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Zweiter Weltkrieg Daten und Fakten: Vorgeschichte und Kriegsbeginn

Der Angriff des nationalsozialistischen Deutschland auf Polen am 1. September 1939 weitet sich schnell zum kontinentübergreifenden Konflikt aus: Bald kämpfen Einheiten der Wehrmacht und ihrer Verbündeten auf Schlachtfeldern in Europa, Afrika und Asien
In diesem Artikel
1933
1941

1933

30. 1. Adolf Hitler, Chef der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, wird Reichskanzler. Binnen weniger Monate gelingt es ihm und der NS-Führung, die Demokratie der Weimarer Republik zu unterhöhlen und in eine Diktatur umzuwandeln. Seine wichtigsten politischen Ziele erläutert Hitler Offizieren der Reichswehr bereits in der Woche nach seiner Vereidigung: die Eroberung von "Lebensraum" im Osten und dessen "rücksichtslose Germanisierung".

14. 10. Deutschland tritt aus dem Völkerbund - der 1919 im Zuge der Pariser Friedenskonferenz gegründeten Staatenorganisation - aus und zieht sich von allen Abrüstungsverhandlungen zurück. Denn durch die internationale Zusammenarbeit (und Kontrolle) sieht Hitler sein geheimes Rüstungsprogramm gefährdet.

1934

14. 6. Hitler trifft in Venedig erstmals mit dem italienischen Diktator Benito Mussolini zusammen, dessen ab 1922 errichtetes faschistisches Regime den Nationalsozialisten bei ihrem Aufstieg als Vorbild gedient hat.

1935

16. 3. Das Deutsche Reich kündigt die militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrages auf. Die seit 1933 betriebene Aufrüstung wird nun forciert, die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.

3. 10. Mussolinis Truppen überfallen das dem Völkerbund angehörende Kaiserreich Abessinien (heute Äthiopien), um das afrikanische Land in das italienische Kolonialimperium (Libyen, Eritrea und ein Teil von Somaliland) einzugliedern. Daraufhin verhängt der Völkerbund Wirtschaftssanktionen gegen Italien.

1936

7. 3. 30.000 deutsche Soldaten besetzen das seit dem Ende des Ersten Weltkriegs entmilitarisierte Rheinland.

25. 10. Deutschland und Italien schließen ein geheimes Kooperationsabkommen; wenige Tage später proklamiert Mussolini in einer Rede die "Achse Berlin–Rom". Er reagiert damit vor allem auf die Unterstützung, die das Deutsche Reich Italien nach dessen Überfall auf Abessinien und der anschließenden Ächtung durch den Völkerbund hat zukommen lassen.

25. 11. Tokyo und Berlin schließen den "Antikominternpakt", der sich gegen die Kommunistische Internationale und damit indirekt gegen die UdSSR richtet. Im Jahr darauf tritt Italien dem Pakt bei.

1937

7. 7. Ein Feuergefecht zwischen japanischen und chinesischen Soldaten nimmt Japan zum Anlass für einen Eroberungskrieg gegen die Republik China. Schon seit einigen Jahren strebt das Kaiserreich die Unterwerfung weiter Teile Asiens an. Ende 1937 besetzen kaiserliche Truppen Chinas Hauptstadt Nanjing und ermorden dabei etwa 200.000 Menschen. Im folgenden Jahr kontrolliert Japan die großen Städte und Eisenbahnlinien im Osten Chinas.

1938

12. 3. Die Wehrmacht marschiert unter dem Jubel der Bevölkerung in Österreich ein. Am Tag darauf lässt Adolf Hitler in einem Gesetz den "Anschluss" des Landes an das Deutsche Reich erklären. Großbritannien und Frankreich nehmen diesen Völkerrechtsbruch angesichts der offensichtlichen Zustimmung der Österreicher hin.

24. 4. Auf Drängen Hitlers fordert die Partei der Sudetendeutschen, die stärkste politische Kraft in den mehrheitlich von Deutschen bewohnten Grenzgebieten der Tschechoslowakei, größere Autonomie. Der sich in den folgenden Monaten immer weiter verschärfende Konflikt wird von Berlin benutzt, um politischen Druck auf die tschechoslowakische Regierung auszuüben.

