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Das Magazin für Geschichte

"Majestätisch liegt mit der, trotz den Verstümmelungen noch bemerkbaren, den altägyptischen Bildsäulen eigenen Ruhe im Ausdruck, der majestätische Koloss vor der Pyramide des Schafre (Chephren); die Hierogyphe nennt ihn Neb, Herr; der Europäer aber Sphynx, wegen seiner Aehnlichkeit mit griechischen Bildwerken derselben Art. Die griechische Sphynx war weiblich, die egyptische männlich, weil er das Symbol eines Königs war, wo physische und intellectuelle Kraft gepaart sein sollen ..." (Jakob August Lorent, 1860)

"Man pflegt nun die Cheopspyramide zu besteigen, deren durch den Verlust der Spitze entstandene Platte einen günstigen Aussichtspunkt gewährt; diese ist in 10-15 Minuten bequem zu erreichen, doch darf man sich, um oben nicht athemlos anzukommen, nicht von den Führern drängen lassen, welche ihren Ehrgeiz darein setzen, möglichst rasch hinaufzugelangen ... Zwei Führer steigen voran und ziehen, indem jeder eine unserer Hände erfasst, der dritte folgt und schiebt nach ..." (Anton Graf Prokesch, 1874)

Sargensemble im Bulak Museum, Kairo

"Zur Öffnung der Mumien ... Er, seine Verwandten und Freunde haben die Reise in die Wüste angetreten, damit der Leichnam in Ruhe ungestört der Ewigkeit entgegenschlummern könne - vergebt mir, dass ich ihn gestört habe: Dort stand ich, und ich konnt' nicht anders!" (R. Forrer, 1895)

"Auf dem Weg in das Tal der Könige ist die Gegend mörderisch: man steigt langsam zwischen nackten Bergen in einer breiten Schlucht empor; große zerklüftete Felswände stehen da, das abbröckelnde Gestein rollt unter den Hufen der Pferde, die Steigbügel verbrennen mir die Füße ..." (Gustave Flaubert, 1850)

"Bei Sonnenuntergang Karnak gegenüber. Die Pylonen und Obelisken von Karnak zwischen Palmen. - Abends Ueberfahrt im Nachen. Besuch beim Consul, nächtlicher Besuch im Mondlicht in Karnak. Zurück über den Prachttempel ..." (Wilhelm Reiss, 1881)

Tempel von Medinet Habu

"Man müßte viel länger hier sein, nicht sehen müssen, um später vieles gesehen zu haben." (Rainer Maria Rilke, 1911)

"Der erste Eindruck von Karnak ist der eines Palastes für Riesen ..."

(Gustave Flaubert, 1850)

"Luksor. - Pylonen. - Das Gesims der Pylonen ist zerstört ... Davor zwei bis an die Brust vergrabene Kolosse ... Der Pylon links stellte die Schlacht dar und der rechts den Triumph. Der Obelisk am linken Pylon ist vollkommen unversehrt ... Der Obelisk, der in Paris steht, befand sich am rechten Pylon. Wie muss er sich da unten auf dem Place de la Concorde, auf seinem Sockel hockend, langweilen und nach seinem Nil zurücksehnen: An was mag er denken, wenn Droschken um ihn herumfahren statt der antiken Wagen, die einst an seinem Fuß vorüberzogen?" (Gustave Flaubert, 1850)

"So gering verhältnismässig die Reste dieser Königsburg in Medinet-Abu (Medinet Habu) auch sein mögen, so geben sie doch den Massstab für die Pracht des Pharaonenhofes, und gestatten zugleich einen ansprechenden Einblick in das häusliche Leben Ramses' III. ... Wie oft mag er, umgeben von seinen Frauen, aus diesem weiten Fenster hinabgeblickt haben auf das Gewimmel der Stadt, und hinüber nach dem östlichen Ufer, wo die Riesentempel im warmen Lichte der scheidenden Sonne erglühten, und die vergoldeten Spitzen der Obelisken wie Funken zum Himmel stiegen!" (Anton Graf Prokesch, 1874)

"Wir verbringen die Nacht im Ramesseum, zwischen dicken Säulen, mit dem Gesicht nach dem Pylon zu. Die Sterne blitzen. Abwechselnd heulen die Schakale und bellen die Hunde." (Gustave Flaubert, 1851)

"Tempel von Esna. - Er liegt mitten in der Stadt, tief in die Erde eingelassen ... Die Säulen sind mit Hieroglyphen bedeckt ..." (Gustave Flaubert, 1849-1851)

"Kom Ombo. - Nachmittags angekommen. ... Der Tempel ist im Sand vergraben ... Reste von blauer Malerei. Es sind noch dreizehn Säulen vorhanden ... Auf dem Sekos griechische Inschrift, die besagt, dass Ptolemäus und Kleopatra diesen Sekos Apollo und den anderen Göttern geweiht haben; sie steht auf dem Türsturz ..." (Gustave Flaubert, 1850)

Trajans-Kiosk auf der Insel Philae

"... Schade, daß auch der am Rand des Flusses gelegene offene Tempel unvollendet blieb, nach der Anlage und der Bildung der köstlichen Säulenformen zu urtheilen, wäre dieser Tempeltheil wunderbar schön geworden. Wir gleiten, gefolgt von dem Glanz der beginnenden Abendröthe, langsam von dem wunderbaren Fleck Erde fort ..." (Franz Wallner, 1873)

Statuen vor dem Tempel von Wadi el-Sebua

"... alsbald erscheint zur Rechten in der Wüste der Tempel von Sebua. Ernst heben sich die verwitterten Pylonen gegen den grellgelben Hintergrund des Wüstensandes ab, der ... mehr als die Hälfte des Tempels verschüttet hat ... man muß sich damit begnügen, auf dem Dach der ersten Halle stehend, die geheimnisvollen Räume in der Phantasie zu durchwandern. Für Geld und gute Worte lassen sich aber die Bewohner des benachbarten Dorfes manchmal herbei, dort, wo die erste Halle an die zweite stößt, einen Eingang oder vielmehr ein Loch zu graben ..." (Anton Graf Prokesch, 1874)

"... Endlich, nachdem wir einen Vorsprung umfahren, wird die Einförmigkeit der Gegend durch das Erscheinen des Tempels von Dandur (Dendur) unterbrochen, dessen edle Umrisse das ermüdete Auge wieder erfrischen ..." (Anton Graf Prokesch, 1874)

"Der Augenblick, in dem wir das Gestade von Abu Simbel betreten, ist einer der wichtigsten der Reise und epochemachend im Leben. Gleich der Stunde, in der wir zuerst am Fuße der Cheopspyramide gestanden, und jener anderen, in der wir die Riesenhalle von Karnak erblickt, wird auch diese unauslöschlich unserem Gedächtnisse eingeprägt bleiben ... Doch mehr noch als die Größe des Werkes, ergreift diejenige des Gedankens, der demselben zu Grunde liegt, und seine Mächtigkeit ist es, die beim Anblicke dieser Front zuerst überwaltigend auf uns wirkt ..." (Anton Graf Prokesch, 1874)