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Buchtipps: Inka, Maya und Azteken

Die Zahl der Publikationen zu den verschiedenen Hochkulturen Meso- und Südamerikas schwankt sehr. Zu manchen Zivilisationen, etwa den Maya, sind innerhalb weniger Jahre ganze Bibliotheken erschienen, zu anderen, wie beispielsweise den Mixteken, kaum zwei oder drei Bände. Hier ist eine Auswahl der deutsch- und englischsprachigen Literatur:
In diesem Artikel
Olmeken
Maya
Codices
Nasca
Inka und Mixteken
Azteken
Konquistadoren

Olmeken

Olmeken

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Richard A. Diehl, The Olmecs. America's First Civilization (Thames & Hudson, London 2004) 208 Seiten, ca. 35 EuroDer Verfasser, einst Ausgräber in San Lorenzo, dem ersten Zeremonialzentrum der Olmeken, gehört zu den besten Kennern Mesoamerikas. In leicht verständlicher Form und auf aktuellem Forschungsstand stellt er die noch immer rätselhafte Kultur der "Leute aus dem Gummiland" vor. Gleichwohl folgt er dabei in einigen Punkten einer Forschungsrichtung, die nicht ganz unumstritten ist.

John E. Clark, Mary E. Pye (Hrsg.), Olmec Art and Archaeology in Mesoamerica (Yale University Press, New Haven/London 2000) 342 Seiten, zur Zeit nur antiquarisch erhältlich, ca. 200 DollarIn 15 Essays berichten führende Fachleute über den Stand der Olmekenforschung. Sie stellen ihre neuesten Grabungsergebnisse aus dem mexikanischen Tiefland vor, aber auch aus benachbarten, von den Olmeken beeinflussten Regionen. Sie diskutieren was olmekische Kunst ist und was man daraus über die Geisteswelt der ersten Hochkultur Mesoamerikas ableiten kann. Ein Fachbuch.

Maya

Maya

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Berthold Riese, Die Maya. Geschichte - Kultur - Religion (C. H. Beck, München 2004) 144 Seiten, 7,90 EuroIn den letzten Jahrzehnten hat sich das Bild von den Maya grundlegend gewandelt. Von einem friedliebenden Volk kann nicht mehr die Rede sein. Kriege bestimmten die Staatenwelt, Herrscher durchlitten Bultopferriten und schenkten ihre Gefangenen den Göttern. Eine Kurzdarstellung.

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Nikolai Grube (Hrsg.), Maya. Gottkönige im Regenwald (Könemann, Königswinter 2000) 480 Seiten, zur Zeit nur antiquarisch erhältlich, ca. 30 Euro (eine Neuauflage ist für 2005 geplant)Zusammen mit Eva Eggebrecht und Matthias Seidel hat der renommierteste deutsche Maya-Forscher diesen Prachtband zusammengestellt - und führt in leicht lesbarar Form ein in alte Staatenwelt der Maya: in ihren Lebensraum, über ihre kulturellen Errungenschaften, Herrscherdynastien und Tempelbauten bis zu ihrer Wiederentdeckung durch europäische Abenteurer im 19. Jahrhundert.

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Linda Schele/David Freidel, Die unbekannte Welt der Maya. Das Geheimnis ihrer Kultur entschlüsselt (Orbis Verlag, München 1999) 672 Seiten, zur Zeit nur antiquarisch erhältlich, ca. 13 EuroAnhand der Bilderschriften der Maya entwerfen die beiden Autoren das gesamte Panorama der wohl bekanntesten mesoamerikanischen Zivilisation, deren magischer Kosmos - trotz anders lautendem Titel - eben doch noch nicht vollständig entschlüsselt ist.

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David L. Webster, The Fall of the Ancient Maya (Thames & Hudson, London 2002) 368 Seiten, ca. 30 EuroDer Niedergang der klassischen Maya gehörte lange Zeit zu den größten Rätseln der Weltgeschichte. Doch langsam nähern sich die Archäologen, Ethnologen und Schriftexperten durch ihre Forschungen in Städten wie Copán, Tikal, Dos Pilas oder Piedras Negras den Gründen für das Ende dieser alten Hochkultur. Dabei sind die Ursachen häufig so verschieden, wie die Stadtstaaten, zu deren Kollaps sie beigetragen haben. Ein Überblick.

Codices

Codices

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Elizabeth Hill Boone, Stories in Red an Black. Pictorial Histories of the Aztecs and Mixtecs (University Texas Press, Austin 2000) 296 Seiten, ca. 48 EuroDie Schreiber der Azteken und Mixteken legten die Geschichte ihrer Nationen in prachtvollen Bildern nieder, etwa auf langen Bahnen aus gekalkter Hirschhaut. Nun hat Elizabeth Hill Boone, Spezialistin für vorspanische und frühkoloniale Codices, einige der Epen in Auszügen vorgelegt, als Einführung in die Kunst der altmexikanischen Handschriften.

Nasca

Nasca

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Helaine Silverman/Donald A. Proulx, The Nasca (Blackwell Publishers, Oxford 2002) 304 Seiten, ca. 17 britische PfundFür Kollegen der beiden Archäologen "die absolut beste Abhandlung über die Nasca auf dem Markt. Ein Muss für jeden, der sich für die Ursprünge der indianischen Kulturen Südamerikas und darüber hinaus interessiert."

Judith Rickenbach (Hrsg.), Nasca. Geheimnisvolle Zeichen im Alten Peru (Museum Rietberg, Zürich 1999) 380 Seiten, zur Zeit nur antiquarisch erhältlichDie Welt kennt die Nasca als die Urheber monumentaler Bilder, die sie vor mehr als 1300 Jahren in den Wüstenboden im Süden Perus gegraben haben. Andere Spuren ihrer Kultur werden eher nicht wahrgenommen, etwa ihre Textilkunst, ihre farbig verzierten Keramiken, ihre Wohnarchitektur oder ihr Hang zu Kopfjagd und Trophäenkult. Doch diese Lücke schließt der Katalog.