29. 9. Der britische Premierminister Neville Chamberlain, dessen französischer Amtskollege Édouard Daladier sowie Mussolini und Hitler vereinbaren in München (ohne tschechoslowakische Beteiligung), dass das "Sudetenland" Teil des Deutschen Reiches wird. Im Gegenzug garantieren Großbritannien und Frankreich im "Münchner Abkommen" den Bestand der Rest-Tschechoslowakei.

1939

30. 1. Im Reichstag erklärt Adolf Hitler im Fall eines Krieges "die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" zum Ziel seiner Politik.

14. 3. Gedrängt von Berlin, beschließt das slowakische Parlament den Austritt der Slowakei aus dem tschechoslowakischen Staatsverband (das Land ist fortan ein Satellitenstaat Deutschlands). Wenige Stunden später unterzeichnet der tschechoslowakische Staatspräsident einen "Protektoratsvertrag" mit dem Reich; andernfalls hätte Hitler Prag bombardieren lassen. Gleichzeitig marschiert die Wehrmacht auf das verbliebene tschechische Territorium vor, das Hitler am 16. März als "Protektorat Böhmen und Mähren" zum Bestandteil des "Großdeutschen Reichs" erklärt. Obwohl er damit das Münchner Abkommen bricht, intervenieren weder Frankreich noch Großbritannien. Die Politik des appeasement, der "Besänftigung" Hitlers durch Zugeständnisse, ist endgültig gescheitert.

23. 3. Litauen übergibt das Memelland an Berlin. Den ehemals ostpreußischen Landesteil hatte das Deutsche Reich nach dem Ersten Weltkrieg abtreten müssen.

7. 4. Italien überfällt Albanien und annektiert dessen Gebiet.

28. 4. Hitler hebt den 1934 geschlossenen Nichtangriffspakt mit Polen auf. Gleichzeitig kündigt Berlin ein Flottenabkommen mit Großbritannien von 1935.

24. 8. Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow und sein deutscher Amtskollege Joachim von Ribbentrop unterzeichnen in Moskau einen Nichtangriffspakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll stecken die Vertragspartner ihre Interessensphären in Osteuropa ab: Deutschland erhebt Anspruch auf Litauen sowie auf die westlich der Flüsse Weichsel, Narew und San gelegenen Gebiete Polens; die Sowjetunion soll das östliche Polen, Finnland, Lettland und Estland sowie Bessarabien in Südosteuropa erhalten.

31. 8. Hitler lässt einen Kriegsgrund inszenieren: SSMänner täuschen in Oberschlesien nahe der Grenze zu Polen einen polnischen Anschlag auf den Rundfunksender in Gleiwitz (heute: Gliwice) vor: "Achtung!", verkündet einer der Männer. "Hier ist Gleiwitz. Der Sender befindet sich in polnischer Hand."

1. 9. In den frühen Morgenstunden eröffnet das Schlachtschiff "Schleswig-Holstein" mit Schüssen auf ein polnisches Munitionsdepot auf der Halbinsel Westerplatte bei Danzig eine angebliche Gegenoffensive. Dieser Überfall wird sich zu einem Weltkrieg ausweiten. Stunden später verkündet Hitler, Danzig gehöre wieder zum Deutschen Reich. Unterdessen überqueren Wehrmachtseinheiten die polnische Grenze. Die Verteidiger weichen immer weiter zurück: Zu groß ist die militärische Überlegenheit der Deutschen, die mit 3600 Panzern (Polen: 750) und 1700 Flugzeugen (Polen: 900) angreifen. In der Bevölkerung schürt der Überfall Hass auf die deutsche Minderheit in Polen, der sich vielerorts in Pogromen entlädt - in Bromberg etwa werden am 3. September 1000 Menschen ermordet.

3. 9. Frankreich und Großbritannien erklären Deutschland den Krieg. In den Abendstunden versenkt ein deutscher U-Boot-Kapitän das englische Passagierschiff "Athenia". 112 Menschen sterben. Am Tag darauf bombardiert die Royal Air Force vor Brunsbüttel deutsche Kriegsschiffe. Zugleich beginnen deutsche U-Boote, alliierte Handelsschiffe zu versenken, um die britische Wirtschaft zu schädigen.

