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Nur selten legen die Germanen die Leichname ihrer Verstorbenen in Gräber – die meisten Stämme verbrennen ihre Toten. Vermutlich vertrauten die Germanen auf ein Fortleben nach dem Tod und versorgten die Verblichenen deshalb mit Proviant für die Reise ins Jenseits. Gefallene Männer, so glauben später die Wikinger, leben in Wallhall fort – einem paradiesischen Ort für Krieger (Holzstich nach einem Gemälde von Georg Urlaub, 1890)

DIE MONDPHASEN BESTIMMEN, WANN DIE GERMANEN IHRE FESTE FEIERN

Ob die Germanen Sonnenwendfeiern kannten, wie sie für andere Völker überliefert sind, ist nicht sicher. Ihr Jahr berechnen sie jedenfalls nach dem Lauf des Mondes (links ein Holzstich nach einer Zeichnung von Ferdinand Lindner, 1893)

Weissagerinnen werden von den Germanen fast wie Göttinnen verehrt. So berichtet der Römer Tacitus von der Seherin Veleda (oben), die germanische Häuptlinge vor ihren Schlachten befragen würden

DIE WALKÜREN FÜHREN ALL JENE MÄNNER NACH WALHALL, DIE IM KRIEG IHREN MUT BEWIESEN HABEN

Die Wikinger glauben an Walküren – an mit Speer und Schild, Helm und Brünne angetane Dienerinnen des Gottes Odin, die auf Pferden über die Schlachtfelder jagen und ausgewählte gefallene Krieger ins Paradies nach Walhall bringen (Holzstich nach einer Zeichnung von Friedrich Hottenroth, 1875)

Die Germanen der Frühzeit vertrauen aber auch im Diesseits auf weiblichen Schutz: Sie tragen Amulette mit Frauenfiguren und stellen Weihesteine für weibliche Ahnen auf

Stärker als alle irdischen Krieger ist der Blitze schleudernde Donnergott Thor: Auf seinem von Ziegen gezogenen Wagen ringt er Riesen und Ungeheuer nieder

DIE WIKINGER SEHNEN SICH NACH EINEM FORTLEBEN IM KRIEGERPARADIES WALHALL, DER »HALLE DER GEFALLENEN«

Während sich die Germanen das Totenreich wahrscheinlich als düstere Schattenwelt vorstellen, gilt den Wikingern Walhall, die Heimstatt der gefallenen Krieger, als Stätte ewiger Freude, in der Frauen die verstorbenen Helden mit Met in Trinkhörnern begrüßen (Friedrich Hottenroth, um 1890)

Als Fürst des Pantheons, Heiler und Gott der Toten wird Wotan verehrt, den die Germanen Skandinaviens und später die Wikinger Odin nennen (oben eine Fantasie nach Richard Wagners »Nibelungen«)

GLÄUBIGE MENSCHEN SCHICKEN DEN GÖTTERN SOGAR PFERDE IN DIE JENSEITSWELT

Zu Ehren der Götter schlachten die Gläubigen Rinder, Schafe und Pferde und befestigen Schädel, Knochen und Häute der Tiere nach dem gemeinsamen Opfermahl an Stangen im Moor: als Gaben für die höheren Mächte (Friedrich Hottenroth, 1875)