Inka und Mixteken

Inka

Catherine Julien, Die Inka. Geschichte - Kultur - Religion (C. H. Beck, München 2003) 128 Seiten, 7,90 EuroIn kurzer und fundierter Form schildert das Bändchen die Entstehung und die Organisation des Imperiums, dessen Herrscher sich als "Söhne der Sonne" bezeichneten. Der schnellste Einstieg in das Inka-Reich.

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Terence N. D'Altroy, The Incas (Blackwell Publishing, Oxford 2003), 392 Seiten, ca. 16 britische Pfund Das Imperium der Inka ist die großartigste Zivilisation, die je in den Anden gegründet worden ist, vielleicht sogar im gesamten vorspanischen Amerika. Terence N. D'Altroy darüber, wie sie ihr Reich erschufen, es zusammenhielten - und wie sie es verloren.

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Michael E. Moseley, The Incas and their Ancestors. The Archaeology of Peru (Thames & Hudson, London 2001, revised edition) 288 Seiten, ca. 13 britische Pfund Die Inka waren nicht die erste Hochkultur Perus, aber die letzte. Und so stellt der amerikanische Archäologe Michael E. Moseley das Imperium der Sonnensöhne in den Kontext, aus dem es überhaupt erst entstehen konnte - von den ersten Menschen in den Anden ab an.

Mixteken

Bruce E. Byland und John M. D. Pole, In the Realm of 8 Deer, The Archeology of the Mixtec Codices (University of Oklahoma Press, Norman und London, 1994), 292 Seiten, zur Zeit nur antiquarisch erhältlichEine gute Darstellung der Kultur der Mixteken - und der Karriere ihres ehrgeizigsten und skrupellosesten Königs.

Azteken

Azteken

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Hanns J. Prem, Die Azteken, Geschichte, Kultur, Religion (C.H.Beck, München 2003), 144 Seiten, 7,90 EuroKompakte, bewährte Einführung in das Thema.

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Michael E. Smith, The Aztecs (Blackwell, Malden, Mass., Oxford 2002), 361 Seiten, ca. 25 EuroSmith beschreibt vor allem den Alltag der größten Eroberer Mexikos in vorspanischer Zeit. Da der Verfasser selbst Archäologe ist, stützt sich seine Argumentation oft auf die Ergebnisse von Ausgrabungen - von der Anlage der Tempel bis zur Bewässerung der Felder.

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Davíd Carrasco mit Scott Sessions, Daily Life of the Aztecs, People of the Sun and Earth (Greenwood Press, Westport, Connecticut 1998), 283 Seiten, ca. 44 EuroEbenfalls eine Darstellung des Alltagslebens im Aztekenreich, mit Kapiteln zum geistigen Leben und zur Religion. Die Autoren finden Argumente für ihre Darstellungen hauptsächlich in aztekischen Berichten, die unmittelbar nach der spanischen Eroberung für die neuen Herren niedergeschrieben wurden. Insofern eine gute Ergänzung zu dem Werk von Smith.

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Azteken (DuMont, Köln 2002), 552 Seiten, 98,00 EuroOpulenter Katalog zur großen Azteken-Ausstellung, die 2003/2004 unter anderem in Berlin und Bonn zu sehen war. Ein Standardwerk zu dieser Kultur, in seiner Fülle aber etwas unübersichtlich.

Konquistadoren

Konquistadoren

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Claudine Hartau, Hernando Cortés (Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994) 160 Seiten, 5,50 EuroMit zahlreichen Originalzitaten des Eroberers und seiner Zeitgenossen erzählt die Hamburger Altamerikanistin und Spezialistin für die Kolonialzeit in Mexiko die conquista des Azteken-Reiches. Und erklärt ganz nebenbei, wie es zu der Legende von den "Weißen Göttern" kam, für die man die Spanier im alten Mexiko angeblich gehalten hat.

Bernal Diaz del Castillo, Geschichte der Eroberung von Mexiko (Insel Verlag, Frankfurt 1988) 700 Seiten, 15 Euro"Ich will mit Gottes Hilfe ganz einfach als Augenzeuge beschreiben, was ich selbst sah, ohne die Tatsachen in irgendeiner Weise zu verdrehen", nahm sich der Autor im 16. Jahrhundert vor. Diaz del Castillo hat den Eroberungszug des Cortés miterlebt. Sein Zeugnis gilt als verlässliche Schilderung der Ereignisse.

Hernán Cortés, Die Eroberung Mexikos (Insel Verlag, Frankfurt 1980) 342 Seiten, 9,50 EuroFünf Berichtsbriefe schrieb Cortés über seine Eroberungszüge nach Spanien. Sie sind kühl komponiert und verfolgen nur einen Zweck: den König von Cortés rechtmäßigem Handeln und seinen außerordentlichen Verdiensten zu überzeugen. Drei Briefe an den spanischen König und deutschen Kaiser Karl V. enthält der Band.

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Maike Wessel, Die Konquistadoren (Komplett-Media 2004) 3 CDs, ca. 205 Minuten 24,95 EuroRuhig erzählt Achim Höppner die Geschichte von den europäischen Eroberungszügen in die Neue Welt. Hernando Cortés siegt in Mexiko, Francisco Pizarro in den Anden und bald fällt auch Amazonien. Mit zahlreichen Original-Zitaten aus den erhaltenen Berichten. Sehr hörenswert.