16. 9. Die Wehrmacht umzingelt die polnischen Streitkräfte an der Bzura, einem Nebenfluss der Weichsel; innerhalb weniger Tage geraten 170.000 Soldaten in deutsche Kriegsgefangenschaft. Doch die Westmächte kommen den Polen nicht zu Hilfe.

17. 9. Die Rote Armee besetzt Ostpolen – wie mit Berlin abgesprochen. Die Warschauer Regierung flieht nach Rumänien.

25. 9. Die deutsche Luftwaffe bombardiert mit 400 Flugzeugen Warschau, das 120.000 polnische Soldaten verteidigen. Am folgenden Tag beschießen Artilleristen die brennende Stadt; kurz darauf rücken Infanteristen vor. Als der Stadtkommandant kaum 24 Stunden später kapituliert, haben die Deutschen mehr als 30.000 Warschauer getötet. Seit dem 1. September sind etwa 70.000 polnische und 10.000 deutsche Soldaten umgekommen.

6. 10. In einer Rede vor dem Reichstag bietet Hitler die Beendigung des Krieges an, sofern Großbritannien und Frankreich der Revision des Versailler Vertrages zustimmen. Doch die Westmächte lehnen ab. In der gleichen Rede bezeichnet er die Polen als "minderwertige Rasse".

26. 10. Teile Polens werden als Reichsgaue "Posen" (ab November "Wartheland") und "Westpreußen" (ab Januar "Danzig-Westpreußen") ins Reichsgebiet eingegliedert. Dort organisiert SS-Chef Heinrich Himmler die Vertreibung der polnischen Bevölkerung sowie die Ansiedlung sogenannter "Volksdeutscher" aus dem Baltikum und dem sowjetisch besetzten Teil Polens. Bis 1940 werden rund eine Million Polen in den von Deutschland nicht annektierten, aber besetzten Landesteil vertrieben - in das "Generalgouvernement", das Hans Frank verwaltet, ein Hitler direkt unterstellter Beamter. Die zwölf Millionen Einwohner dieses Gebietes gelten als staatenlos. Sie sollen Berlin sklavengleich als Arbeitskräfte dienen. Alle Männer zwischen 18 und 60 Jahren werden zur Zwangsarbeit verpflichtet, viele ins Reich deportiert. Während der deutschen Besatzung werden sechs Millionen Polen ermordet, darunter drei Millionen Juden.

1./2. 11. Das östliche Polen wird Teil der UdSSR. Seit dem Einmarsch am 17. September haben die neuen Machthaber rund 22.000 Intellektuelle, Staatsbeamte und Offiziere verhaften lassen. Sie werden in Lager in der Sowjetunion deportiert und später ermordet.

4. 11. Der USKongress lockert die Neutralitätsbestimmungen: Großbritannien und Frankreich dürfen künftig US-Waffen kaufen.

30. 11. Die Sowjetunion greift Finnland an. Die Regierung in Helsinki hat sich - anders als die nationalistischen Regime Estlands, Lettlands und Litauens - geweigert, einen Beistandspakt mit Moskau abzuschließen. Die finnischen Streitkräfte fügen der Sowjetmacht schwere Verluste zu. Im folgenden März beenden die Kontrahenten den "Winterkrieg" in einem Einigungsfrieden: Finnland bleibt selbstständig, muss aber Gebiete an die UdSSR abtreten; 430.000 Finnen verlieren ihre Heimat. Während der Kämpfe sind 25.000 finnische Soldaten und fast 50.000 Rotarmisten umgekommen.

13. 12. Im Delta des Río de la Plata (zwischen Montevideo und Buenos Aires) kommt es zu einem Seegefecht zwischen drei britischen Kreuzern und dem deutschen Panzerschiff "Admiral Graf Spee", das in der Region britische Handelsschiffe versenken soll. Nach schweren Treffern befiehlt der deutsche Kapitän am 17. Dezember, das eigene Schiff zu versenken.

31. 12. Seit dem 5. September haben deutsche U-Boote 114 alliierte Handelsschiffe in der Nordsee und im Atlantik versenkt. Auch in den folgenden Jahren setzt die Marine den Kampf gegen zivile Schiffe fort.

