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GEO EPOCHE Nr. 57: Deutschland unter dem Hakenkreuz - Teil 1 (1933-1936)
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Die geblendete Nation

Deutschland, Anfang 1933: ein Land, gedemütigt durch die Niederlage im Weltkrieg, geschwächt von einer Wirtschaftskrise, von Ränkespielen der Parteien zermürbt. Eine Republik, in der Millionen Menschen keine Arbeit haben, Tumulte auf den Straßen üblich sind. In diesem schwankenden Staat erklärt sich der Vorsitzende der NSDAP zum Heilsbringer: Adolf Hitler verspricht den Deutschen, ihnen Arbeit, Wohlstand, Frieden zu bringen. Und viele glauben ihm

Kanzler und Diktator

Er versagt in der Schule, scheitert als Künstler und bringt es auch als Soldat im Ersten Weltkrieg nicht weit. Adolf Hitler ist ein Träumer und sozialer Außenseiter, dessen Talent zur Rede und Selbstinszenierung eher zufällig entdeckt wird. Erst 1919 findet er seine Lebensaufgabe in der Politik, steigt rasch auf zum Vorsitzenden der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Am 30. Januar 1933 wird er Reichskanzler, der letzte der Weimarer Republik. Denn er wird sie zerschlagen

Die Republik in Flammen

Am Abend des 27. Februar 1933 schlagen Flammen aus dem Reichstag in Berlin - der Brandstiftung verdächtigt wird ein Kommunist. Nun kann die NS-Führung rasch zu Ende bringen, was sie schon zuvor begonnen hat: ihre politischen Gegner zu vernichten, die Demokratie zu zerstören und eine Diktatur zu errichten

Dachau

Im März 1933 richten die Nationalsozialisten ein Konzentrationslager in der Nähe des bayerischen Dachau ein. Hinter Mauern und Stacheldraht wollen sie ihre politischen Gegner brechen, mit Prügel, Demütigungen und Sklavenarbeit. Die SS organisiert den Terror mit großer Effizienz - und schafft damit die Blaupause für das spätere KZ-System

Mord unter Freunden

Im Frühjahr 1934 stürzen innere Machtkämpfe, Intrigen und wachsender Unmut in der Bevölkerung das noch junge NS-Regime in eine Krise. Vor allem die SA, die paramilitärische "Sturmabteilung" der Nationalsozialisten, gefährdet Hitlers Herrschaft. Bis der lange zögernde Parteichef zuschlägt: Unter dem Vorwand, einen angeblichen Aufstand der SA-Führung zu vereiteln, entfesseln er und seine Paladine einen beispiellosen Blutrausch

Volk auf Linie

Kaum an der Macht, versuchen die Nationalsozialisten, ihr Weltbild in den Köpfen der Menschen zu verankern. Die ideologische Erziehung beginnt bereits bei den Kindern. Das Regime will linientreue Kämpfernaturen, die sich in den Dienst der "Volksgemeinschaft" stellen. Diese Indoktrination erfasst bald alle Bereiche des Alltags. Und weite Teile der Bevölkerung folgen ihr. Bereitwillig

Die Systematik des Hasses

Anfangs ist die Verfolgung der Juden willkürlich und verbrecherisch - selbst nach den Gesetzen des NS-Staates. Doch im September 1935 verfassen Hitlers Juristen ein perfides Regelwerk: Es legitimiert die Hetze, verleiht der Gewalt den Anschein der Rechtmäßigkeit und bahnt den Weg zum Völkermord

Die Behörde der Angst

Um die gerade errungene Macht zu sichern, gründen die Nationalsozialisten im April 1933 die Geheime Staatspolizei. Ihre Beamten überwachen, verhaften und bestrafen politische Gegner - sowie all jene, die nicht in die neue "Volksgemeinschaft" passen

Exodus

In Hitlers Deutschland brennen ab 1933 Bücher. Orchestervorstellungen werden gestürmt, Professoren aus den Hörsälen verbannt. Zahlreiche Künstler, Schriftsteller, Intellektuelle verlassen das Land - weil sie Juden sind, das NS-Regime ablehnen oder ihre Werke den Nationalsozialisten als "entartet" gelten. Andere bleiben in Deutschland, oft mit Berufsverboten belegt und öffentlich geächtet. Briefe, Tagebucheinträge sowie weitere Schriftstücke der Verfemten und Vertriebenen verraten ihre Gedanken zu Verfolgung, Flucht und Exil

Die Zeichen stehen auf Sturm

Mit dem Einmarsch von Soldaten in die entmilitarisierte Zone längs des Rheins bricht Hitler Anfang März 1936 bewusst internationale Friedensabkommen - um zu sehen, wie weit er gehen kann

Die missbrauchten Spiele

Jahrelang wettern die Nationalsozialisten gegen Olympia - nach der "Machtübernahme" aber stecken sie mehr Geld in die Ausrichtung der Spiele als jede Regierung vor ihnen. Das Sportfest soll eine Propagandaveranstaltung werden und die Welt für den neuen deutschen Staat einnehmen. Dafür verzichtet das NS-Regime einige Monate lang auf Übergriffe gegen Juden, nominiert "nichtarische" Athleten - und muss am Ende zusehen, wie ein schwarzer Amerikaner zum Liebling des deutschen Publikums wird

Daten und Fakten: Die ersten Jahre der Diktatur

Binnen weniger Monate zerschlägt das NS-Regime unter der Führung Adolf Hitlers 1933 die deutsche Demokratie und errichtet einen Unterdrückungsstaat nach seinem ideologischen Weltbild

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