Logo GEO Epoche Panorama
Geschichte in Bildern

Bewegte Jahre

Die Pariser huldigen der Geschwindigkeit und sind begeisterte Zuschauer von Autorennen – das erste in der Geschichte überhaupt wird 1894 in der französischen Hauptstadt gestartet. Und auch diese Fahrer von Wagen der französischen Marke Derby werden vor dem Start der Rallye Paris-Pyrénées- Paris von 1923, die an acht Tagen über insgesamt 2092 Kilometer führen soll, von einem neugierigen Publikum bestaunt

Als Frankreich am 1. August 1914 seine Reservisten zu den Waffen ruft, jubeln die Pariser. Dem kommenden Krieg sehen sie wie so viele Europäer mit Freude statt Furcht entgegen. Auch vor dem Ostbahnhof versammelt sich eine ausgelassene Menge – darunter viele junge Männer, die schon bald auf den Schlachtfeldern sterben werden

Während eines Luftalarms patrouillieren Fahrradpolizisten durch die Straßen von Paris. Aus Angst vor Giftgas tragen sie Schutzmasken. Tatsächlich bombardieren die Deutschen zwar immer wieder die französische Hauptstadt, doch Chemiewaffen setzen sie nur an der Front ein

1912 ist der Wettbewerb zwischen Mensch und Maschine längst zugunsten des Automobils entschieden: Der "Bunny III" der englischen Singer Motor Company etwa, der hier auf der Avenue des Acacias (auf dem Friedhof Père-Lachaise) gegen einen Radler antritt, leistet 16 PS. Das treibt den Rennwagen mit der schmalen Aluminiumkarosserie auf eine  Höchstgeschwindigkeit von rund 125 km/h

Ausgerechnet eine junge Frau aus den Slums von St. Louis, Missouri, erobert in den 1920er Jahren Paris. Die Tänzerin Josephine Baker (hier mit ihrem zahmen Geparden "Chiquita") verführt die Stadt in ihrer Show mit einer Mischung aus Sex und Albernheit. Auch sie selbst verfällt der Metropole: "Paris für immer. Das ist mein schöner Traum", singt sie 1914—1939

In der Garderobe der "Folies Bergère" bereiten sich zwei Tänzerinnen auf ihren nächsten Auftritt vor. Besucher aus aller Welt strömen nach Paris, um sich in Variété-Theatern wie diesem zu vergnügen. Die Revuen sind besonders beliebt, zeigen sie doch, was das Publikum sehen will: nackte Körper

Tanz auf dem Vulkan. Nach vier entbehrungsreichen Kriegsjahren beginnt in den Bars, Bordellen und Musiktheatern von Paris eine Epoche der rauschhaften Lebensfreude – allen Krisen zum Trotz. Es sind die Années folles, die verrückten Jahre

Am französischen Nationalfeiertag ziehen junge Kommunisten mit erhobenen Fäusten durch Paris. Beim Bürgertum schüren solche Demonstrationen die Angst vor der "roten Gefahr". Tatsächlich aber erhält die Arbeiterpartei bei den Wahlen des Jahres 1932 nur acht Prozent der Stimmen

Ein Amerikaner in Paris: Ernest Hemingway posiert 1923 mit den Inhaberinnen der Buchhandlung "Shakespeare and Company". Das Geschäft für englischsprachige Literatur in der Rue de l’Odéon ist ein wichtiger Anlaufpunkt für die vielen ausländischen Autoren, die in den 1920er Jahren von der gesellschaftlichen Freiheit in der französischen Metropole angelockt werden. Vor allem aber: Anders als in den USA gibt es dort keine Prohibition

Auf der Pariser Weltausstellung von 1937 ist das Duell der Diktatoren zwischen Adolf Hitler und Josef Stalin noch ein architektonisches Spektakel: Der deutsche (links) und der sowjetische Pavillon liegen genau gegenüber. Doch schon bald werden sich die beiden Herrscher auch mit Waffen bekriegen