Daten und Fakten: Vorgeschichte und Kriegsbeginn

Am 1. September 1939 marschiert die Wehrmacht in Polen ein – das ist der Auftakt zum Zweiten Weltkrieg. Von Ostpreußen, Pommern, Schlesien und der alliierten Slowakei aus rücken die deutschen Soldaten rasch vor. Und am 17. September greift die UdSSR, im Hitler-Stalin-Pakt mit Deutschland verbunden, den Osten des Landes an

1941

9. 4. Die Wehrmacht besetzt Dänemark und Norwegen. Hitler will damit vor allem die Transportwege von Erz aus dem neutralen Schweden über den norwegischen Hafen Narvik sichern. Während Dänemark sofort kapituliert, wehrt sich die norwegische Armee mit alliierter Unterstützung gegen die Angreifer. Erst am 10. Juni gibt auch Norwegen auf. Der norwegische Faschist Vidkun Quisling und seine Anhänger unterstützen die Besatzungsmacht.

10. 5. Der britische Ministerpräsident Chamberlain tritt vor allem wegen des Scheiterns seiner Appeasement-Politik zurück. Sein Nachfolger wird der Konservative Winston Churchill. Der lehnt Gespräche mit Berlin ab und wird später zur treibenden Kraft einer Anti- Hitler-Koalition mit den USA und der Sowjetunion.

10. 5.–14. 6. Deutschland greift die neutralen Staaten Belgien, Niederlande und Luxemburg sowie Frankreich an. Die drei Benelux-Länder werden überrannt. Bis zum 20. Mai dringen die deutschen Panzerverbände durch Frankreich bis an den Ärmelkanal vor. Sie isolieren die Nordgruppe der französischen Armee und ein nahe der Küste stationiertes britisches Expeditionskorps von der französischen Hauptstreitmacht. Diese Truppen, mehr als 330.000 Mann, ziehen sich in Richtung der Hafenstadt Dünkirchen zurück; von dort evakuiert sie die Royal Navy Anfang Juni nach Großbritannien. Am 14. Juni marschiert die Wehrmacht in Paris ein. Bei den Kämpfen sind 27.000 deutsche und mehr als 100.000 alliierte Soldaten ums Leben gekommen.

27. 5. Rumänien und Deutschland schließen ein Handelsabkommen über den Tausch von rumänischem Erdöl gegen deutsche Rüstungsgüter.

10. 6. Ermutigt durch Hitlers Sieg, erklärt Rom Großbritannien und Frankreich den Krieg.

14. 6. In einem neu errichteten Konzentrationslager im besetzten Polen nahe der Stadt Auschwitz werden die ersten Häftlinge interniert, zumeist oppositionelle Polen. Bis März 1941 steigt die Zahl der Gefangenen auf rund 11.000. Nach und nach wird das KZ zu einem Arbeits- und Vernichtungslager ausgebaut.

17. 6. Die Sowjetarmee besetzt Lettland, Estland und Litauen; kurz darauf erklärt Stalin die drei Staaten zu Sowjetrepubliken. Ende des Monats marschiert die Rote Armee in das zu Rumänien gehörende Bessarabien ein. Auf Anraten Berlins, eines wichtigen Handelspartners, leistet die Regierung in Bukarest keinen Widerstand. Zum Schutz der rumänischen Ölfelder entsendet Hitler jedoch Truppen.

22. 6. Der neue französische Regierungschef Marschall Philippe Pétain und Adolf Hitler schließen ein Waffenstillstandsabkommen. In Deutschland steht Hitler nun auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Ihm ist in wenigen Wochen gelungen, was der Kaiser im Ersten Weltkrieg nicht erreicht hat: Paris ist besiegt, der nördliche Teil Frankreichs und die Atlantikküste sind von deutschen Truppen besetzt, Elsass und Lothringen werden annektiert. Pétain bleibt Regierungschef im unbesetzten Frankreich. Denn Hitler ist vor allem an den Industrieregionen im Norden des Landes sowie an der strategisch wichtigen Atlantikküste interessiert. Pétain regiert von der Stadt Vichy aus. Er arbeitet eng mit den Deutschen zusammen, um so die völlige Besetzung Frankreichs zu verhindern. Im Juli macht Hitler Pétain zum "Chef des Französischen Staats". Die Niederlande, Luxemburg und Belgien werden von den deutschen Besatzern verwaltet. Hitler befiehlt nun, die Invasion Großbritanniens vorzubereiten.

