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Südamerika Im Auftrag der spanischen Krone erforschen europäische Abenteurer Südamerika. Doch auf die Erkunder folgen bald die Eroberer

Die Erkundung und Eroberung Südamerikas verläuft nicht so reibungslos, wie Forscher und Entdecker es sich vorgestellt haben - sie treffen auf großen Widerstand von Indianern
Im Auftrag der spanischen Krone erforschen europäische Abenteurer Südamerika. Doch auf die Erkunder folgen bald die Eroberer

Auf die Erkunder folgen die Eroberer: Mit brutaler Gewalt bekämpfen die Spanier die einheimischen Indianer, ermorden zahllose von ihnen

Die Hoffnung auf Gold und Ruhm lockt ab Ende des 15. Jahrhunderts viele Eroberer in die Neue Welt. Einer der ersten ist Alonso de Ojeda. Der spanische Adelige fährt 1493 mit der zweiten Expedition von Christoph Kolumbus nach Amerika. Als erster Europäer dringt er ins Innere der Insel Hispaniola vor und findet dort Gold. Als er 1499 eine eigene Flotte von Spanien an die Nordküste Südamerikas führt, stößt er auf eine Siedlung, die Indianer auf Pfählen ins Meer gebaut haben. Er nennt den Ort „Venezuela“, Klein-Venedig. Der Doppelkontinent selbst verdankt seinen Namen dem aus Florenz stammenden Kaufmann Amerigo Vespucci, der um 1500 an zwei Reisen nach Südamerika teilnimmt. Er ist der Erste, der die Neue Welt in seinen Berichten als einen eigenen Erdteil bezeichnet. Deutsche Kartographen nennen sie daher angelehnt an Vespuccis Vornamen „America“ – die latinisierte Form von Amerigo.

1526 soll der Seefahrer Sebastiano Caboto in spanischem Auftrag die Erde umsegeln. Doch er landet mit seinen Schiffen an der Küste Brasiliens und trifft dort auf Überlebende früherer
Expeditionen, die ihm von einem sagenhaften silbernen Berg im Landesinneren erzählen. Daraufhin ändert er seine Reiseroute, befährt den Río de la Plata, den Mündungstrichter zweier
großer Flüsse im heutigen Argentinien und in Uruguay, erkundet die Ströme Paraná und Paraguay und erschließt einen Wasserweg, der weit ins Innere des Kontinents führt. Doch dann greifen Indianer an, töten gut ein Dutzend Männer; Caboto gibt auf.

Auch Deutsche versuchen ihr Glück in der Neuen Welt. Denn 1528 überlässt Spaniens König Karl I. dem Augsburger Handelshaus der Welser Venezuela als Pfandbesitz für Kredite. Ambrosius Dalfinger, der erste Gouverneur dort, rückt 1531 mit fast 200 Mann von seiner Station an der Küste ins Landesinnere vor. Sein Ziel: El Dorado, das Land des „Goldenen  Mannes“. Doch 1533 wird er von Indianern getötet.

Erst fast drei Jahrhunderte später entzaubert der Berliner Naturforscher Alexander von Humboldt den Mythos des El Dorado. 1799 bricht er zu einer Expedition auf, die ihn unter anderem in das Gebiet der heutigen Staaten Venezuela, Ecuador und Peru führt. In Kolumbien findet er heraus, dass der Häuptling eines einst dort siedelnden Stamms von Dienern
mit Ölen gesalbt und dann mit Goldstaub gepudert wurde – so entstand der Mythos von el rey dorado, dem „goldenen König“. Aber dass er über ein Reich geherrscht habe, in dem
etwa die Hausdächer aus Goldplatten bestanden hätten, entlarvt der Deutsche als Hirngespinst.

Humboldt ist ein moderner Naturwissenschaftler, der Gesteinsproben analysiert, die Temperaturen von Gewässern misst und Tiere beobachtet. Seine insgesamt fünfjährige Reise wird zu einer der legendärsten Expeditionen aller Zeiten. Noch heute wird er in Südamerika als Universalgelehrter verehrt.