprobe: Die bedrohte Metropole
Um 125 v. Chr. errichten die Kelten im heutigen Manching eine gewaltige Befestigungsanlage. Als Zeichen ihrer Macht – aber auch aus Angst.
GEOEPOCHE-DVD: Die Kelten
Die Dokumentation untersucht, wer die Kelten wirklich waren: wie sie lebten, woran sie glaubten – und weshalb sie untergingen.