25. 6. Der französische General (und spätere Staatspräsident) Charles de Gaulle gründet im Londoner Exil das Komitee "Freies Frankreich". Er fordert seine Landsleute auf, an der Seite der Alliierten weiter gegen Hitler zu kämpfen. Seine Machtbasis hat de Gaulle vor allem in den französischen Kolonien: Der Gouverneur des Tschad etwa schließt sich ihm an.

12. 8. Mit mehreren Angriffen beginnt das Deutsche Reich den Luftkrieg gegen Großbritannien - als Vorbereitung einer Invasion der Insel. Mit Flächenbombardements will Hitler den Widerstandswillen der Bevölkerung brechen. Bis zum Herbst wird die Luftwaffe allein London in 57 aufeinanderfolgenden Nächten bombardieren. Zehntausende Menschen schlafen nicht mehr in ihren Häusern, sondern in U-Bahn-Stationen. In der Nacht auf den 15. November werfen die Besatzungen von 449 deutschen Flugzeugen 503 Tonnen Sprengbomben und 31 Tonnen Brandbomben auf die mittelenglische Industriestadt Coventry; sie zerstören 65.000 der 75.000 Gebäude, töten fast 600 Menschen. Bis Mai 1941 werden 43.000 britische Zivilisten durch deutsche Angriffe ums Leben kommen.

13. 9. Benito Mussolini lässt von seinem libyschen Kolonialgebiet aus das britisch verwaltete Ägypten besetzen. Dabei stoßen seine Truppen auf nur wenig Widerstand.

22. 9. Japanische Truppen marschieren in den Nordteil Französisch- Indochinas ein. Im Jahr darauf besetzt Tokyo auch das restliche Gebiet der französischen Kolonie. Daraufhin verhängen die USA ein Erdöl-Embargo gegen die Japaner.

27. 9. Das Deutsche Reich, Japan und Italien schließen einen militärischen Dreimächtepakt: die Achse Berlin-Rom-Tokyo. Bis 1941 treten diesem Pakt Ungarn, Rumänien, die Slowakei, Bulgarien und Kroatien bei, die von den alliierten Kriegsgegnern fortan "Achsenmächte" genannt werden.

2. 10. Etwa 100.000 Warschauer Juden müssen in das Muranow-Viertel umsiedeln, wo bereits 250.000 jüdische Bürger leben. In den folgenden Monaten wird der vier Quadratkilometer große Bezirk mit einer mehr als drei Meter hohen Mauer von der übrigen Stadt abgetrennt. Immer mehr Menschen aus ganz Polen werden in dieses Ghetto verschleppt. Sie hungern, Seuchen brechen aus; von 1941 an sterben in diesem Ghetto Zehntausende Menschen. Im Sommer 1942 beginnen SS- und Polizeieinheiten, Bewohner in das gerade fertiggestellte Vernichtungslager Treblinka zu deportieren - insgesamt werden sie fast 500.000 Menschen verschleppen.

23. 10. Hitler bemüht sich vergebens, den spanischen Diktator Franco als Verbündeten gegen Großbritannien zu gewinnen. Am Tag darauf beantwortet der französische Staatschef Pétain Hitlers Aufforderung, Deutschland militärisch zu unterstützen, mit unverbindlichen Absichtserklärungen. Im November scheitern auch die Bündnisverhandlungen mit der UdSSR.

28. 10. Italienische Streitkräfte überfallen Griechenland. Doch wegen starker Gegenwehr müssen sich die Angreifer zum Ende des folgenden Monats wieder zurückziehen.

