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Vom Vierbeiner zum Zweibeiner

Wanderer zwischen den Welten: Australopithecus afarensis hätte, ähnlich wie Schimpansen und Gorillas, noch auf allen vieren gehen können.

Vormenschen der Art Australopithecus afarensis - vor allem bekannt durch den spektakulären Skelettfund "Lucy" - liefen zwar bereits aufrecht auf zwei Beinen, hatten jedoch auch die anatomische Ausstattung, um den sogenannten Knöchelgang zu benutzen - so wie es die heutigen Schimpansen und Gorillas tun, indem sie ihre Arme auf die Knöchel der umgeknickten Finger aufstützen. Dies schlossen die Anthropologen Brian Richmond und David Strait von der George Washington University in Washington aus dem morphologischen Vergleich von Handgelenk-Knochen heutiger Menschenaffen, Fossilien von Vormenschen sowie modernen Menschen.

Die Studie widerlege aber keineswegs den zweibeinigen Gang von Australopithecus afarensis, der durch den Bau der Hüft- und Fußknochen bewiesen sei, betonen die Forscher. Vielmehr seien die anatomischen Eigenheiten an den Handgelenken Lucys und ihrer Artgenossen Relikte des letzten gemeinsamen Vorfahren von Australopithecinen und Menschenaffen. Dieser Ahn sei offenbar schon zeitweilig aus den Bäumen herabgestiegen, um sich im Knöchelgang auf dem Erdboden fortzubewegen, bevor sich äffische und menschliche Linien in der Evolution getrennt hätten.