Daten und Fakten: Vorgeschichte und Kriegsbeginn

Mitte Mai 1940 durchbrechen die deutschen Panzertruppen die französische Grenze in den Ardennen, fallen in Belgien und den Niederlanden ein und rücken in einem Bogen zur Küste des Ärmelkanals vor. So umschließen sie im Norden Hunderttausende alliierte Soldaten. Dann dringt die Wehrmacht weiter nach Süden und Westen vor

1941

11. 2. Deutsche Soldaten landen in der italienischen Kolonie Libyen. Berlin hat die Truppen zur Unterstützung von Mussolinis Armee gegen die dort vorrückenden Briten entsandt, die die Italiener im Dezember wieder aus Ägypten vertrieben und bis in die libysche Region Cyrenaika verfolgt haben. Denn nach einem britischen Sieg in Nordafrika, fürchtet Hitler, könnten englische Truppen nach Italien übersetzen und dort eine neue Front bilden. Unter dem Befehl von General Erwin Rommel erobern die Deutschen einen großen Teil Libyens zurück. Bald stehen deutsch-italienische Verbände kurz vor der ägyptischen Grenze, wo die Briten den Vormarsch jedoch Mitte April stoppen.

4. 3. Großbritannien stationiert zum Schutz vor italienischen Angriffen Truppen auf Kreta und dem griechischen Festland.

11. 3. US-Präsident Franklin D. Roosevelt unterzeichnet ein Gesetz, das den USA erlaubt, Großbritannien Waffen zu leihen. Doch deutsche U-Boote versenken zahlreiche Frachter mit Rüstungsgütern. Daher befiehlt Roosevelt der US-Kriegsmarine, fortan alle Schiffe der Achsenmächte unter Feuer zu nehmen.

25. 3. Nachdem Jugoslawien auf deutschen Druck dem Bündnis der Achsenmächte beigetreten ist, kommt es in der Hauptstadt Belgrad zu Unruhen. Zwei Tage später stürzen einheimische Luftwaffenoffiziere die Regierung und beginnen mit der UdSSR Verhandlungen über einen Beistandspakt.

30. 3. Vor Befehlshabern der Wehrmacht kündigt Adolf Hitler einen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion an.

6. 4. Deutsche Truppen und die mit ihnen verbündeten Italiener, Ungarn und Bulgaren überfallen Griechenland und Jugoslawien. Zum einen will Berlin eine gegen Italien und damit gegen das Reich gerichtete britisch-griechische Front in Südosteuropa verhindern, zum anderen die Rebellen in Belgrad bestrafen.

10. 4. Im jugoslawischen Agram (heute: Zagreb) proklamieren Anhänger der rechtsradikalen Ustascha-Bewegung des Faschisten Ante Pavelić den "Unabhängigen Staat Kroatien". Der neue Staat sagt sich von Jugoslawien los und bekämpft vor allem die Serben. Der Hitler-Günstling Pavelić wird Staatschef. Zwei Tage später besetzt die Wehrmacht Belgrad. Im Sommer lösen Rom und Berlin den Staat Jugoslawien auf und verteilen fast das gesamte Territorium untereinander. Geführt von dem Partisanen Josip Broz Tito, erheben sich Jugoslawiens Kommunisten gegen die Besatzer.

13. 4. Tokyo und Moskau schließen ein Neutralitätsabkommen. Japan sichert damit seine aggressive Politik im Pazifik vor sowjetischen Eingriffen.

21. 4. Die griechische Heeresleitung kapituliert. Kurz darauf besetzen deutsche Truppen Athen, am 20. Mai nehmen sie auch die britische Basis auf Kreta ein. SS-Einheiten ermorden an zahlreichen Orten Zivilisten.

10. 5. Deutsche Kampfflugzeuge fliegen ihren letzten Großangriff auf London. Angesichts schwerer Verluste der Luftwaffe (insgesamt 2265 Maschinen und 2000 Piloten) lässt Berlin den Luftkrieg einstellen. Damit ist die geplante Invasion Großbritanniens endgültig gescheitert - Adolf Hitler hat seine erste schwere Niederlage erlitten.

18. 5. Die Briten nehmen Abessinien ein; Kaiser Haile Selassie war schon kurz zuvor aus dem Exil zurückgekehrt.

27. 5. Britische Zerstörer versenken 500 Kilometer südwestlich von Irland das Schlachtschiff "Bismarck", das größte deutsche Kriegsschiff. Mehr als 2000 Mann sterben.

Die Chronik ist die erste von drei Zeitleisten aus dem neuen

GEOEPOCHE PANORAMA Nr. 6 "Der Zweite Weltkrieg".

Daten und Fakten: Vorgeschichte und Kriegsbeginn

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